General Motors: Obamas vergebene Chance

General Motors: Obamas vergebene Chance

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Barack Obama bei General Motors

General Motors meldet gute Ergebnisse. Die Chancen steigen, dass die amerikanischen Steuerzahler die Rettungsmilliarden wiedersehen. Merkwürdig nur, dass die US-Wähler das erst nach der Kongresswahl erfahren. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Martin Seiwert.

Was ist da bloß schief gelaufen in Obamas Wahlkampf? Seit Monaten war klar, dass sich mit positiven Nachrichten aus der General-Motors-Zentrale in Detroit die Kongresswahlen zugunsten von Präsident Barack Obama beeinflussen lassen. Immerhin steckte Obama 50 Milliarden Dollar in die Rettung von GM. Dass das sinnvoll war, muss erst noch bewiesen werden.

Vor der Wahl am vergangenen Dienstag würde GM ermutigende Zahlen zum Börsengang des Konzerns verkünden, Gewinnsteigerungen in Aussicht stellen oder sagenhafte Absatzsteigerungen melden, vermuteten deshalb Politstrategen. Die richtigen Zahlen zur richtigen Zeit zu bekommen, sollte für das Weiße Haus kein Problem sein, ist GM doch in Staatshand.

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Doch was macht Obamas Wahlkampfteam? Es streut ein paar schöne GM-Zahlen, aber so spät und so unvollständig, dass sie erst am Wahltag in den Medien auftauchen. Die Botschaft verhallte, die Wahl wurde kaum beeinflusst.

Erst einen Tag nach der Wahl wurde klar, welche Steilvorlage Obama damit verspielte: Im dritten Quartal fuhr GM erneut Milliardengewinne ein, verbuchte fette Umsatzsteigerungen und die Absätze im zurückliegenden Monat übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Damit scheint GM gut gerüstet für die Rückkehr an die Börse, die schon im November beginnen soll. Nach ersten Berechnungen könnte die US-Regierung dadurch einen Großteil der Staatshilfe wieder zurückbekommen.

Obama vergibt Chance

Was für eine Nachricht für ein Volk, das vor allem von der Angst um die Wirtschaft, die Unternehmen und den eigenen Job umgetrieben wird! 87 Prozent der sonst so notorisch positiven Amerikaner macht die wirtschaftliche Entwicklung Angst, 38 Prozent erwarten auf lange Sicht einen Niedergang der amerikanischen Wirtschaft und des Lebensstandards.

39 Prozent der Amerikaner wollen, dass Washington stärker spart und die Staatsverschuldung verringert. 37 Prozent fordern genau das Gegenteil: Dass die US-Regierung mehr Geld ausgibt, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren und Jobs zu sichern. Beide Fraktionen hätten sicherlich vor der Wahl gerne gewusst, dass die Chancen gestiegen sind, dass der Staat seine GM-Milliarden wiedersieht und dass die bei GM verbliebenen Jobs nicht mehr ganz so wackelig sind.

Obama hätte daraus Kapital schlagen können. Wenn, ja wenn die Nachricht rechtzeitig beim Wählervolk angekommen wäre, wie ein anderes Thema zeigt: Die Nachrichten von neuen Terrorbedrohungen durch Paketbomben, die schon am Freitag über die Fernsehschirme flimmerten. Satte 61 Prozent der Wähler sagten nach der Stimmabgabe, ihre Wahlentscheidung sei dadurch beeinflusst worden.  

„Die Demokraten“, so meinte der amerikanische Bestsellerautor Jonathan Franzen vor der Wahl, „sind nicht gerade gut darin, den Bürgern zu erklären, was die Regierung eigentlich tut und vor allem, warum sie es tut.“

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