
Bei der Sanierung Opels baut der US-Autokonzern auf Staatshilfen aus Europa. „GM wird seinen Restrukturierungsplan bald Deutschland und anderen Regierungen vorlegen und hofft dabei auf eine wohlwollende Prüfung“, kündigte Henderson an. Die Kosten belaufen sich nach vorläufigen Schätzungen auf drei Milliarden Euro. „Das ist deutlich weniger als alle Investoren-Angebote“, so der GM-Chef. Magna hatte 4,5 Milliarden Euro Staatshilfen angestrebt.
Gleichzeitig entschuldigte sich Henderson für den monatelangen Verhandlungsmarathon um die Zukunft Opels, an dem unter anderem mehrere Regierungen, Unternehmen, der Opel-Betriebsrat und die EU- Kommission beteiligt waren: „Wir verstehen, dass die Komplexität und Dauer dieses Themas für alle Beteiligten anstrengend war.“ Die jetzige Entscheidung sei aber die beste für Kunden, Beschäftigte, Zulieferer und Händler.
Opel-Betriebsrat fordert Auszahlung von gestundeten Tariferhöhungen
„Das ist der stabilste und kostengünstigste Ansatz, um die Zukunft von Opel und Vauxhall langfristig zu sichern.“ GM werde mit den Gewerkschaften an einem Plan für ihren Sanierungsbeitrag arbeiten. Der Betriebsrat hatte aber bereits massive Proteste angedroht und lehnt jede Form von Gehaltsverzicht für eine Sanierung mit GM ab. Er fürchtet einen radikalen Stellenabbau und Werksschließungen.
Der Betriebsrat verlangt zudem die sofortige Auszahlung von gestundeten Tariferhöhungen. „Der nächste Schritt von General Motors wird sein, Regierungen und Beschäftigte in Europa zu erpressen, um das bekannte, nicht tragfähige GM-Konzept zu finanzieren“, sagte Franz.
„Das ist ein unglaublicher Vorgang, 50.000 Beschäftigte in Europa einer monatelangen, nervenaufreibenden Hängepartie auszusetzen und am Ende eine nicht nachzuvollziehende Kehrtwende zu machen“, erklärte IG-Metall-Chef Berthold Huber am Mittwoch in Frankfurt am Main.
Experten sehen große Risiken
Beobachter in Europa trauen GM nicht zu, die Opel-Sanierung finanziell stemmen zu können. Nach Ansicht von Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer fährt GM „mit höchst möglichem Risiko“. Für Opel seien die Entwicklungsmöglichkeiten bei seiner alten Mutter um ein vielfaches schlechter. West-Europa sei ein Markt ohne Wachstum und mit großem Verdrängungswettbewerb, so Dudenhöffer. „Russland wird für Opel-GM deutlich schwieriger werden als für Opel-Magna-GAZ.“ GM beginne erst jetzt, „den x-ten Restrukturierungsplan für Opel auszuarbeiten“. „Und dies mit enttäuschten Mitarbeitern, die nicht hinter GM stehen, mit einem weiter geschwächten Management und hohen Verlusten, die finanziert werden müssen.“
Auch Armin Schild, Frankfurter IG-Metall-Bezirksvorsitzender und Opel-Aufsichtsratsmitglied, hatte kürzlich davor gewarnt, dass Opel unter dem Dach von GM die Pleite drohe. Die Amerikaner geben sich hingegen zuversichtlich: „Die Finanzkraft und Stabilität von GM haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Das macht uns zuversichtlich, das Europa-Geschäft erfolgreich restrukturieren zu können.“
GM wolle zudem seine Beziehungen mit dem russischen Autobauer GAZ weiter ausbauen. In dem monatelangen Bieterkampf um Opel hatten Bundesregierung und Opel-Betriebsrat stets einen Einstieg Magnas befürwortet. Sie bewerteten das Konzept des kanadisch-österreichischen Zulieferers als das einzig Tragfähige, um den angeschlagenen Autobauer in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Berlin hatte Magna dafür 4,5 Milliarden Euro Staatshilfen zugesagt.














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Alle Kommentare lesen04.11.2009, 17:15 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt
@Opelaner: "Weil Sie Alle blind hinter Magna hergelaufen sind." Hinter den Russen her, mein Freund, hinter den Russen her.
04.11.2009, 16:32 UhrAnonymer Benutzer: Ramadama
Wenn deutsche Politiker wie Rüttgers, Koch, Merkel u.a. in Sachen Opel
sich für die bekannte Lösung stark machten, dann war dies ausschließlich Wahlkampftaktik und Wiederwahl geschuldet. Ahnung von
einer wirklichen Sanierungsmöglichkeit haben die allesamt nicht, wie denn auch ?. Eigentlich könnte man pauschal sagen, genau das Gegenteil ist richtig, so wird es jetzt auch kommen. Alle haben auch irgendwo vergessen, daß sie in dieser Angelegenheit nichts aber auch gar nichts mitzubestimmen hatten und haben, Opel gehört immer noch
ausschließlich GM. Die neuen Macher in Detroit werden die Sache schon schaukeln, besser jedenfalls als mit dieser komischen Mischung-halb Pleitier Magna und total Pleitier Russland.Daß die Hälfte der Werke und Leute gehen muß kann niemand verhindern, dafür ist die Marke Opel einfach zu wenig gefragt in der Welt.
04.11.2009, 16:13 UhrAnonymer Benutzer: Opelaner
Schuld an dem Problem hat der tolle Herr Steinmeier! Die Herren Franz und Schild genauso! Weil Sie Alle blind hinter Magna hergelaufen sind.Opel könnte schon längst bei RHJ sein, aber die Herren wollten ja unbedingt Magna! Warum nur???
Und was soll jetzt die sture Handlung? Will der Herr Franz den Karren ganz an die Wand fahren! Verhandeln und endlich mal unproduktive Werke wie bochum und Eisenach schließen wäre der richtige Ansatz, so bitter das auch ist! Hätte man schon beim letzten Sanierungsversuch machen sollen, stattdessen hat man lieber auf viel Geld verzichtet und den Ruin verzögert! Man muss einfach mal sagen, schlechte Arbeit, Herr Franz!!!