General Motors: Verärgerung und Unsicherheit nach abgesagtem Opel-Verkauf

General Motors: Verärgerung und Unsicherheit nach abgesagtem Opel-Verkauf

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GM stoppt Opel-Verkauf

Die Politik ist verärgert über die Entscheidung von General Motors, Opel nicht zu verkaufen. GM soll nun bis Monatsende den 1,5 Milliarden Kredit zurückzahlen, die Gewerkschaft fordert Lohnnachzahlungen und ruft zu Warnstreiks auf.

Wut, Enttäuschung und Ärger prägen die ersten Reaktionen auf den in letzter Minute gestoppten Verkauf von Opel. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat mit scharfer Kritik auf die Absage von General Motors an einen Opel-Verkauf reagiert. „Das Verhalten von General Motors ist völlig inakzeptabel“ sowohl den Arbeitnehmern als auch Deutschland gegenüber, sagte Brüderle am Mittwoch vor einer Kabinettssitzung in Berlin. Er forderte von GM und Opel die rasche Vorlage eines Konzepts zur Restrukturierung.

Die Bundesregierung poche darauf, das Geld der deutschen Steuerzahler zurückzuerhalten, sagte Brüderle. Dabei geht es um einen Brückenkredit über 1,5 Milliarden Euro den GM 30. November zurückzahlen soll. Auf die Frage, ob GM mit weiteren Staatshilfen rechnen kann, ließ Brüderle zunächst offen. „Wir werden uns von GM nicht unter Druck setzen lassen“, sagte Brüderle.

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Der Betriebsrat geht auf Konfrontationskurs zum Mutterkonzern General Motors (GM). Es werde keinen Beitrag der Beschäftigten zur Sanierung von Opel geben, teilte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Mittwoch in Rüsselsheim mit. Der Betriebsrat verlangt zudem die sofortige Auszahlung von gestundeten Tariferhöhungen. Aus Protest gegen den abgesagten Verkauf von Opel rufen Betriebsräte und Gewerkschaften die Opel-Mitarbeiter von diesem Donnerstag an zu Warnstreiks und Protestaktionen auf. „Die Veranstaltungen beginnen in Deutschland und werden sich auf ganz Europa ausdehnen“, sagte Franz.

GM soll 1,5 Milliarden Kredit zurückzahlen

Am späten Dienstagabend hatte der der US-Konzern mitgeteilt, er wolle sich nun doch nicht von seiner deutschen Tochter Opel trennen und hat den geplanten Verkauf an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna überraschend abgeblasen. Der GM-Verwaltungsrat in Detroit hat entschieden, stattdessen das Europa-Geschäft rund um Opel nun selbst zu sanieren.

Dazu wolle man unter anderem der deutschen Regierung einen Plan vorlegen. GM-Chef Fritz Henderson bezifferte die Kosten der Restrukturierung auf drei Milliarden Euro. In Berlin wurde die Entscheidung bedauert. Auch bei den Opel-Arbeitern stieß der Plan auf Kritik. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sieht dadurch die Opel-Werke in Bochum, Kaiserslautern und Antwerpen „akut gefährdet“.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zeigte sich „sehr betroffen und zugleich verärgert“ über die Entscheidung des US- Autobauers. „Angesichts der negativen Erfahrungen der letzten Jahre mit der Unternehmenspolitik von GM mache ich mir große Sorgen um die Zukunft des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze“, sagte Koch.

Betriebsrat gegen Finanzhilfen

Opel-Gesamtbetriebsratschef Franz forderte die Bundesregierung auf, die für den Fall eines Verkaufs zugesagten Finanzhilfen nicht zu zahlen. „Ich gehe auch davon aus, dass sich die Bundesregierung von GM nicht erpressen lässt, zumal es mit Magna eine andere Alternative gibt“, sagte Franz. Es sei auch unwahrscheinlich, „dass GM aus anderen Ländern Geld bekommt, da diese die Zusage nur auf Basis des industriellen Konzeptes von Magna getroffen“ hätten.

Im September hatte das GM-Gremium noch den Verkauf von 55 Prozent der Opel-Anteile an den Autozulieferer Magna und dessen Partner Sberbank empfohlen. Die EU-Kommission hatte Bedenken angemeldet und GM aufgefordert, die Entscheidung zu überdenken. Auch nach der ersten Empfehlung für Magna galt der GM- Verwaltungsrat als gespalten.

Einige Mitglieder wollten Opel behalten, weil beide Hersteller aufeinander angewiesen seien: Opel allein sei zu klein zum Überleben, und GM brauche Opel wegen der modernen Technologie der Deutschen und deren Zugang zum europäischen Markt. Dieser Marktzugang gab nun als „wichtiger Bestandteil der globalen Strategie von GM“ auch den Ausschlag für den Stimmungswandel.

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