Generikahersteller: Eigentümer von Ratiopharm stehen vor schwieriger Wahl

Generikahersteller: Eigentümer von Ratiopharm stehen vor schwieriger Wahl

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Mitglied im Ausschuss des Aufsichtsrats und Vorsitzender im Personalausschuss des größten Baustoffherstellers in Deutschland, HeidelbergCement, Ludwig Merckle, sitzt am Donnerstag (07.05.2009) bei der Hauptversammlung in Leimen bei Heidelberg. Foto: Ronald Wittek dpa/lsw (c) dpa - Bildfunk

von Jürgen Salz

Der Verkauf des Generikaherstellers steht kurz bevor. Eigentümer Ludwig Merckle muss abwägen: Was ist wichtiger? Ein hoher Preis oder die Marke?

Die finale Runde im Verkauf von Ratiopharm läuft. Bis zum 18. März müssen die drei verbliebenen Bieter Pfizer, Teva und Actavis ihre Angebote einreichen. Alle drei sollen bereit sein, rund drei Milliarden Euro für den baden-württembergischen Generikahersteller zu zahlen. Bis Ende März will sich Ratiopharm-Eigner Ludwig Merckle entscheiden. Der Sohn des verstorbenen Unternehmensgründers Adolf Merckle steht nun vor der Wahl: Will er einen möglichst hohen Preis erzielen oder die beste Perspektive für Ratiopharm?

Der US-Riese Pfizer und der israelische Konzern Teva sind finanziell besser ausgestattet, können im Zweifel einen höheren Preis als Actavis zahlen. Dafür machen die Isländer mehr Zusagen für die Marke Ratiopharm und den Standort Ulm. Alle drei Kandidaten haben inzwischen ihre jeweiligen Konzepte vor einem Kreis von Ratiopharm-Führungskräften präsentiert. Alle drei sagen zu, die Produktion auszubauen und die Marke Ratiopharm zu erhalten.

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Pfizer kann sich den Ratiopharm-Sitz Ulm als Hauptstandort für seine weltweiten Generika-Aktivitäten vorstellen. Der US-Konzern will seine schwache Position im Geschäft mit Nachahmermedikamenten ausbauen. Ratiopharm könnte von einem riesigen Vertriebsnetz profitieren. Allerdings sind die Amerikaner dafür bekannt, nicht allzu zimperlich mit übernommenen Unternehmen umzugehen.

Hoher Preis oder beste Perspektive?

Mehr Ahnung vom Ratiopharm-Geschäft hat Teva, der weltgrößte Generikahersteller. Er ist in Deutschland nur schwach vertreten und will Ulm zur europäischen Drehscheibe machen.

Actavis dagegen ist sogar bereit, seine Konzernzentrale vom isländischen Hafnarfjörður nach Ulm zu verlegen. Selbst die eigene Marke will Actavis zugunsten von Ratiopharm zurückstellen. Die Länder, in denen Ratiopharm und Actavis aktiv sind, überschneiden sich kaum. Synergien – die Rede ist von 300 Millionen Euro jährlich – wollen die Isländer vor allem durch gemeinsame Forschung und Entwicklung heben.

Actavis ist zwar hoch verschuldet, die Deutsche Bank ihr Großgläubiger. Das Geldhaus soll jedoch signalisiert haben, Kredite in Eigenkapital umzuwandeln – Actavis wäre damit schuldenfrei, die Deutsche Bank am Unternehmen beteiligt. Die Isländer haben so einen mächtigen Verbündeten für ihre Übernahmepläne. Die Deutsche Bank denkt schon mal weiter: Das gemeinsame Unternehmen Actavis-Ratiopharm will sie in fünf bis acht Jahren an die Börse bringen, heißt es.

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