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Genfer Autosalon: Volkswagen feiert, Toyota entschuldigt sich

von Andreas Toller

Zurückgekehrter Optimismus und Schwermut liegen auf dem diesjährigen Autosalon dicht beieinander. Besonders deutlich zeigt sich das bei den beiden Autoriesen Volkswagen und Toyota.

Martin Winterkorn, Quelle: dpa
Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender von VW, präsentiert in Genf den neuen VW Polo Quelle: dpa

Mühsam ringt sich Kazuo Okamoto ein Lächeln ab, ehe er seinen Text vom Blatt abliest: ….wir entschuldigen uns bei unseren Kunden…wir haben Maßnahmen ergriffen, dass so etwas nie mehr wieder passiert… Der Toyota-Topmanager weiß, dass so etwas wie die Sache mit den klemmenden Gaspedalen auch nie wieder passieren darf, wenn der japanische Autoriese auch nur einen Rest seines einst makellosen Images in die Zukunft retten möchte. Viel ist ohnehin nicht mehr übrig, nachdem unkontrolliert beschleunigende Toyota-Fahrzeuge für mehrere tödliche Unfälle in den USA verantwortlich gemacht werden und Toyota Millionen Autos zurück in die Werkstätten rufen musste. „Wir haben  lange gebraucht, um den Fehler zu identifizieren“, räumt der Manager ein.

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Gute Laune bei VW

Martin Winterkorn kennt solche Sorgen derzeit nicht. Der VW-Chef nippt auf dem Konzernabend an seiner Rotweinschorle („Wenn’s ein guter Wein ist, gibt er auch ne gute Schorle“) und parliert gut gelaunt drauf los. Über die Pläne, die er mit dem neuen Kooperationspartner Suzuki hat, über die große Elektroautooffensive, die der Konzern ab 2013 starten will. Klar, auch bei VW ist nicht alles eitel Sonnenschein. Skoda etwa gefällt ihm gerade nicht. „Wir müssen aufpassen, dass uns bei Skoda die Profitabilität nicht abhanden kommt“. Die Währung nage gerade an den Renditen, aber auch die Produkte seien zum Teil noch zu teuer in der Produktion. „Simply Clever heißt nicht, dass man die Lüftungsauslässe auch noch in Chrom fassen muss“, stichelt er gegen die tschechische Tochter, die sich in Punkto Qualitätsanmutung jüngst vielleicht ein wenig zu sehr an die Konkurreenz herangewanzt hat.

Dennoch: Die Sorgen eines Toyota scheinen hier weit weg. Überhaupt scheinen sich hier alle, die sich noch vor einem Jahr erbittert gestritten haben, wieder ganz lieb zu haben. Da sitzt der Konzernaufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piech gut gelaunt neben seinem Cousin Wolfgang Porsche und Porsche Betriebsratschef Uwe Hück witzelt mit seinem VW-Kollegen Bernd Osterloh. Die Übernahmeschlacht zwischen VW und Porsche ist geschlagen und wer wissen will, wer gewonnen hat, braucht nur einen Blick auf die Bühne zu werfen. Da steht der Prototyp des Porsche 918 Spider einmütig zwischen einem Bentley Cabriolet und dem neuen VW Sharan. Die neue Marke im VW-Konzern ist angekommen. Auch, wenn sie noch nicht neben den übrigen Konzernmarken auf der Banderole an der Wand stehen darf – das haben die Konzernjuristen verboten, so lange Porsche noch nicht offiziell zu VW gehört. Aber lange wird das wohl nicht mehr dauern. Die Kapitalerhöhung steht bevor. Dann wird das nächste Kapitel aufgeschlagen auf dem Weg zu dem erklärten Ziel, 2018 die Nummer eins der Welt unter den Autoherstellern abgelöst zu haben: Toyota.

Bei Toyota gibt es nur ein Thema

Eigentlich würde auch Kazuo Okamoto hier vor den versammelten Journalisten gern über die neuen Hoffnungsträger des Konzerns sprechen, wie den Sportwagen FT86, der einmal im Revier von Audi TT und Co. wildern soll. Doch die Fragen kommen immer wieder: Wie konnte das passieren? Warum haben Sie das erst so spät gemerkt? Wie wollen Sie Ihre Abläufe  verändern, damit so etwas nicht mehr vorkommt? Okamoto merkt, dass dies das Thema bleiben wird, ganz gleich, wie er das Gespräch auch zu lenken versucht. Gehör für neue Produkte und die Pläne für die Zukunft wird er wohl erst auf der nächsten Autoschau finden.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.04.2010, 11:46 UhrSmooki

    @ AndereMeinung : Die Marke VW macht 60% des operativen Gewinns vom Konzern , also ist ihre Aussage falsch.

    @börsenwert : Sie vergleichen die Vorzugsaktien mit den Stammaktien von Toyota. Diese sind immer weniger Wert als Stammaktien. gibt 2 Gründe für.
    1. Man besitz kein Stimmrecht
    2. Die Dividende für Vorzugsaktien ist höher und drückt auf den Kurs der Vorzugsaktien.

    Die Stammaktien wurden rausgenohmen , weil zu wenige davon vorhanden sind. Der tatsächliche börsenwert von VW ist 3 mal höher als von Toyota. Der aktuelle Wert der Stammaktien ist so niedrig , weil diese Komplett aus dem Markt gezogen wurden.
    Daher ändert sich da nix.

    http://www.volkswagenag.com/vwag/vwcorp/content/de/investor_relations/share/key_figures_vw_share.html

    Dazu kommt das Vw paar tage lang da teuerste Unternehmen der Welt war , auch wenn nur durch Spekulationen getrieben und Leerverkäufe bedinngt. Meine der börsenwert lag da mehr als 500 Milliarden Euro. Also hier ist keine bild und denke jeder weiß das man vorher besser recherchieren sollte.

  • 03.03.2010, 08:40 UhrAndereMeinung

    Alles Halbwahrheiten.
    Winterkorn=Schönwetterkapitän x Phaeton=?

    VW selbst lebt von Audi,Skoda und der VAG bank. Ansonsten ist das Ergebnis nicht gerade überwältigend.

    Übrigends mit Wein, Weib und Gesang hatte VW in der Vergangenheit auch schon Schlagzeilen gemacht.

  • 03.03.2010, 05:09 UhrObserver

    ich habe bedenken, wenn man Ziele vorgibt, die mit Zahlen, wie Stückzahl oder Umsatz bewertet sind. Die Erfahrung lehrt doch, dass dies keine Größen sind, mit denen man einen Konzern lenken kann und sollte. Meine Prognose Toyota wird auch 2019 noch die Nummer 1 sein, wenn Toyota nicht von Hyundai / Kia überholt wird. Der Kunde will keine Stückzahlen oder Umsätze, der will sieben Jahre Garantie.

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