Gerichtsentscheid: Kleinanleger scheitern mit Schadenersatzklagen gegen IKB

Gerichtsentscheid: Kleinanleger scheitern mit Schadenersatzklagen gegen IKB

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Zentrale der Deutschen Industriebank IKB in Düsseldorf

Bitterer Gerichtsentscheid für die Kleinaktionäre der Mittelstandsbank IKB: Ein Gericht wies heute mehrere Schadenersatzklagen von Anlegern ab. Aktionäre dürften damit auf Verlusten sitzenbleiben, die durch den Kurseinbruch der IKB-Aktie um 85 Prozent entstanden.

Das Düsseldorfer Landgericht lehnte heute mehrere Schadenersatzklagen von Anlegern ab, die durch den dramatischen Kurseinbruch der IKB-Aktie vor zehn Monaten zum Teil mehr als 10.000 Euro verloren hatten. Die Aktie hatte in kurzer Zeit 85 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Die Anleger werfen dem früheren Bankvorstand vor, noch zehn Tage vor seiner Gewinnwarnung bestritten zu haben, dass größere Belastungen durch die Krise auf dem US-Immobilienmarkt zu erwarten seien. Im Vertrauen auf diese Aussagen hätten sie IKB-Aktien gekauft. Das Gericht befand, die Anleger hätten nicht nachgewiesen, dass die Mitteilung der Bank vom 20. Juli 2007 „vorsätzlich schädigend“ gewesen sei. Außerdem hätten sie nicht belegt, dass ausgerechnet diese Mitteilung ausschlaggebend für ihren Einstieg bei der IKB und damit ursächlich für den Schaden gewesen sei.

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Musterverfahren der Kläger wird ungewisser

Ein Kläger habe sogar noch nach der Gewinnwarnung am 30. Juli 2007 Aktien gekauft, also an dem Tag, als Bankchef Stefan Ortseifen zurücktrat. Dagegen habe die Bank umfangreich dargelegt, dass sich die Situation binnen der zehn Tage für sie völlig gewandelt habe. Am Düsseldorfer Landgericht sind noch knapp 50 weitere Klagen anhängig.

Ob es trotz der Urteile von heute wie von den Klägern gewünscht zu einem Musterverfahren kommt, ist ungewiss. Die IKB wurde durch die Mehrheitseigentümerin, die staatliche KfW-Bankengruppe, sowie die Bankenwirtschaft durch Stützungsmaßnahmen im Volumen von 8,5 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt. Insgesamt werden die Risiken der Bank auf rund 10 Milliarden Euro taxiert.

Der Aufsichtsrat hatte jede Mitschuld an dem Debakel zurückgewiesen und den Vorstand für die Beinahe-Pleite verantwortlich gemacht. Gegen ehemalige Mitglieder des IKB-Vorstands, darunter Bankchef Ortseifen, wird auch strafrechtlich ermittelt.

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