Gerichtsstreit: Prozess um die Macht bei MediaSaturn

Gerichtsstreit: Prozess um die Macht bei MediaSaturn

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Leuchtreklame für Metro und Media Markt

von Henryk Hielscher

Wer hat das Sagen bei Europas größtem Elektronikhändler? Im Streit zwischen den MediaSaturn-Gründern und Mehrheitseigner Metro ließ das Landgericht Ingolstadt bereits durchblicken, wie es die Machtfrage entscheiden will.

Der Streit um die Macht bei Europas größten Elektronikketten Media Markt und Saturn hat am Landgericht Ingolstadt begonnen – und bereits ein überraschend schnelles Zwischenergebnis gebracht: Der Handelskonzern Metro kann vorläufig nicht damit rechnen, bei den Elektronikketten Media Markt und Saturn wie gewünscht durchzuregieren.

Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals war gegen Bestrebungen des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro vor den Kadi gezogen, seinen Einfluss durch die Gründung eines Beirats zu beschränken.

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1:0 für Kellerhals

Obwohl Metro über 75 Prozent an der Elektronikhandelskette hält, kann der Konzern wichtige Entscheidungen bisher nur mit Zustimmung der MediaSaturn-Gründer Erich Kellerhals und Leopold Stiefel treffen. Metro-Chef Eckhard Cordes sah darin zunehmend Probleme. Die internationale Expansion und der überfällige Einstieg in den Online-Handel seien durch das Vetorecht verzögert worden, hieß es in Düsseldorf. Die Kellerhals-Fraktion widersprach dieser Darstellung. Kellerhals warf Cordes vor,  sein "Lebenswerk" zerstören zu wollen, und reichte Klage ein.

Bei der Verhandlung in Ingolstadt konnte Kellerhals nun einen ersten Erfolg verbuchen. Die Gründung eines Unternehmensbeirats an sich konnte Kellerhals zwar nicht verhindern, da die Satzung diese Option ausdrücklich vorsah. Das Landgericht stellte in einem Zwischenbeschluss allerdings fest, dass in dem im März auf Wunsch der Metro AG gegründeten Beirat Entscheidungen vermutlich ebenfalls mit einer Mehrheit von mehr als 80 Prozent fallen müssten. Damit würden die Media-Markt-Gründer ihre Sperrminorität behalten.

Das Gericht will seine Entscheidung am 11. Oktober bekanntgeben. Beide Seiten haben bereits signalisiert, dass sie bei einer Niederlage in die nächste Instanz ziehen wollen.

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