Getränke: Refresco schluckt deutschen Discount-Lieferanten

Getränke: Refresco schluckt deutschen Discount-Lieferanten

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Abfüllanlage eines Fruchtsaftherstellers

Die niederländische Refresco-Gruppe, der größte europäische Hersteller von Wasser- und Fruchtgetränken für Handelsmarken, steigt beim Getränkehersteller SDI in Erftstadt ein.

Nun also doch! Seit Wochen hatten die Inhaber des auf Handelsmarken spezialisierten Herstellers von nicht-alkoholischen Getränken, die in Erftstadt bei Köln beheimatete Soft Drink International (SDI), jegliche Verkaufsabsichten scharf dementiert. Offenbar war der Leidensdruck der Erftstädter aber doch größer: Das Unternehmen, das zur Gruppe der Unternehmerfamilie May gehört – Peter May ist zudem Chef der auf Familienunternehmen spezialisierten Unternehmensberatung Intes -  wurde jetzt an den niederländischen Privat-Label-Riesen Refresco verkauft.  Die Transaktion erfolgt unter Vorbehalt der Freigabe durch die deutsche Kartellbehörde  Refresco, mit Sitz in Dordrecht, erlöste 2009 einen Nettoumsatz von 1,14 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt in 19 Fabriken rund 2200 Mitarbeiter.

Seit Jahren treiben die deutschen Supermarkt- und Discountketten die Abgabepreise für ihre Säfte und Mineralwässen in den Keller. Unter den Lieferanten von Aldi, Lidl, Netto, Rewe und Edeka tobt ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb.

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Refresco steht seit Anfang des Jahres für Übernahmen in den Startlöchern. Offenbar sind die finanziellen Probleme seitens der isländischen Eigentümer überwunden. Zudem ist im März der Finanzinvestor 3i bei den Niederländern mit 20 Prozent eingestiegen. Zum zweiten Mal schon, nachdem die Gesellschaft 2003 einen Management Buyout unterstützt hatte. Nach einer Zeit aktiver Geschäftsführung und der geographischen Expansion, verkaufte 3i die Beteiligung im April 2006 an ein Konsortium isländischer Gesellschaften - bestehend aus der Kaupthing Bank, der isländischen Investmentgesellschaft FL Group und dem Getränkeabfüller Vifilfell.

Im Laufe der letzten drei Jahre hätten sich laut Unternehmensangaben die Einnahmen und Gewinne bei Refresco verdoppelt. Für Übernahmen stünden insgesamt 200 Millionen Euro zur Verfügung.  Der Gesamtumsatz belief sich im vergangenen Jahr auf 1,2 Milliarden Euro. Nach der neuen Kapitalbeteiligung hält das isländische Investorenkonsortium einen Anteil von 62 Prozent an Refresco.

Die jetzt erfolgte Übernahme folge der Buy & Build Strategie von Refresco, mit der das Unternehmen seine führende Position im Bereich der nichtalkoholischen Getränke in Europa stärken und weiter ausbauen wolle, teilt Refresco mit.

Für Refresco ist die Übernahme ein wichtiger Schritt in dem wachsenden deutschen Markt für kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke. Bisher war Refresco in Deutschland lediglich mit Fruchtsäften unterwegs. Damit wird auch Refresco den deutschen Lebensmittelketten gegenüber zum Komplettanbieter für alkoholfreie Getränke. Mit der Übernahme von SDI steigt Refresco in die Top Drei aller Hersteller für Wässer und Fruchtsäfte auf.

SDI ist ein starker regionaler Getränkeproduzent, der vor allem in Deutschland und Benelux aktiv ist und Produktionsstandorte in Erftstadt (Deutschland) und Heerlen (Niederlande) unterhält. Das ausschließlich im Bereich Handelsmarken tätige Unternehmen exportiert seine Produkte auch in andere europäische Länder. Im Jahre 2009 erzielte SDI bei einer Produktion von etwa 1,1 Milliarden Einheiten einen Umsatz von insgesamt 153 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor lag der Umsatz auf dem gleichen Niveau.

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