Gewinnrückgang: US-Expresssparte verhagelt Deutscher Post die Bilanz

Gewinnrückgang: US-Expresssparte verhagelt Deutscher Post die Bilanz

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Blick auf den Post-Tower in Bonn

Kein einfacher Einstand für den neue Post-Chef Frank Appel: Bei der ersten Bilanz-Pressekonferenz unter Appels Führung musste sein Finanzchef einen Gewinnrückgang von 17 Prozent bekanntgeben. Schuld daran waren Wertberichtigungen bei der US-Expresstochter. Dabei verdiente die Post 2007 sonst gut: Immerhin bekräftigte die Post ihre Prognose und erhöht die Dividende.

Die Deutsche Post hat aufgrund von Wertberichtigungen für ihr verlustreiches US-Express-Geschäft 2007 einen Gewinnrückgang um 17 Prozent verbucht. Jedoch fiel das operative Ergebnis (Ebit) mit rund 3,2 Milliarden Euro etwas besser aus, als Analysten erwartet hatten. Die Post prüft Möglichkeiten für das US-Geschäft, um die Verluste zu verringern.

„Wir haben uns mittlerweile auf einige wenige Optionen konzentriert und nähern uns bereits einer Lösung“, sagte Post-Finanzchef John Allan heute Morgen. Er bekräftigte, dass die Post an dem Geschäft festhalten wolle. Der US-Markt habe strategische Bedeutung.

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Für den neuen Post-Chef Frank Appel sind die Probleme der US-Tochter nicht gerade ein Einstandsgeschenk. Appel war zwar seit langem als Kronprinz von Klaus Zumwinkel gehandelt worden. Doch Klaus Zumwinkels Abschied aus dem Post-Tower in Bonn kam deutlich rascher als geplant: Im vergangenen Monat wurde Zumwinkel Privathaus und Büro von Steuerfahndern durchsucht und er selbst von der Staatsanwaltschaft verhört. Kurze Zeit später trat der 64-jährige als Post-Chef zurück. Zumwinkel war 19 Jahre lang an der Spitze der Deutschen Post gestanden. Der Abgang des Top-Managers - sowie weitere Durchsuchungen - sorgen bis heute für eine lebhafte Debatte über die Methoden und Ziele der Steuerfahnder

Operative Verluste im Expressgeschäft

Doch Appel hat weniger mit den Steuefahndern, sondern viel mehr mit dem kriselnden US-Geschäft zu kämpfen. Durch die Wertberichtigungen von 594 Millionen Euro fiel im Gesamtjahr im Unternehmensbereich Express ein operativer Verlust von 174 Millionen Euro an. Der Umsatz stieg um 3,1 Prozent. Die Post leidet in den USA unter dem harten Wettbewerb mit den Platzhirschen UPS und FedEx und jüngst auch verstärkt unter den Problemen der US-Wirtschaft. Die Wertberichtigung schlug auch auf das Nettoergebnis der Post durch.

Der Konzerngewinn nach Minderheiten ging ging auf 1,39 Milliarden von 1,91 Milliarden Euro im Vorjahr zurück. Die Post bekräftigte aber, die Dividende für 2007 um 20 Prozent auf 90 Cent je Aktie erhöhen zu wollen. Vor Einmaleffekten erzielte die Post einen Zuwachs beim Ebit von 7,6 Prozent auf 3,76 Milliarden Euro und erreichte damit ihr anvisiertes Ziel. Der Umsatz kletterte im Gesamtjahr rund fünf Prozent auf 63,5 Milliarden Euro. Die Post-Aktie eröffnete rund 0,5 Prozent im Plus bei 21,90 Euro.

Post bekräftigt Prognosen

Die Post zeigte sich zuversichtlich, die angepeilten Gewinnsteigerungen für 2008 und 2009 zu erreichen, auch wenn es gewisse Risiken gebe. „Sicher gibt es gute Gründe für eine gewisse Vorsicht, schließlich können wir die möglichen Folgen einer etwaigen US-Rezession nicht abschätzen“, sagte Allan. 2008 will die Post vor Einmaleffekten ein Ebit von 4,2 Milliarden Euro erreichen - allein rund 1,95 Milliarden sollen aus dem Brief-Geschäft kommen, 500 Millionen Euro aus dem Express-Geschäft, rund 1,05 Milliarden Euro soll die Logistik und rund 1,2 Milliarden Euro die Finanzdienstleistungen beitragen.

2009 soll das Ebit auf 4,7 Milliarden Euro steigen. Zudem erwartet der Konzern im laufenden Jahr ein Vorsteuerergebnis von 3,2 Milliarden Euro, das 2009 auf 3,8 Milliarden Euro steigen soll. „Unser Schwerpunkt wird weiterhin auf organischem Wachstum liegen“, sagte der neue Post-Chef Frank Appel. „Außerdem wollen wir mehr Cash generieren und unsere Aktionäre stärker am Unternehmenserfolg teilhaben lassen.“

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