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Gewinnwarnung: EMI verkauft noch weniger CDs als befürchtet

von wiw/dpa/rtr

Der britische Musikkonzern EMI hat die Märkte erneut mit einer Gewinnwarnung geschockt und die Aktie auf Talfahrt geschickt. Das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März werde voraussichtlich erheblich hinter den Markterwartungen zurückbleiben.

Bertelsmann will BMG Music, wo unter anderem Robbie Williams unter Vertrag steht, verkaufen. ( AP)
Bertelsmann will BMG Music, wo unter anderem Robbie Williams unter Vertrag steht, verkaufen. (Foto: AP)

In der CD-Sparte, die unter Konkurrenz durch Downloads im Internet leidet, dürfte der Umsatz demnach bereinigt um Währungseffekte um 15 Prozent einbrechen. Der weltweit drittgrößte Musikkonzern, der Stars wie Robbie Williams unter Vertrag hat, hatte bereits im vergangenen Monat eine Gewinnwarnung herausgegeben und einen Rückgang im Musikgeschäft von sechs bis zehn Prozent vorausgesagt. Nach einem schlechter als erwartet ausgefallenen Weihnachtsgeschäft zog der Konzern zudem personelle Konsequenzen. Die Führung des Musikbereiches übernahm Konzernchef Eric Nicoli selbst. Alain Levy, Musikchef seit 2001, und sein Vize David Munns mussten das Unternehmen verlassen. Die Einsparungen sollen größtenteils aus der Streichung von Fixkosten vor allem bei EMI Music und zu einem geringeren Anteil beim Musikverlag EMI Music Publishing kommen, hieß es im Januar. Darüber hinaus wurde ein Sparprogramm aufgelegt. Hier sieht sich EMI indes auf gutem Weg: Das angepeilte Einsparziel von 110 Millionen Pfund werde voraussichtlich rechtzeitig und in vollem Umfang erreicht. Die Märkte straften die Aktie nach der erneuten Hiobsbotschaft aus dem Hause EMI nun erneut ab: Das Papier brach um 13 Prozent ein und notierte zeitweilig mit 207 Pence so niedrig wie seit 16 Monaten nicht mehr. „Das ist eine gravierende Gewinnwarnung“, sagte Analyst Paul Richards von Numis. Laut Konzernmitteilung geht es besonders mit den Marktbedingungen in Nordamerika im laufenden Kalenderjahr rasch bergab. Das Plattengeschäft sei laut Marktforschungsinstitut Soudscan um 20 Prozent zurückgegangen. Experten hatten bislang einen Vorsteuergewinn von 202,2 Millionen Dollar vor Sonderposten erwartet. Nach der Gewinnwarnung gehen Analysten nun vom Schlimmsten aus: „Das wird sie in eine potenziell gefährliche finanzielle Lage bringen. Da brauchen sie verständnisvolle Banken“, sagte Analyst Anthony de Larrinaga von SG Securities. Das in der Branche enorm wichtige Weihnachtsgeschäft hatte sich für den Musikverlag als herbe Enttäuschung erwiesen: Hoffnungen auf potenzielle Bestseller-Alben wie „Rudebox“ von Robbie Williams oder das Beatles-Album „Love“ erfüllten sich nicht. Dank neuer Platten unter anderem von Norah Jones und Kylie Minogue stellte EMI aber dennoch ein erfolgreiches Jahr in Aussicht.

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