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Gewinnzone knapp erreicht: Commerzbank stolpert über Griechenland

von dpa und Kerstin Dämon

Die zweitgrößte deutsche Bank hat massive Verluste eingefahren: Abschreibungen auf griechische Anleihen vermasselten das Halbjahresergebnis. Zu allem Überfluss machen auch noch die Tochter Verluste und der Finanzchef geht.

Commerzbank-Filiale, Zentrale Quelle: dpa
Commerzbank-Filiale, Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main Quelle: dpa

Die Commerzbank ist nur knapp in die Gewinnzone gerutscht, die Prognose für den Rest des Jahres sieht nicht gut aus. Der Gewinn ging im Vergleich zum Vorjahr um 328 Millionen Euro zurück. Das operative Ergebnis im ersten Halbjahr betrug 1,2 Milliarden Euro. Damit hatten Analysten nicht gerechnet. Dabei konnte die Bank beispielsweise im Privatkundengeschäft und dem Bereich Osteuropa ihr operatives Ergebnis auf 2,1 Milliarden verdoppeln.

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Schuld sind griechische Staatsanleihen, die die teilverstaatlichte Bank gekauft hatte. Die Abschreibungen auf die Griechenland-Papiere liegen bei rund 760 Millionen Euro. In die Rechnung wurden auch Positionen miteinbezogen, die erst nach 2020 fällig werden.  Zudem machte die Commerzbank-Tochter Eurohypo einen Vorsteuerverlust von 871 Millionen Euro, das sind 656 Millionen Miese mehr als noch 2010.

Strutz geht

Ziemlich schlecht steht auch die Aktie der Bank da. Dieses Jahr hat das Papier bereits um 56,27 Prozent nachgegeben. Verglichen mit den anderen Dax-Konzernen ist das die schlechteste Performance.

Zu allem Überfluss geht nun auch noch der Finanzchef Eric Strutz. Strutz will seinen Vertrag nach März 2012 nicht verlängern. Er war seit April 2004 Mitglied des Vorstands der Commerzbank, zuvor arbeitete er als Leiter des Zentralen Stabs Konzernentwicklung und Konzerncontrolling. "Eric Strutz hat die Finanzen der Bank mit viel Erfahrung durch extrem schwierige Fahrwasser gesteuert, und er hat sich nicht erst dadurch einen exzellenten Ruf erworben", sagte Klaus- Peter Müller, Chef des Aufsichts. Der  Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, bedauert Strutz Ausscheiden ebenfalls: "Eric Strutz macht einen tollen Job", sagte er. "Ich habe sehr gut mit ihm zusammengearbeitet und finde es schade, dass er uns verlässt."

Weniger Risikovorsorge

Im heute veröffentlichten Halbjahresbericht der Bank gibt es jedoch auch positive Nachrichten: So rechnet die Bank mit dem Rückgang fauler Kredite. Für das Gesamtjahr plant die Commerzbank  mit einer Risikovorsorge für faule Kredite in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Bisher hatten die Experten des Instituts mit rund 2,3 Milliarden Euro Risikovorsorge kalkuliert.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.08.2011, 00:39 UhrAnonymer Benutzer: remo

    ich halte schon die Ueberschrift fuer tendenzioes. Oder hat die Autorin Aufwendungen (aus Wertberichtigung) und Ergebnis (Fakt ist, dass weder im Quartal noch im Halbjahr ein Verlust entstand) unabsichtlich verwechselt? Das waere allerdings genauso schlimm..

  • 10.08.2011, 17:46 UhrAnonymer Benutzer: Semmelboden

    ich finde, dass die Kritik an blessing so nicht gerechtfertigt ist. Er hat auch viele positive Seiten wie z. b.:
    Er trägt schöne Anzüge, hat einen kompetenten Vater, hat bei den Hauptversammlungen immer so schöne Schweißperlen auf der Stirn und ist lecker durchgeschwitzt, und er hat immer gut und gern mit Eric zusammengearbeitet.

  • 10.08.2011, 17:25 UhrAnonymer Benutzer: Aalt

    Ob Müller der richtige Lehrmeister ist, wage ich zu bezweifeln. Wer hat denn den Deal mit der Eurohypo eingefädelt? War das nicht die dicke Zigarre mit einem Michelinmännchen dahinter. Die Deutsche bank klopft sich jetzt noch auf die Schenkel vor lachen, dass sie dieses Milliardengrab an die Coba losgeworden ist.
    Also, wenn M. der Lehrmeister von blessing ist, muss man sich über den Verfall der gelben bank nicht wundern.

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