Gipfeltreffen: Umbau Telekom-Netz: Konkurrenten fordern längere Übergangsfristen und Ausgleichszahlungen

Gipfeltreffen: Umbau Telekom-Netz: Konkurrenten fordern längere Übergangsfristen und Ausgleichszahlungen

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Realisierung aller Kundenwünsche würde die Deutsche Telekom 3,6 Milliarden Euro kosten

Die geplante Abschaltung des traditionellen Telefonnetzes der Deutschen Telekom im Jahr 2014 ist auf scharfe Kritik der Telekom-Konkurrenten gestoßen und wird Thema eines Gipfeltreffens der Telefon-Konzerne in zwei Wochen sein.

Wie die WirtschaftsWoche aus Telekom-Kreisen erfuhr, hat Telekom-Vorstand Timotheus Höttges, zuständig für die Festnetzsparte T-Home, die Präsidenten der beiden Dachorganisationen, den Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) und den Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), für Anfang September zu einem Gespräch in der Konzernzentrale in Bonn eingeladen.

Wie das Magazin vergangene Woche aufgrund eines vertraulichen Papiers berichtet hatte, will der Konzern bis 2014 weite Teile Deutschlands mit Glasfasernetzen modernisieren, die traditionelle Telefonvermittlung durch nahezu vollautomatische Internet-Techniken ersetzen und rund 7000 der insgesamt 7900 Schaltstellen im gesamten Bundesgebiet schließen. Die Telekom-eigenen Kupfer- und Glasfaserkabel mit derzeit mehr als 1,8 Millionen Kilometern Gesamtlänge sollen dann nur noch in 900 hochmodernen, zentralen Hauptverteilern zusammenlaufen, die alle Verbindungen zwischen den Kunden der Telekom und der Konkurrenten schalten. Damit würden allerdings besonders die Telekom-Konkurrenten getroffen, die rund 4000 Schaltstellen der Telekom nutzen, um ihre eigenen Netze über Telekom-Leitungen mit den Endkunden zu verbinden (letzte Meile). Ihnen drohen Wertberichtigungen auch noch nicht abgeschriebene Übertragungstechnik in Höhe von rund einer Milliarde Euro.

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Wie das Magazin berichtet, sind die Konkurrenten derzeit gespalten, wie sie auf die geplante Abschaltung reagieren sollen. Die kleinen Gesellschaften wie Netcologne in Köln und M-Net in München, die bereits in den Bau eigener Glasfasernetze investieren, fordern von der Telekom Ausgleichszahlungen in Form eines Aufschlags von 0,8 Cent pro Minute auf jeden Anruf, der in ihre Netze geht.

Einen entsprechenden Antrag haben die beiden bereits bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Die bundesweiten Telekom-Konkurrenten, vor allem die Vodafone-Tochter Arcor, die spanische Telefongesellschaft Telefónica und der Kölner Internet-Anbieter QSC, wären bereit, auf Ausgleichszahlungen zu verzichten und fordern statt dessen längere Übergangsfristen beim Weiterbetrieb der Schaltstellen und einen fairen Zugang zum neuen Glasfasernetz der Deutschen Telekom. Die Übergangsfrist soll auf sieben Jahre verlängert werden.

Der Telekom-Vorstand lehnt Ausgleichszahlungen kategorisch ab. Das hat Festnetz-Chef Timotheus Höttges den Präsidenten der beiden Dachorganisationen, Peer Knauer (Breko) und Gerd Eickers (VATM), mitgeteilt: „Die Notwendigkeit von Kompensationen erscheint mir deutlich überzogen“, heißt es in einem Schreiben von Höttges, das der WirtschaftsWoche vorliegt. Das Treffen Anfang September in Bonn soll nun eine erste Annäherung in dem Streit um die Abschaltung des Telefonnetzes bringen.

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