dpa FREIBURG. Ausgerechnet Sebastian Deisler hat bei seinem „Heimspiel“ in Freiburg den FC Bayern München auf Titelkurs gehalten. Der 25-Jährige traf in der 52. Minute mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 1:0 (0:0) des Bundesliga- Tabellenführers beim abstiegsbedrohten SC Freiburg. Vor 25 000 Zuschauern im ausverkauften badenova-Stadion kam Deisler erstmals seit dem 16. Oktober von Beginn an zum Einsatz und zeigte in der Nähe seiner südbadischen Heimat eine gute Leistung. Für den Tabellen-Vorletzten Freiburg, der zum siebten Mal nacheinander gegen die Bayern verlor und am kommenden Mittwoch im DFB-Pokal an gleicher Stelle erneut auf den Rekordmeister trifft, wird der Kampf um den Klassenverbleib dagegen immer aussichtsloser. „Es ist ein bisschen schade, dass wir mit leeren Händen dastehen“, sagte SC-Trainer Volker Finke. „Die Mannschaft hat sehr lange viele Dinge gut umgesetzt.“ Erneut stand aber die Abschlussschwäche einem Punktgewinn entgegen: In nun 23 Bundesliga-Partien haben die Breisgauer gerade mal 18 Treffer erzielt. Für Bayern-Torwart Oliver Kahn gehört der insgesamt glanzlose Sieg „zu den Spielen, wo man die deutsche Meisterschaft liegen lässt oder mitnimmt“. Sein Coach Felix Magath freute sich nach dem ersten Auswärtssieg der Münchner im Jahr 2005 vor allem für Techniker Deisler. „Das Tor tut ihm gut und gibt ihm Selbstbewusstsein. Er will wieder in die Mannschaft kommen und ist dabei auf einem guten Weg.“ Magath setzte den beim Champions-League-Sieg gegen Arsenal London enttäuschenden Spielmacher Torsten Frings zunächst für Deisler auf die Bank. Zudem fehlte weiter Nationalspieler Michael Ballack wegen einer Muskelverletzung. Fast schon tragisch war der Auftritt von Mehmet Scholl: Erst in der 46. Minute eingewechselt, musste der frühere Nationalspieler das Feld nach 78 Minuten wegen eines Muskelfaserrisses schon wieder verlassen und wird zwei bis drei Wochen ausfallen. Bei den Gastgebern fielen neben dem rot-gesperrten Torwart Richard Golz auch die verletzten Lewan Zkitischwili, Samuel Koejoe und Alexander Iaschwili aus. Zudem wurde Sascha Riether, der Golz als Kapitän vertrat, wegen eines Innenbandrisses schon nach 28 Minuten ausgewechselt. Vier Tage nach dem 3:1 gegen den englischen Meister Arsenal ließen es die Münchner zunächst langsam angehen. Dennoch hatten sie die erste Großchance. Nach einem Pass von Claudio Pizarro narrte Roy Makaay SC-Abwehrmann Youssef Mohamad, zielte aber knapp an dem von Golz-Vertreter Julian Reinard gehüteten SC-Tor vorbei (14.). Auf der Gegenseite fischte Bayern-Keeper Oliver Kahn einen herrlichen 30-m- Freistoß von Soumeila Coulibaly aus dem Winkel (25.). Fünf Minuten später kam der zunächst konzentrierte und selbstbewusste SC durch Zlatan Bajramovic zu einer weiteren Chance, die erneut Kahn parierte. Kurz nach dem Halbzeitpfiff verpasste wiederum Makaay die Münchner Führung, als er nach einem Fehler von Schumann aus kurzer Distanz vorbeizielte. So war es Deisler vorbehalten, seine Elf auf die Siegerstraße zu führen. Nachdem er Freiburgs Andreas Ibertsberger elegant ausgespielt hatte, traf er mit einem strammen Schuss ins lange Eck. Nach 61 Minuten machte Deisler dann für den zunächst geschonten Frings Platz. Danach beschränkten sich die Münchner darauf, ihre Führung gegen die nun resignierenden Freiburger routiniert über die Zeit zu bringen.
Unternehmen: Glanzloser Sieg: Deisler schießt Bayern zum 1:0
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