Glasschleifer: Kristall-König Swarovski trotzt der Finanzkrise

Glasschleifer: Kristall-König Swarovski trotzt der Finanzkrise

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Markus Langes-Swarovski

Marcus Langes-Swarovski, der Vorstandssprecher des gleichnamigen österreichischen Kristallproduzenten, will der Finanzkrise trotzen - und setzt auf Expansion.

Herr Langes-Swarovski, Ihr Unternehmen produziert glitzernde Steine, Pinguine und Löwen aus Kristall. Wie verkauft man Dinge, die eigentlich kein Mensch braucht?

Wir sehen das natürlich etwas anders: Kristall ist Nahrung für die Seele. Insofern tut jedem Swarovski gut. Ein vierjähriges Kind ist von Kristallinterpretationen gleichermaßen fasziniert wie ein intellektueller Akademiker. Unsere Ambition ist es, die Leute stets aufs Neue zum Staunen zu bringen und zu inspirieren.

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In Zeiten der Finanzkrise werden viele Ihrer Kunden erst einmal auf das Staunen verzichten und lieber ihr Geld zusammenhalten.

Wir spüren die Finanzkrise natürlich auch – aber eher über den schwachen Dollar. Wir produzieren unser Kristall ausschließlich in Österreich, verkaufen es aber in mehr als 120 Ländern der Welt. Circa 70 Prozent unserer Umsätze werden in Dollar oder dollarabhängigen Währungen getätigt. Da unsere Kunden die Wechselkursschwankungen nicht unmittelbar in Preisanpassungen wiederfinden sollen, wirkt sich das natürlich auf unsere Profitabilität aus. Aber wir freuen uns dennoch über eine ständig wachsende Nachfrage.

Auch in den USA?

In Amerika läuft es gut. In den ersten Monaten haben wir beim Verkauf zugelegt. Was wir im Blick behalten müssen, ist eine mögliche Kreditkartenkrise. Aber erst einmal bleiben wir optimistisch.

Das heißt, Sie halten an Ihren Expansionsplänen fest?

Auf jeden Fall. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen insgesamt 2,56 Milliarden Euro um. Knapp zwei Milliarden Euro stammen aus dem Kristallgeschäft, der Rest entfällt auf unsere optischen Geräte und auf den Schleifwerkzeughersteller Tyrolit. Bis 2012 wollen wir mit der Kristallsparte knapp drei Milliarden Euro Umsatz erreichen.

Allein mit dem Verkauf Ihrer traditionellen Kristalle kommen Sie da nicht weit. Wie wollen Sie das Geschäft ankurbeln?

Wir wollen die Marke noch stärker auf Segmente ausdehnen, an die man nicht sofort denkt, wenn der Name Swarovski fällt. Gemeinsam mit dem französischen Kosmetikhersteller Clarins werden wir beispielsweise eine Swarovski „Beauty-Linie“ kreieren und weltweit vertreiben.

Was nutzt das, wenn Ihre Kunden Sie nicht erreichen? Ihr Filialnetz ist noch immer recht dünn.

In Anbetracht dessen, dass Swarovski über Generationen ein reiner Industriebetrieb und Zulieferer für die Mode- und Schmuckindustrie war, haben wir mittlerweile ein breites Vertriebsnetz geschaffen. Erst in den Neunzigerjahren haben wir damit begonnen, Swarovski in eigenen Geschäften zu präsentieren. Inzwischen betreiben wir über 750 Boutiquen in Eigenregie, darunter 44 in Deutschland. Hinzu kommen 550 von Partnern geführte Swarovski-Boutiquen weltweit. Bis 2012 wollen wir die Zahl unserer eigenen Geschäfte auf rund 1000 steigern.

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