MGM-Mirage-Chef Jim Murren hält die Talsohle der Krise in der Wüstenstadt für erreicht. Fraglich sei nur, ab wann es wieder aufwärts ginge. MGM-Mirage und der Großaktionär Kirk Kerkorian denken derzeit jedoch nicht über einen Verkauf irgendeines ihrer zehn Häuser am Strip nach, sagte Murren kürzlich in einem Interview.
Das liegt allerdings vor allem an zu niedrigen Angeboten, nicht an einer stabilen Finanzierung. Auch MGM hat in den ersten drei Monaten 20 Prozent Verluste geschrieben und verzeichnete einen Umsatzrückgang von etwa 1,9 auf nunmehr 1,5 Milliarden Dollar. Die Aktie verlor 2009 satte 53 Prozent ihres Wertes.
Ob der aktuelle Besucherrückgang und die sinkenden Zimmerpreise allein eine Folge krisenbedingter Sparsamkeit sind, bleibt abzuwarten. In Macau, eine Fährstunde von Hong Kong entfernt, entsteht seit der Integration der ehemaligen portugiesischen Kolonie 1999 in die Volksrepublik China ein weiteres Spielerparadies. Auf eigens aufgeschütteten Flächen sind Kasinos entstanden, die dem Las Vegas Strip in nichts nachstehen.
Las Vegas in Macau
Im Gegenteil, bereits 2006 erzielten die etwa 30 Kasinos in Macau einen höheren Umsatz als die „Sin City“ in der Wüste Nevadas. Doch eine echte Konkurrenz ist Macau nicht. Über achtzig Prozent der Besucher kommen aus China oder Hongkong in die einzigen legalen Kasinos der Volksrepublik. Nach dem Rekordjahr 2008 mit 30,18 Millionen Besuchern wird für das laufende Jahr ein Rückgang erwartet, vor allem, nachdem die chinesische Regierung die Besucherzahlen für ihre Bürger beschränkt hat.
Ihr Geld lassen die Gäste bei alten Bekannten. Las Vegas Sands etwa eröffnete 2004 das „Sands Macao“ und baute anschließend das „Venetian Macao“, das im August 2007 den Spielbetrieb aufnahm. MGM-Mirage betreibt seit Ende 2007 das „MGM Grand Macau“ und das „Wynn Macau“ sind die Wynn Resorts seit 2006 im Geschäft.
Das City of Dreams Casino Resort gehört der Melco Crown Entertainment Ltd., eine Kooperation des neuerdings nur noch drittreichsten Mann Australiens, James Packer, und Lawrence Ho, dem Sohn des chinesischen Kasinomoguls Stanley Ho. Innerhalb von 27 Tagen nach der Eröffnung am 1. Juni verzeichnete der Kasinokomplex eine Million Besucher.
Eine rasante Entwicklung wie in Macau zeichnet sich in Russland nicht ab. Zu weit von eigentlich allem entfernt liegen die Sonderzonen. Es mangelt zudem selbst an Straßen und Strom – vor allem aber an bauwütigen Investoren. In Moskau waren die Kasinos weitgehend in russischer Hand, und selbst wenn die Amerikaner nun ins Geschäft einsteigen wollten, zurzeit können sie sich keine großen Sprünge leisten.














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Alle Kommentare lesen04.07.2009, 23:44 UhrAnonymer Benutzer: Nilats Obermeier
Die Entscheidung der russischen Regierung war richtig, um den Sumpf auszutrocknen. Kasinos waren Geldwaschanlagen. Die 200.000 Leute sollen lieber in die reale Wirtschaft arbeiten gehen. Die Arbeitslosenquote liegt in Moskau unter 1%.
03.07.2009, 12:43 UhrAnonymer Benutzer: Oli
Die Russen hätten sich lieber um eine drastische Erhöhung der Alkoholsteuer kümmern sollen. 800.000 Wodka-Tote in Russland und 3 Millionen Alkoholiker richten mit Sicherheit mehr Schaden an als ein paar (reiche) Leute, die ihre Kohle in den Casinos in Moskau lassen.
03.07.2009, 10:32 UhrAnonymer Benutzer: Lilli
Es ist wirklich furchterregend!!!