GM-Insolvenz: General Motors erhält kräftigen Rückenwind aus Washington

KommentarGM-Insolvenz: General Motors erhält kräftigen Rückenwind aus Washington

Bild vergrößern

GM-Pickup bei einem Händler: General Motors hat sich nun in das US-Insolvenzverfahren nach Chapter 11 begeben

General Motors ist jetzt ein amerikanischer Staatskonzern. Die Obama-Regierung hat zwar beteuert, dass sie sich aus den täglichen Geschäften heraus halten will. Doch politische Entscheidungen werden maßgeblich dazu beitragen, ob die Sanierung gelingen kann.

In seiner Pressekonferenz gestern, an dem Tag, als sich General Motors (GM) unter den amerikanischen Gläubigerschutzparagrafen Chapter 11 flüchtete, machte US-Präsident Barack Obama nochmals klar, warum die USA nun größter Aktionär bei dem tief in die roten Zahlen gerutschten US-Autokonzern geworden sind. Die US-Regierung hält nun plötzlich einem Anteil von rund 60 Prozent an GM, rund zehn Prozent gehören dem kanadischen Staat. Obama begründete dies so: Man hätte auch weitere Kredite an GM geben können, doch das sei keine Lösung für die Probleme bei GM. Vielmehr sei die hohe Verschuldung ja eine der Ursachen der Krise gewesen, deshalb habe seine Auto Task Force nach einem anderen Weg gesucht.

Wahrscheinlich ist es tatsächlich die einzige Chance auf einen Neuanfang für GM, auch wenn viele Experten skeptisch sind, dass das Unternehmen in kurzer Zeit wie Phoenix aus der Asche aufsteigen kann. Sie spotten über „Obama Motor Corporation“, witzeln über den Präsidenten als Automanager des Jahres. Zu groß scheinen ihnen die internen Probleme, zu optimistisch die Prognosen, zu miserabel das Image der GM-Produkte, zu tief sitzend die Defizite in der Unternehmenskultur.

Anzeige

GM-Chef: "Wir müssen schnell sein"

Dennoch will GM-Chef Fritz Henderson in bereits zwei bis drei Monaten und nach einer radikalen Restrukturierung wieder den Schutz des US-Konkursrechts verlassen. „Wir müssen schnell sein“, so scheint das Mantra des neuen Vorstandschefs zu lauten, der sich der massiven Imageprobleme des Konzerns im entscheidenden nordamerikanischen Markt sehr wohl bewusst ist. Produkte und die Kunden müssten nun im Zentrum stehen. „An alle, die uns aufgegeben haben,“ so bettelt er fast, „gebt uns eine neue Chance.“

Deutlich länger werde es dagegen dauern, bis die Regierung und damit der US-Steuerzahler wieder aussteigen könne, das sei „eine Frage von Jahren“ sagt Henderson, auch wenn die Obama-Leute sagen, sie wollten die Verstaatlichung so schnell wie möglich wieder rückgängig machen und den Konzern voraussichtlich schrittweise wieder privatisieren. Ein  Börsengang der neuen GM-Aktien soll für einen Teil  bereits in sechs bis 18 Monaten stattfinden. Der Gesundheitsfonds der Automobilarbeitergewerkschaft, der seine Forderungen gegen GM gegen einen 17,5 Prozent-Anteil eintauschte, wird ebenfalls kein Interesse daran haben, auf ewig an GM beteiligt zu bleiben.

Politiker sorgen für vorteilhafte Rahmenbedingungen

Zwar beteuern dabei alle Beteiligten, dass sich die US-Regierung als Mehrheitseigentümer während dieser  Restrukturierungsphase und darüber hinaus nicht in die täglichen Geschäftsentscheidungen bei GM einmischen werden. „Wir sind nicht daran interessiert, GM zu führen,“ sagt der Präsident. Doch die Obama-Truppe in Washington wird alles daran setzen, die massive Stützungsaktion zum Erfolg werden zu lassen. Für politischen Rückenwind ist damit gesorgt. Bereits heute zeichnet sich ab, wie das aussehen könnte. So berichtete die Washington Post, dass das US-Finanzministerium beim Einstieg von Magna bei Opel zur Bedingung gemacht habe, dass Opel sowohl dem US-Markt als auch dem wichtigen chinesischen Markt fern bleibt - für das „Wall Street Journal“ ein Akt von „grobem Handelsprotektionismus“.

Die erst kürzlich verkündeten verschärften Regeln für den Spritverbrauch von Fahrzeugflotten der Hersteller enthalten eine nur mühsam verborgene Klausel, die den Verkauf von so genannten leichten Trucks fördert – eine Fahrzeuggattung, bei der die US-Hersteller immer noch dominieren, aber die alles andere als umweltfreundlich sind. Aus dem Kongress kommen zudem bereits Vorschläge, die ganz unverhohlen darauf zielen, den Kauf von Elektroautos wie dem Chevy Volt von GM zu fördern - etwa durch maßgeschneiderte Steuervorteile.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum GMs Vereinbarung mit den Gewerkschaften problematisch sein könnte

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%