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GM-Manager Whitacre: Der Mann der den Opel-Verkauf stoppte

von Oliver Voß

Edward Whitacre steht erst seit vier Monaten an der Spitze des GM-Verwaltungsrates. Von Autos hat er nach eigener Aussage "keine Ahnung". Trotzdem stoppte er den Opel-Verkauf und soll den Autobauer nun sanieren.

Edward Whitacre Jr., Quelle: AP
Edward Whitacre Jr., Vorsitzender des Verwaltungsrats von General Motors: "Keine Ahnung von Autos" Quelle: AP

Ihm gilt der ganze Zorn der Opelaner: GM- Verwaltungsratschef Edward Whitacre Jr. ist seit knapp vier Monaten der neue starke Mann an der Spitze des ungeliebten amerikanischen Mutterkonzerns. US-Präsident Barack Obama hatte den 68-Jährigen höchstpersönlich entsandt. „Von Autos habe ich keine Ahnung“, gestand der Ex-Telekommanager zum Amtsantritt. Das hinderte ihn aber nicht daran, beim in Deutschland erhofften Opel-Verkauf eine Vollbremsung hinzulegen.

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Der Texaner soll den weiter ums Überleben kämpfenden US-Autobauer wieder auf Kurs und auf Regierungslinie bringen. Schließlich ist der Staat nach Milliardenhilfen Mehrheitsaktionär. GM-Chefmanager Fritz Henderson (50) führt zwar das Alltagsgeschäft, musste aber letztlich auf den Beifahrersitz neben Whitacre rutschen.

Revolution bei General Motors

In TV-Spots setzt GM auf das unbeschädigte Image des Verwaltungsratschefs. Hendersons Zukunft hingegen gilt als offen. Bestes Beispiel: Die überraschende Opel-Entscheidung. Henderson hatte sich bis zuletzt für den Verkauf an Magna stark gemacht. Doch der für seinen Bulldozer-Stil bekannte, fast zwei Meter große Hüne Whitacre riss das Steuer an sich.

Für GM ist das eine Revolution. Früher nickte der Verwaltungsrat meist nur alles brav ab. Bewusst setzte die Regierung einen Branchenfremden mit anerkannten Entscheider-Qualitäten ans GM-Lenkrad. „Ein Ende der Inzucht-Kultur bei GM“, lobten Analysten.

„Big Ed“ war bis 2007 Chef des Telekom- Riesen AT&T, den er über Jahre hinweg wieder zur Nummer eins in den USA machte. Nun soll der frühere Pfadfinder-Präsident GM einen Weg in die Zukunft weisen. Langes Zaudern wird sich der für seine Ungeduld bekannte Whitacre nicht erlauben. Schon nächstes Jahr soll er GM wieder an die Börse fahren. Bei einem erfolgreichen Neustart von GM und Opel könnte Whitacre vielleicht auch in Deutschland wieder ein paar mehr Freunde finden. Zu seinem Geburtstag ausgerechnet an diesem Mittwoch dürfte der nun 68-Jährige eher keine Blumen aus den Opel-Werken bekommen.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.11.2009, 12:28 UhrAnonymer Benutzer: Müller

    Es war schon immer verwunderlich, wieso GM ausgerechnet die Einheit verkaufen will, die die Elektroantriebe im Konzern maßgeblich entwickelt hat und die Kleinwagenkompetenz hat. Darüber hatte man sich wohl in der Politik geistig hinweggesetzt. Dass Amerikaner den Russen bei dem Aufbau der eigenen Konkurrenz helfen sollen - das ging gar nicht. Ob man nun im Nachhinein schlauer ist - oder ob man es hätte kommen sehen können - soll jeder für sich selber beurteilen.

  • 04.11.2009, 21:47 UhrAnonymer Benutzer: Mark Mulligan

    Opel, besitz GMs seit mehreren Jahrzehnten, bleibt vorest in Händen des Konzerns, wie es immerhin sein solllte. Es wäre ein Fehler, GM mit einem Autozulieferer und eine russiche bank zu ersetzen. Die Zukunft sieht schon wieder heller aus für das angeschlagene Konzern. ich habe es nie verstehen können, wie sich die deutsche Seite so früh und stark auf eine einzige Lösung einigen könnten. Nicht gerade aufgeschlossen, Jungs! Und wie man ausgerechnet so leicht auf eine russische Lösung des Problems enden könnte, ist mir völlog undurchschaubar. Erinneren Sie sich nicht an die DDR? Waren die Russen als zuverlässige Parnter damals zu betrachten? ich habe die DDR besucht! Glaube nicht, Freunde! Das war eine obszöne Fallstudie. Viel lieber hätte ich selbstverständlich in amerikanishcen Händen bleiben wollen. Kurz gefasst: Manchmal sind Deutsche als undankbar zu schätzen.

  • 04.11.2009, 21:23 UhrAnonymer Benutzer: Bush

    ja GM wird wieder zurückkommen. Sonst hätte Obama ein Problem mit der Wartung seiner Flotte. Die Opelaner und die Politiker wollten schnell verkaufen was ihnen gar nicht gehört und jetzt bekommen sie zu recht die Quittung.

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