_

GM/Opel: Opel-Treuhänder Pfeil: Gleiche Bedingungen für GM schaffen

von Henning Krumrey

„Wenn das alles nicht nur Wahlkampfgeplänkel gewesen sein soll, dann sollte die Bundesregierung alle Unterstützung auch GM anbieten.“ Allerdings soll die Bundesregierung „warten, bis sie gefragt wird“, empfiehlt Pfeil, der als Vertreter der Bundesländer im fünfköpfigen Treuhand-Gremium sitzt.

„Auch Arbeitnehmer und Gewerkschaften müssen ihre an Magna gemachten Zusagen auch GM geben.“ Es mache keinen Sinn, dem bisherigen Eigentümer weniger entgegenzukommen als einem Investor. Gleichzeitig ist Pfeil sicher: „GM kriegt das hin. Erst recht, wenn es dieselbe Unterstützung bekommt, wie sie Magna zugesagt war.“

Anzeige

Besonders heftig kritisiert Pfeil den Betriebsratsvorsitzenden Klaus Franz. „Herr Franz, der Oberdemagoge, spricht von zigtausend wegfallenden Arbeitsplätzen“, empört sich Pfeil. „Bei Magna sollten 10.500 Arbeitsplätze wegfallen, bei GM sind es 11.000.“ Der geringe Unterschied sei auch kein Wunder, schließlich gebe es ja kaum ein eigenständiges Konzept der Austro-Kanadier. „Der Magna-Plan beruhte doch auf dem GM-Plan.“

Der Treuhänder findet es ungerecht, dass die Ursachen für die Opel-Probleme nur in den USA gesucht werden. Die schlechte Produktqualität vergangener Jahre sei doch nicht in Detroit entstanden, sondern in Rüsselsheim. Mehr noch: „Ich kann die Gewerkschaften nur fragen: Wie haben Sie das geschafft, so gute Sozialleistungen und Top-Tarife auszuhandeln, die immer über dem Metall-Tarifvertrag lagen? Gewerkschaften und Geschäftsleitung haben sich doch gedacht: Die Amis werden es schon bezahlen.“

Der Frankfurter Insolvenzverwalter hat großes Verständnis für die Entscheidung des amerikanischen Mutterkonzerns, Opel selbst zu behalten. Die Bundesregierung habe mit ihrer öffentlichen Erklärung, die Gewährung deutscher Staatshilfen sei nicht an die Entscheidung für einen bestimmten Investor gekoppelt gewesen, den Weg für GM erst eröffnet. „General Motors nimmt die Chance wahr, die ihr die Bundesregierung mit dem Brief an die EU-Kommission eröffnet hat.“ Die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte gefragt, ob politischer Druck zugunsten von Magna bei der Investorenentscheidung eine Rolle gespielt habe. Dies hatte die Bundesregierung verneint – schon weil die Unterstützung sonst ein Verstoß gegen die EU-Vorschriften gewesen wäre. Pfeil: „Nun muss die Bundesregierung die Hilfe auch GM gewähren.“

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.11.2009, 10:14 UhrAnonymer Benutzer: Naschfreudiger

    Wie denn das? An die windige, undurchsichtige, ausserdem bankrotte Russen-Sverbank alles, und an an den seit 80 Jahren im Wesentlichen gut bewaehrten alten besitzer garnichts?

  • 07.11.2009, 13:16 UhrAnonymer Benutzer: Ted Kugler

    Was ist an Opel soviel wichtiger als Audi, VW, Db, Porsche, bWM ?
    Es ist eine Marke, die in der Vergangenheit mit Rostlauben die Kundschaft vergrault hat. Die Zeiten des Manta sind vorbei.
    Es ist normal, dass schlechte Produkte irgendwann die Firma in den Abgrund ziehen . Alles andere Wäre Planwirtschaft und noch sind wir nicht ganz wieder in der DDR, auch wenn der Weg dahinführt.

  • 06.11.2009, 21:31 UhrAnonymer Benutzer: Quax

    Pfeil hat doch recht, gleiche Hilfe für alle oder am besten gar keine
    Hilfe. Oder müssen wir laufen wenn es keine neuen Opel mehr gibt.
    Und was ist eigentlich der Unterschied von Arbeitsplätzen bei Opel und anderen

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.