Gothaer Versicherungen: Banken-Pleitewelle würden Lebensversicherer nicht verkraften

Gothaer Versicherungen: Banken-Pleitewelle würden Lebensversicherer nicht verkraften

Eine größere Pleitewelle bei Banken würde die Branche der Lebensversicherer nicht überstehen.

„Es gibt keine Bank dieser Welt, deren Zusammenbruch dazu führen kann, dass die Gothaer pleitegeht. Wir haben allerdings schon ein systemisches Risiko, wenn vier oder fünf Banken in einem Land fallen. Niemand würde das überstehen“, sagte der Finanzvorstand der Gothaer Versicherungen Jürgen Meisch der WirtschaftsWoche laut Interview. Die enge Verquickung der Kreditwirtschaft mit der Assekuranz, die laut WirtschaftsWoche 64 Prozent der Gelder der Lebensversicherten in Bankpapieren angelegt haben, sieht Meisch kritisch: „Alles, was man an Banken gibt, ist unbesichert. Das ist in der Krise so klar geworden wie nie. Der sogenannte Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken war nach der Insolvenz von Lehman Brothers schon am Ende. Zur Rettung dieser in Deutschland sehr kleinen Bank musste sich der Sicherungsfonds damals Geld leihen. Insofern sollte man auf die Aussage „Schuldscheine sind besichert durch den Sicherungsfonds“ wenig geben.“

Die Gothaer selbst kaufe seit Jahren keine Schuldscheindarlehen mehr, so das Düsseldorfer Magazin. „Die Zinsen sind hier niedriger als bei Anleihen derselben Bank. Aber anders als bei Anleihen müssen Versicherer bei Schuldscheinen im Fall eines Kursverlusts in der Bilanz nichts abschreiben. Das ist der Hauptgrund, warum Versicherer seit Jahrzehnten in großem Maße diese Papiere kaufen“, so Meisch. Wenn jedoch „die Öffentlichkeit den Unterschied zwischen Schuldscheinen und Anleihen versteht, haben Schuldscheine keine Chance mehr.

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Das ist nur Kosmetik. Falls zum Beispiel die Zinsen stark steigen und alte Anleihen und Schuldscheine mit niedrigeren Zinszahlungen stark an Wert verlieren, dann belügt ein Versicherer sich und seine Kunden, wenn er den Schuldschein weiterhin zum alten Wert bilanziert“, so der 48-jährige Meisch, der vor seinem Antritt als Finanzvorstand des Gothaer Konzerns im April 2004 das deutsche Geschäft mit Zinspapieren bei der US-Bank Morgan Stanley leitete.

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