Großbank: JP Morgan sieht genügend Liquidität bei Unternehmen

Großbank: JP Morgan sieht genügend Liquidität bei Unternehmen

von Mark Fehr

JP-Morgan-Banker Emilio Saracho klagt über ein darbendes Geschäft, sieht europäische Unternehmen aber in glänzender Verfassung.

WirtschaftsWoche: Herr Saracho, Europas Politiker wollen Spekulanten stoppen. Steht das Geschäft von Investmentbanken wie JP Morgan vor dem Aus?

Saracho: Nein, der Handel mit Wertpapieren auf eigene Rechnung trägt mit weniger als einem Prozent nur geringfügig zu unserem Umsatz bei. Die Kernkompetenz von Investmentbankern ähnelt der von Maklern. Wir beraten Unternehmen, wenn diese an die Börse gehen, Anleihen herausgeben oder Übernahmekandidaten suchen.

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Was bringt das Verbot ungedeckter ‧Kreditausfallversicherungen für Staatsanleihen?

Der Ansatz der Politiker ist gut gemeint. Niemand soll vom Schaden eines anderen profitieren dürfen, indem er – als ganz simples Beispiel – das Haus seines Nachbarn gegen Feuer versichert. Doch es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass solche Finanzinstrumente mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften.

Haben sie denn überhaupt einen Nutzen?

Sie senken die Kosten und ermöglichen es, dass Geschäfte auf dem Primärmarkt zustande kommen. Niemand investiert derzeit in Staatsanleihen, wenn er sich nicht gegen Ausfälle schützen kann. Nach dem Verbot müssen zahlreiche Regierungen noch mehr Steuergeld für ihre Schuldzinsen ausgeben.

Droht Unternehmen wegen der höheren Kapitalanforderungen für Banken eine Kreditklemme?

Ich glaube nicht. Europas Unternehmen, insbesondere die in Deutschland, sind in ausgezeichneter Verfassung und vollgesogen mit Liquidität. Sie brauchen die Finanzierung durch die Banken daher nicht. Für einige kleinere Betriebe und Privathaushalte dagegen wird sich die geänderte Geschäftspolitik der Banken wie eine Kreditklemme anfühlen.

Da macht es doch Sinn, das Investmentbanking von den Spareinlagen und dem Kreditgeschäft zu trennen.

Das wird die Ursachen der Probleme nicht lösen. Es waren nicht die Investmentbankingsparten der Banken, die Milliarden in angeblich sichere Staats-anleihen gesteckt haben.

Wie entwickelt sich Ihr Europa-Geschäft?

In den vergangenen zweieinhalb Monaten war die Aktivität an den Kapitalmärkten sehr gering. Kein Unternehmen wagt in dieser Situation den Schritt an die Börse, und selbst potenzielle Bieter mit ‧hohen Barreserven halten sich wegen der politischen und ökonomischen Unsicherheit mit Übernahmen zurück. Die aktuellen Umsätze im Investmentbanking sind daher deutlich zurückgegangen. Bisher können wir das noch mit den Ergebnissen aus anderen Geschäftsbereichen ausgleichen.

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