Grün ist die dominierende Farbe nach der Europawahl in Griechenland - auch wenn die Ökologen nach den bisherigen Auszählungsergebnissen weit unter jenem Stimmenanteil blieben, den ihnen die Demoskopen in Aussicht gestellt hatten.
Bei rund acht Prozent rangierten die Ökologen-Grüne (OP) in den Umfragen, tatsächlich erhielten sie etwa 3,5 Prozent. Das ist weniger als erhofft, aber immerhin mehr als dreimal so viel wie bei der Europawahl 2004 - und vielleicht eine Basis für weitere Stimmengewinne bei künftigen Urnengängen.
Der eigentliche Wahlsieger heißt Geogios Papandreou: seine Panhellenische Sozialistische Bewegung (Pasok), deren Parteifarbe traditionell Grün ist, ging mit etwa 36,5 Prozent Stimmenanteil als stärkste politische Kraft aus der Europawahl hervor. Aber auch das ist weniger als die Pasok- Strategen gehofft hatten: denn der Vorsprung zu den regierenden Konservativen beträgt weniger als drei Prozent - die meisten Meinungsforscher sahen in den vergangenen Wochen die Pasok mit mehr als fünf Prozentpunkten in Führung.
Der konservative Premier Kostas Karamanlis hat zwar eine herbe Niederlage hinnehmen müssen. Mit 33,5 Prozent verlor er gegenüber der Europawahl 2004 fast zehn Prozentpunkte oder jeden vierten Wähler - eine Quittung für Filz und Vetternwirtschaft, Affären und Skandale. Aber drei Prozentpunkte Abstand zu den Sozialisten: das ist kein Rückstand, der sich nicht vielleicht doch noch aufholen ließe. Karamanlis versprach bereits in der Wahlnacht, er werde "Fehler korrigieren".
Viel Zeit bleibt ihm dafür nicht: die nächsten Parlamentswahlen in Griechenland werden voraussichtlich im nächsten Frühjahr fällig. Bis dahin bleibt es spannend.
Ein Aspekt muss allen griechischen Politikern zu denken geben: die gegenüber 2004 um mehr als elf Prozentpunkte auf 52 Prozent gesunkene Wahlbeteiligung signalisiert eine wachsende Verdrossenheit vieler Griechen mit den politischen Parteien.





















