Häfen: Deutsche Seehäfen wollen Einstieg von Rotterdam in Duisburg verhindern

Häfen: Deutsche Seehäfen wollen Einstieg von Rotterdam in Duisburg verhindern

von Reinhold Böhmer, Hermann J. Olbermann und Christian Schlesiger

Die deutsche Hafenwirtschaft hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble aufgefordert, einen Einstieg der Häfen Rotterdam und Antwerpen beim Duisburger Rheinhafen zu verhindern.

„Wir haben massive Bedenken gegen Beteiligungen der öffentlichen Hand ausländischer Seehäfen am Duisburger Hafen“, heißt es in einem Brief des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe(ZDS) an Schäuble, der der WirtschaftsWoche vorliegt. „Sie hätten damit die Möglichkeit, zugunsten ihrer privaten Hafenunternehmen Ladungslenkung in die Westhäfen zu unterstützen.“ Das bedeutet: Rotterdam und Antwerpen könnten die Waren, die in ihren Häfen ankommen, über Duisburg besser nach Süd- und Osteuropa verteilen.

Der Bund plant, seinen Drittelanteil an der Hafengesellschaft Duisport zu verkaufen. Rotterdam und Antwerpen haben Interesse angemeldet. Im an der Verkaufsentscheidung beteiligten Bundeswirtschaftsministerium gibt es nach Informationen der WirtschaftsWoche keine grundsätzlichen Bedenken gegen einen Einstieg.

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Der ZDS fordert den Bund dagegen auf, „durch aktive Strukturpolitik Einfluss auf die weitere Entwicklung im Ruhrgebiet zu nehmen. Die Hafeninfrastruktur in Duisburg sollte deshalb in öffentlicher Hand deutscher Gebietskörperschaften bleiben.“

Hafenkonzerne HHLA und Eurogate planen Terminals in ganz Deutschland

Der Terminalbetreiber Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und der Wettbewerber Eurogate wollen gemeinsam die Anbindung der Seehäfen in Hamburg und Bremerhaven ans Hinterland verbessern und planen deshalb den Bau von bis zu zehn Verteilerterminals im gesamten Bundesgebiet. HHLA und Eurogate haben dafür ein gemeinsames Unternehmen gegründet, bestätigte HHLA-Vorstand Sebastian Jürgens der WirtschaftsWoche. „Derzeit entwickeln wir die ersten Projekte“, sagte Jürgens. „In ganz Deutschland könnten es am Ende fünf bis zehn werden.“

Die Standorte der Verteilerterminals sollen möglichst an großen Flüssen liegen, um sie mit dem Schiff anfahren zu können. Zudem sind Bahnanschluss und gute Straßenanbindung möglichst über eine Autobahn Voraussetzung. Zwischen den Seehäfen und den Terminals sollen täglich Containerzüge in festen Takten verkehren.

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