Haiti-Spenden: Wie Betrüger die Hilfsbereitschaft der Deutschen ausnutzen

Haiti-Spenden: Wie Betrüger die Hilfsbereitschaft der Deutschen ausnutzen

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DRK-Hilfsgüter für Haiti stehen zur Verladung in eine Transportmaschine bereit

von Thomas Stölzel

Kriminelle nutzten die Hilfsbereitschaft der Deutschen nach dem Erdbeben in Haiti aus, um Spenden zu erschwindeln.

Die Vereinten Nationen sind zufrieden: 500 Millionen Dollar gingen binnen vier Wochen weltweit an Spenden ein für die Erdbebenopfer in Haiti. Die Hilfsbereitschaft haben allerdings auch Betrüger ausgenutzt, um Geld zu erschwindeln. Die amerikanische Bundespolizei FBI hat schon eine Sonderkommission eingesetzt, um falsche Sammler zu jagen. Auch in Deutschland sind Spendenbetrüger unterwegs, berichten sowohl das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als auch das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI), das durch die Vergabe von Spendensiegeln bekannt ist.

So hätten Unbekannte die „Internetseite des Deutschen Roten Kreuzes detailliert nachgebaut und die echte Spendenkontonummer durch eine eigene ersetzt“, sagt DRK-Sprecherin Svenja Koch. Die Organisation habe die Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Zudem zögen Betrüger mit Sammeldosen von Haustür zu Haustür und gäben sich als Mitarbeiter des DRK aus. In einem Fall hatte die Polizei in Potsdam ein Paar dabei erwischt. Ein misstrauischer Anwohner hatte die Beamten alarmiert. Das DZI berichtet von Kettenbriefen, in denen Betrüger in Thüringen zu Spenden aufriefen. Dem Landeskriminalamt zufolge haben sie darin eine deutsche Bankverbindung angegeben. Seit vergangenem Donnerstag ermittelt die Polizei Gotha in dem Fall.

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Falsche Spendenaufrufe in sozialen Netzwerken

Das amerikanische FBI entdeckte zudem in sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook falsche Spendenaufrufe. In diesen sind auch Millionen Deutsche aktiv. Ob Bundesbürger auf diese Aufrufe bei Facebook und Twitter hereingefallen sind, ist bisher unklar.

Wie weit verbreitet der Spendenbetrug in Deutschland ist, wollten weder DRK noch DZI schätzen. Einen Grund für die Betrügereien sieht DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke auch darin, dass die meisten Bundesländer ihr Sammlungsgesetz abgeschafft haben, das Spendenaktionen unter staatliche Aufsicht stellt. Solch eine Vorschrift gibt es nur noch in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie in Thüringen und in Mecklenburg-Vorpommern.

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