Halbjahreszahlen: Deutsche Post: Aufschwung macht Analysten euphorisch

Halbjahreszahlen: Deutsche Post: Aufschwung macht Analysten euphorisch

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Hauptquartier der Deutschen Post in Bonn

von Christian Schlesiger

Der Konzern legt morgen seine Halbjahreszahlen vor. Analysten erwarten einen Ergebnissprung - und höhere Prognosen für das Gesamtjahr.

Wenn Post-Chef Frank Appel morgen in Bonn die gelben Folien auf die Rückwand schmeißt, dann wird er wohl Positives verkünden können. Der wirtschaftliche Aufschwung schlägt sich auch in den Bilanzen des Konzerns nieder. Die Logistikbranche gilt als Frühindikator. Umsatz und Ergebnis werden daher steigen. Möglicherweise erhöht Appel auch die Prognose für 2010.Das wäre ein Erfolg. Zwischen 1,6 und 1,9 Milliarden Euro sollte das operative Konzernergebnis vor Einmaleffekten (Ebit) laut Deutsche Post ursprünglich liegen. Die Manager erwarteten bei der letzten Pressekonferenz im März, dass das Ergebnis im oberen Bereich liegen könnte. Möglich ist nun aber auch, dass Appel die Prognose für das Gesamtjahr morgen sogar anheben wird. Davon gehen einige Analysten aus und begründen dies mit den sehr guten Zahlen, die Konkurrent UPS in den vergangenen Tagen vorgelegt hat. Im Schnitt erwarten die von Dow Jones befragten Analysten mehr als zwei Milliarden Euro Ebit (bereinigtes operatives Ergebnis). Ein Grund dafür ist aber auch die Rückkehr in stillere Gewässer. Die Deutsche Post hat ihre größten Baustellen weitestgehend abgebaut. Vom amerikanischen Expressgeschäft sind keine bösen Überraschungen mehr zu erwarten. Selbst weitere Restrukturierungaufwendungen, die die Deutsche Post etwa für den Rückzug aus dem Express-Geschäft in Großbritannien und Frankreich angesetzt hat, könnten geringer ausfallen als die ursprünglich prognostizierten 350 Millionen Euro. Einige Analysten erwarten Aufwendungen in Höhe von rund 200 bis 250 Millionen Euro.

Briefgeschäft bleibt unter Druck

Der Boom ist also bei der Deutschen Post angekommen - zumindest in der Logistik. Die von Dow Jones befragten Analysten erwarten für das zweite Quartal steigende Umsätze bei Express (+14 Prozent), Spedition (+14) und Supply Chain (+3,8). Nur das Briefgeschäft leidet weiterhin: minus 1,6 Prozent beim Umsatz. Auch beim bereingten Spartenergebnis (Ebit) bleiben die Aussichten mit einem Minus von mehr als drei Prozent negativ. Die Sendungsvolumina im einst stabilen Briefgeschäft sinken dramatisch. Ob der im Juli lancierte E-Postbrief die Wende bringen kann, ist fraglich. Technische Fehler belasten den Marktstart. Zudem ist unklar, ob die Marketingoffensive der Deutschen Post bei den Bundesbürgern gut ankommt. Es haben sich zwar schon viele ihre Adresse gesichert, aber ob diese den E-Postbrief auch aktiv nutzen, ist ungewiss. Auch darauf muss Post-Chef Appel morgen Antworten geben.

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