Halbleiterbranche: Infineon mit Gewinn: Kein Grund zum Ausruhen

Halbleiterbranche: Infineon mit Gewinn: Kein Grund zum Ausruhen

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Am Firmensitz der Infineon Technologies AG in Neubiberg bei München

von Michael Kroker

Erstmals seit dem Geschäftsjahr 2003/04 konnte der Chiphersteller Infineon einen Jahresgewinn ausweisen. Im Vergleich zur Konkurrenz wirtschaften die Münchner freilich immer noch deutlich weniger rentabel.

Endlich, endlich - nach einer Durststrecke von insgesamt sechs Jahren mit teilweise tiefrot getränkten Bilanzen konnte Infineon-Chef Peter Bauer heute mal wieder eine frohe Botschaft verkünden: Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete der Halbleiterkonzern aus München - getrieben von einer boomenden Chipkonjunktur - einen Jahresüberschuss in Höhe von 660 Millionen Euro (das allerdings inklusive des demnächst in die Hände von Intel übergehenden Geschäfts mit Mobilfunkchips). Im Vorjahr schrieb der Konzern noch ein Minus in Höhe von 674 Millionen Euro. Damit erwirtschaftete Infineon erstmals seit dem Geschäftsjahr 2003/04 wieder schwarze Zahlen.

Nach noch längerer Durststrecke sollen zudem die viele Jahre von Verlusten und Skandalen geplagten Infineon-Aktionäre ihren Teil vom Gewinn abbekommen: Mit einer geplanten Ausschüttung von 10 Cent je Aktie zahlt der Chipkonzern erstmals seit zehn Jahren wieder eine Dividende. "Wir haben das Unternehmensportfolio konsequent auf weniger volatile und profitablere Geschäftsfelder ausgerichtet", klopfte sich Infineon-Chef Bauer selber verbal auf die Schulter.

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Ambitionierte Pläne sind nicht in Sicht

Doch gemach, gemach: Wirklich Grund zum Ausruhen nach dem erfolgreichen Turn-around haben Bauer und seine Mannen nicht. Denn im Vergleich mit der Konkurrenz innerhalb der Halbleiterbranche ist Infineon immer noch deutlich weniger profitabel. So beträgt die Bruttomarge des Konzerns, also das Ergebnis abzüglich der Umsatzkosten, auf Jahressicht knapp 38 Prozent; die operative Rendite (gemessen am Betriebsergebnis) liegt gerade mal bei knapp 11 Prozent (beides jeweils ohne die an Intel gehende Drahtlossparte). Zum Vergleich: Bei Weltmarktführer Intel betrug die Bruttomarge in den ersten neun Monaten dieses Jahres rund 66 Prozent, operativ erwirtschafteten die Amerikaner eine Marge von stolzen 36 Prozent.

Auf gut Deutsch: Intel - zugegebenermaßen das Maß aller Dinge in der Halbleiterindustrie - ist mehr als drei Mal so profitabel wie Infineon. Angesichts dessen müssen sich Bauer und sein Team schon die Frage gefallen lassen, wie sie gedenken, das Unternehmen wenigstens ein Stück weit in diese Richtung bewegen wollen. Zumal Infineon auch dank des Anfang 2011 wirksamen Verkaufs der Mobilfunksparte für rund 1,1 Milliarden Euro an Intel dann auf Barbeständen von fast 2,8 Milliarden Euro sitzen wird.

Doch irgendwelche ambitionierten Pläne - etwa die Übernahme eine größeren Wettbewerbers - sind bisher Fehlanzeige. Stattdessen hat das Unternehmen im Ausblick auf das kommende Jahr einen Umsatzanstieg von rund zehn Prozent und eine Segmentergebnis-Marge im mittleren 10-Prozent-Bereich prognostiziert. Eine aggressive Vorwärtsstrategie, wie sie nach Abschluss der jahrelangen Umbauarbeiten jetzt eigentlich fällig wäre, sieht anders aus. Das ist die eigentliche Enttäuschung rund um die auf den ersten Blck frohe Kunde des heutigen Tages.

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