Halbleiterhersteller: Einigung mit AMD ist Schnäppchen für Intel

KommentarHalbleiterhersteller: Einigung mit AMD ist Schnäppchen für Intel

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Intel-Prozessor

von Matthias Hohensee

Für relativ wenig Geld hat Intel-Chef Paul Otellini den Frieden mit AMD gekauft, der dem Wettbewerber das Überleben sichert. Aber zahlt der PC-Käufer drauf? Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Korrespondent Matthias Hohensee.

Wieder mal ein Punkt für die Zyniker. Bestechung scheint sich zu lohnen. Mindestens 60 Milliarden Dollar, so klagte der Computerprozessordesigner AMD noch bis vor kurzem, habe sein Konkurrent Intel seit Mitte der neunziger Jahre an zusätzlichem Profit eingefahren, indem es Computerhersteller- und Händler mit monetären und psychologischen Druck daran hinderte, Produkte von AMD in ihr Sortiment aufzunehmen. Bei vielen Käufern galten deshalb Computer mit „Intel inside“ als erste Wahl, schließlich musste es ja einen Grund geben, warum AMD-Rechner so selten in Geschäften zu finden waren.

AMD stützt sich bei den illegal angehäuften Profiten auf  eine Analyse des Beratungsunternehmens ERS Group. Selbst wenn man die Summe um die Hälfte kürzt, schließlich wurde sie von der Rechtsanwaltskanzlei von AMD in Auftrag gegeben und bezahlt: Die1,25 Milliarden Dollar, die Intel nun zahlt, damit AMD seine Wettbewerbsklagen fallen lässt, sind im Vergleich dazu ein Schnäppchen.

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Keine Alternative für AMD-Chef Schneider

Warum gibt sich AMD trotzdem zufrieden? Weil dessen Chef Dirk Meyer Denn AMD steckt finanziell in der Klemme. Allein im Geschäftsjahr 2008 häufte es bei Umsätze von 5,8 Milliarden Dollar Verluste von 3,1 Milliarden Dollar an. Seit 2001 hat die Firma rund acht Milliarden Dollar Miese eingefahren. AMD leidet nicht nur an den ruinösen Preiskriegen, die es regelmäßig mit Intel führen muss, sondern auch an den zu teuren Übernahmen der vergangenen Jahre. 2006 etwa verleibte sich AMD den Chipkartenherstellers ATI für 5,4 Milliarden Dollar ein. Ohne die Hilfe der Ölscheichs gäbe es AMD höchstwahrscheinlich nicht mehr.

Um Kapital zu beschaffen, gliederte AMD im Herbst 2008 seine Produktionssparte in das neu geschaffene Unternehmen GlobalFoundries aus, an dem sich die Investmentgesellschaft des Scheichtums Abu Dhabi beteiligte. GlobalFoundries fertigt nun – derzeit in Dresden - die Prozessoren, die AMD entwickelt. Es war ein kluger Schachzug, vor allem weil die Verhandlungen bereits abgeschlossen waren, als sich die ganze Misere der Bankenkrise abzeichnete. Dank seiner finanzkräftigen Partner kann AMD nun auf einen Fertiger zugreifen, in den eifrig investiert wird. GlobalFoundries Chef Doug Grose kündigte im September an, mit der Übernahme des Wettbewerbers Charted Semiconductor aus Singapur für 3.9 Milliarden Dollar zur Nummer 2 bei den Chipauftragsfertigern aufzusteigen.



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