Halbleiterindustrie: Neuer Infineon-Chef erfreut Börse mit Sparkurs

Halbleiterindustrie: Neuer Infineon-Chef erfreut Börse mit Sparkurs

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Der neue Infineon-Chef Peter Bauer will die Sparschraube beim Halbleiterhersteller künftig kräftiger anziehen

Der neue Infineon-Chef Peter Bauer macht unmittelbar nach seinem Amtsantritt mit einem verschärften Sparkurs Druck. Nur wenige Tage nach Übernahme des Postens von seinem zurückgetretenen Vorgänger Wolfgang Ziebart kündigte Bauer heute Kosteneinschnitte in der Produktion an - unter anderen durch verstärkte Fertigung im Ausland. An der Börse erntete er dafür starken Beifall.

Die Mitarbeiter des von Absatzkrisen gebeutelten Münchner Chipkonzerns müssen sich hingegen auf einiges gefasst machen. Die geplanten Kosteneinsparungen sollen vor allem durch stärkere Auftragsproduktion außer Haus in Asien erzielt werden. Außerdem will Bauer die Investitionsquote senken und die Verwaltung straffen. "Auf die Entwicklungszentren in Deutschland und Österreich kommt ein Deckel drauf", ergänzte er. Gestärkt werde die Entwicklung dagegen nur noch in Fernost und Osteuropa. Konkrete Einsparziele will er Ende Juli bekanntgeben.

Damit soll im kommenden Geschäftsjahr ein dreistelliger Millionenbetrag eingespart werden, sagte Peter Bauer an seinem dritten Amtstag auf einer Analystenkonferenz. So werde Infineon auch eine operative Rendite von zehn Prozent erreichen. Bauer holt damit die alte Margenprognose seines Vorgängers Ziebart wieder hervor, der sich nach mehreren Rückschlägen in der Telekommunikationschipssparte davon verabschiedet hatte.

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Börsianern begrüßten Bauers Ankündigungen. Die Infineon-Aktie kletterte knapp drei Prozent auf 5,83 Euro und setzte sich damit an die Spitze der Gewinnerliste im Dax. "Das Management hat für einige Klarheit gesorgt. Das ist positiv für die Aktien", erklärte UBS-Analyst Nikolas Gaudois. "Endlich gibt es mal positive Aussagen", sagte ein Händler.

Absage an Fusionsspekulationen

Fusionsspekulationen, die zuletzt den Infineon-Kurs gestützt hatten, erteilte Bauer allerdings eine Absage. Es stünden keine entsprechenden Entscheidungen an, sagte er. Der Rückzug seines Vorgängers habe nichts mit einem Streit mit dem Aufsichtsrat über Firmenzusammenschlüsse zu tun. Bauer betonte, der Aufsichtsrat werde sich nicht in das Tagesgeschäft einmischen. Mit der Situation vertrauten Kreisen zufolge hatte der einflussreiche Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley zuletzt am Vorstand vorbei ausgelotet, wie die Chancen auf ein Zusammengehen Infineons mit dem hoch verschuldeten niederländischen Chiphersteller NXP stehen.

Die Trennung von der Mehrheit an der zuletzt verlustreichen Speicherchiptochter Qimonda werde wie geplant in den nächsten Monaten erfolgen, bekräftigte Finanzchef Marco Schröter. Spätestens bis zur kommenden Hauptversammlung im Februar werde Infineon weniger als die Hälfte an der Tochter halten. Im Kerngeschäft will Infineon abgesehen von kleineren Zukäufen und der Trennung von Qimonda strategisch nichts ändern. "Wir haben nicht vor, unsere Produktbasis so zu verändern, dass eine komplett neue Infineon entsteht", sagte Bauer. Milliardenzukäufe gebe die Bilanz ohnehin nicht her. "Zurzeit sind keine großen Sprünge drin." Sollte Qimonda lukrativ verkauft werden, könnte sich das allerdings ändern.

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