Hamburger Hochbahn: Hanseaten greifen Deutsche Bahn an

Hamburger Hochbahn: Hanseaten greifen Deutsche Bahn an

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Günter Elste, Vorstandschef der Hamburger Hochbahn

von Christian Schlesiger

Der Stadtbahnbetreiber Hamburger Hochbahn will zum gefährlichen Gegner der Deutschen Bahn aufsteigen - durch die Hintertür.

Wer steht nicht alles Schlange! Frankreichs Staatsbahn SNCF, die kleine dänische Staatsbahn DSB, der französische Verkehrskonzern Veolia, dazu mehrere Finanzinvestoren – sie alle haben ein unverbindliches Angebot für die deutschen Bus- und Bahngesellschaften von Arriva abgegeben. Die Deutsche Bahn hatte den britischen Nahverkehrsbetreiber jüngt erworben, muss aber dessen Deutschland-Geschäft aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen.

Ausgerechnet einer aber fehlt auf der Bieterliste: Günter Elste, Chef der stadteigenen Hamburger Hochbahn, der in den vergangenen Jahren durch aggressives Wachstum im hiesigen Schienenpersonennahverkehr aufgefallen war.

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Die wichtigste Perle der Arriva-Gruppe

Die Abstinenz ist keine hanseatische Zurückhaltung, hinter ihr steckt Kalkül. Elste spekuliert auf eine alte Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und Arriva über die Bahngesellschaft Metronom aus Uelzen, die Arriva zu 31 Prozent gehört. Danach darf Arriva den Anteil an der ehemals landeseigenen Gesellschaft bis 2016 nicht ohne Zustimmung der Landesregierung an irgendeinen Bahnbetreiber weiterveräußern. Steigt ein Finanzinvestor bei den Deutschland-Ablegern von Arriva und somit bei Metronom mit ein, was eine wahrscheinliche Variante ist, dürfte das Land Niedersachsen von seinem Recht Gebrauch machen. Dann fiele die wichtigste Perle der deutschen Arriva-Gruppe wohl an die Hamburger Hochbahn. Elste stünde als großer Gewinner da – und als künftig gefährlichster Gegenspieler der Deutschen Bahn im Nahverkehr.

Der 61-Jährige, Herr über das 100 Kilometer lange U-Bahn-Netz der Hansestadt Hamburg, expandiert schon seit Jahren mit seiner Eisenbahn-Tochtergesellschaft Benex. Das Unternehmen verfügt über rund fünf Prozent Marktanteil in Deutschland. Und Elste will mehr. Sein Ziel heißt zehn Prozent, das entspräche rund 60 Millionen Zugkilometern pro Jahr und einem Umsatz von mehreren Hundert Millionen Euro jährlich. Bis 2015 will er das Ziel spätestens erreichen. Damit würde er sich vor Veolia und hinter der Bahn zur Nummer zwei in Deutschland aufschwingen.

Elstes Situation ist komfortabel. Der Markt habe sich "deutlich gedreht", sagte er vor wenigen Wochen. In den vergangenen Jahren habe sein Unternehmen bei fast jeder öffentlichen Ausschreibung im Nahverkehr teilnehmen müssen, um die Chance auf mindestens einen lukrativen Auftrag pro Jahr zu wahren. Heute könne er sich "fast aussuchen, welche Ausschreibung am besten in unser Portfolio passt".

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