Handel: Caparros: Rewe und Penny mit Umsatzplus von mehr als fünf Prozent

Handel: Caparros: Rewe und Penny mit Umsatzplus von mehr als fünf Prozent

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Caparros, 51, war für das Rewe-Auslandsgeschäft und die Discountkette Penny zuständig, bevor er im Dezember 2006 den Vorstandsvorsitz der Rewe Group übernahm. Der gebürtige Franzose begann seine Karriere bei dem Kosmetikanbieter Yves Rocher, wechselte 1994 zu Aldi und dirigierte den Schweizer Lebensmittelhändler Bon Appetit, den Rewe 2003 kaufte.

Rewe will Öffnungszeiten bis Mitternacht verlängern und hat Interesse an 380 Plus-Märkten. Auch die Kette Norma hat der Handelsriese im Visier.

Die Rewe Gruppe, nach Edeka der größte Lebensmittelhändler in Deutschland, hat im ersten Halbjahr einen Umsatzschub verzeichnet. „Wir sind momentan in einer recht komfortablen Situation: Bei Penny hatten wir im ersten Halbjahr einen Umsatzschub von rund fünf Prozent. In den Rewe-Märkten liegen wir deutlich über fünf Prozent“, sagte Rewe-Chef Alain Caparros der WirtschaftsWoche.

„Es gibt Monate, in denen wir zweistellig wachsen. Das ist fast schon beängstigend gut.“ Das überdurchschnittliche Wachstum für Caparros auf den einheitlichen Markenauftritt und verlängerte Öffnungszeiten zurück. „Vor allem haben wir die Öffnungszeiten nahezu flächendeckend bis 22 Uhr ausgeweitet. Momentan überlegen wir, ob wir noch einen Schritt weitergehen und unsere Läden in Einzelfällen noch länger – vielleicht sogar bis Mitternacht – öffnen.“ Die Hälfte des Wachstums gehe auf höhere Preise zurück, etwa bei Milch und Butter. Im nächsten Halbjahr rechnet Rewe allerdings nicht mehr mit einem ähnlichen Preisanstieg. „Jedenfalls nicht in diesem Tempo. Aber der Markt wird volatiler. Die starken Ausschläge, die wir schon bei den Milch- und Butterpreisen gesehen haben, werden zunehmen.“

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Caparros bestätigte das Interesse von Rewe am Kauf der 380 Plus-Märkte, die die Tengelmann-Gruppe als Auflage des Bundeskartellamtes für die Fusion der Ketten Plus und Netto abgeben muss.

„Wir prüfen die Märkte gerade. Es wäre natürlich sehr schön, wenn wir uns mit Tengelmann auf eine Übernahme verständigen könnten. Aber zuerst müssen wir von den Standorten überzeugt sein. Danach werden wir über die finanzielle Komponente sprechen.

Wir sind zwar zu einem fairen Angebot bereit, aber wir zahlen nicht jeden Preis.“ Allerdings zeige eine erste Prüfung, dass die Märkte attraktiv sind. „Wir haben die ersten Standorte bewertet und sind teilweise positiv überrascht von der Qualität. Wir müssen uns aber noch die Mietzahlungen und ähnliche Details ansehen, bevor wir entscheiden, ob und wie viel wir bieten. Klar ist: Rewe ist kein Resteverwerter.“ Auch an einer Einkaufskooperation mit den Tengelmann-Kaiser’s-Supermärkten zeigte sich Caparros interessiert: „Wir sind offen für neue Partner: Willkommen bei Rewe.“

Neben der Gründung von jährlich 150 bis 180 neuen Penny-Märkten bis 2013 bestätigte Caparros das Interesse an einer Übernahme der Kette Norma. „Bei Norma sehe ich Riesenchancen, aber zugleich auch Riesenprobleme. Strategisch wäre Norma für uns absolut top, aber es bleibt die Frage der Machbarkeit.“ Bislang habe es noch keinen Kontakt mit Norma-Gründer Manfred Georg Roth gegeben. „Ich glaube, das ist ein Prozess. Für Unternehmer wie Herrn Roth ist ihre Firma ihr Lebenswerk. Verkaufen kommt für sie nicht infrage. Ich würde mir sehr wünschen, mit ihm mal ein Gespräch über die Zukunft von Norma zu führen, aber die Bereitschaft dafür ist momentan nicht zu erkennen.“

Caparros: Eine neue Frauenzeitschrift kommt im Oktober: Auflage von 600.000 – Vorbild ist österreichische Kundenzeitschrift Maxima  

Die geplante Frauenzeitschrift der Rewe Gruppe wird erstmals im Oktober diesen Jahres erscheinen. Das kündigte Rewe-Chef Alain Caparros in der WirtschaftsWoche an. „Ab Oktober verkaufen wir die neue, monatlich erscheinende Zeitschrift in all unseren Märkten mit einer Druckauflage von 600. 000 Exemplaren. Damit bringen wir auf Anhieb eine der größten deutschen Frauenzeitschriften auf den Markt.“ Caparros bestätigte, dass das seit zwölf Jahren in Österreich erscheinende Frauenmagazin Maxima ein Vorbild ist. „Wir verlegen bereits in Österreich eine Frauenzeitschrift, die hervorragend läuft und mit Kupons und Rabattmarken auch zur Kundenbindung beiträgt. Das war unsere Blaupause.“ Wie bekannt hat Rewe die Medienfabrik Gütersloh mit der Produktion beauftragt. Der Preis soll bei 80 Cent liegen.

Caparros: Vorbild ist Umfirmierung der Rewe-Märkte  

Die Handels- und Touristikgruppe Rewe prüft die Bündelung ihrer Reisetöchter nach dem Vorbild der umfirmierten Lebensmittelmärkte unter einer Marke. Das sagte Rewe-Chef Alain Caparros der WirtschaftsWoche: „Bei den Supermärkten haben wir diese Vernetzung im vergangenen Jahr durch die einheitliche Benennung in Rewe geschafft. Derzeit überlegen wir, ob wir auch unsere Touristikgesellschaften wie Atlas Reisen, ITS und Dertour unter einer Marke bündeln“, so Caparros. „Dabei stehen wir aber noch ganz am Anfang.“ Dem Vernehmen nach sucht die Schweizer Markenagentur Interbrand bereits nach einem Namen für den Touristikbereich. Im Handel hatte Rewe im vergangenen Jahr einzelne Marken wie Minimal, HL, und Marktfrisch zugunsten eines einheitlichen Auftritts aufgegeben.

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