
Metro-Chef Cordes war voll in seinem Element. Gesegnet mit einem Charisma, das sonst nur bei Buchhaltern und Versicherungsmathematikern zu bestaunen ist, verkündete der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Handelskonzerns heute in Düsseldorf die Zahlen für das dritte Quartal.
Nüchtern im Ton brachte Cordes viele Analysten dennoch zum Staunen und spendete den verschreckten Investoren ein wenig Trost, nachdem Karl-Erivan Haub, Chef der Supermarktkette Tengelmann, der Handelsbranche jüngst das „schlimmste Weihnachtsgeschäft“ seit Jahren prophezeit hatte. Bei der Metro ist davon noch wenig zu spüren, die Umsätze und Gewinne des Konzerns stiegen im dritten Quartal und Cordes erwartet „weder ein phantastisches noch ein katastrophales Weihnachtsgeschäft“.
Der Handelsriese steigerte den Umsatz im dritten Quartal - wesentlich getrieben vom Auslandsgeschäft - um 6,7 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro. Auch in Deutschland stiegen die Erlöse um 2,4 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sonderfaktoren verbesserte sich um 6,3 Prozent auf 361 Millionen Euro.
Je trockener Cordes die Zahlen präsentierte, um so spannender wurde es: Das angepeilte Wachstum des Ergebnisses von sechs bis acht Prozent sei „weiterhin erreichbar“, sagte der Konzernchef, räumte zugleich aber Unsicherheiten für das kommende Jahr ein.
Hinter der Nebelwand
Die Investitionen des Konzerns werden vorerst auf rund zwei Milliarden Euro eingedampft. Ursprünglich wollte das Unternehmen deutlich mehr ausgeben. Einen genauen Ausblick für 2009 will der Handelskonzern zurzeit noch nicht veröffentlichen. Das Geschäftsumfeld liege noch „hinter einer Nebelwand“, begründete Cordes den Schritt. „Wenn sich der Nebel lichtet und wir keine Felsen sondern eine befahrbare Straße sehen, geht’s wieder weiter“.
Und so bleibt die wohl spannendste Frage unbeantwortet: Wie hart wird der Abschwung die Metro-Sparten treffen?
Die Elektronikketten Media Markt und Saturn, die ein wichtiger Wachstumsmotor sind, verzeichneten schon im dritten Quartal einen operativen Gewinnrückgang. „Wie sehen Bremsspuren – auch in Osteuropa“, sagte Cordes. Es gebe aber keine dramatischen Einbrüche. Cordes kündigte an: „Wir bereiten uns auf härter werdende Zeiten vor.“
Auch der geplante Verkauf der Warenhaustochter Galeria Kaufhof liegt wegen der Finanzkrise auf Eis. Der Konzern müsse Kaufhof nicht dringend loswerden, das sei kein „Fire Sale“, also kein Notverkauf, sagte Cordes.
Die Börse nahm die Zahlen positiv auf. Die Metro-Aktie stieg in einem positiven Marktumfeld um zehn Prozent und lag gegen 15 Uhr bei 25,57 Euro.













