590 Millionen Dollar für Meizu: Alibaba steigt bei Smartphone-Hersteller ein

590 Millionen Dollar für Meizu: Alibaba steigt bei Smartphone-Hersteller ein

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590 Millionen Dollar hat Alibaba in den Smartphon-Hersteller Meizu investiert.

Mehr als eine halbe Milliarde Dollar steckt Online-Gigant Alibaba in den kleinen Smartphone-Hersteller Meizu. Anders als Amazon will der Konzern aber keine eigenen Geräte herstellen.

Alibabas nächster Streich: Für 590 Millionen Dollar hat sich der E-Commerce-Riese eine Minderheitsbeteiligung am chinesischen Handyhersteller Meizu gekauft. Dies sei ein wichtiger Schritt in der Mobile-Strategie, mit der den Nutzern „eine größere Bandbreite an Angeboten und Erfahrungen“ gebracht werden soll, erklärte der Alibaba-Manager Wang Jian am Montag.

Anders als Amazon, das mit dem FirePhone 2014 ein eigenes Smartphone produzierte und am Markt scheiterte, wird Alibaba aber wohl erstmal nicht unter die Hersteller gehen. Das Unternehmen zielt darauf ab, sein eigenes  Betriebssystem stärker zu verbreiten.

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Die wichtigsten Bereiche von Alibaba

  • Tmall

    Die B2C-Plattform bietet seit 2008 Unternehmen die Möglichkeit, Produkte an private Endverbraucher zu verkaufen. Rund 70 000 Marken chinesischer und westlicher Hersteller sind gelistet, im Gegensatz zu Taobao werden dort keine Fälschungen gehandelt. „Tmall kann für ausländische Unternehmen sehr interessant werden, um chinesische Kunden zu erreichen“, sagt der in Peking ansässige Technologieexperte Bill Bishop.

  • Taobao

    Die Plattform für Privatgeschäfte ist das größte und wichtigste Alibaba-Feld. Sie ging 2003 online und funktioniert ähnlich wie der amerikanische Konkurrent Ebay. Auf Taobao treffen Konsumenten auf andere Konsumenten und Kleinunternehmer, im Gegensatz zu Ebay sind die Preise aber fest. Mitte 2012 waren 500 Millionen Nutzer registriert, damit zählt Taobao zu den 20 am häufigsten besuchten Web-Sites weltweit. 2012 lag das Verkaufsvolumen von Taobao und Tmall zusammen bei umgerechnet rund 125 Milliarden Euro.

  • Alipay

    Alipay ist das Online-Bezahlsystem von Alibaba und mit dem Ebay-Ableger Paypal vergleichbar. Ende 2012 waren dort 800 Millionen Nutzer registriert. Wie Paypal hat Alipay eine Treuhand-Funktion und überweist das Geld des Käufers erst an den Verkäufer, wenn die Ware eingetroffen ist. Alipay geht nicht mit Alibaba an die Börse.

  • Alibaba.com

    Die kommerzielle Handelsplattform ist die älteste Einheit des Konzerns und auf den internationalen Handel ausgerichtet. Sie war von 2007 bis 2012 schon einmal börsennotiert. 2012 waren dort 36,7 Millionen Unternehmen aus 240 Ländern registriert.

Mit dem vor drei Jahren vorgestellten YunOS wollte sich das E-Commerce-Unternehmen eigentlich viele neue Kunden auf dem boomenden Smartphone-Markt erschließen und seine eigenen Dienste und Websites befeuern. Viele Chinesen nutzen ihre Geräte auch zum Einkauf, die Kontrolle über das Betriebssystem kann ein wichtiger Schlüssel für die Platzierung von Inhalten und Angeboten für Kunden sein.

Doch die Umsetzung der Expansionspläne ist noch nicht weit gediehen. YunOS kommt derzeit auf einen Marktanteil von weniger als einem Prozent.

Meizu, auf dessen Smartphones bislang hauptsächlich eine angepasste Android-Version läuft, scheint ein geeigneter Partner zu sein, um die Software in Zukunft weiter zu verbreiten. Zwar zählt das Unternehmen nicht zu den Top-Herstellern in China und liegt mit seinen Absatzzahlen weiter hinter Xiaomi, Huawei oder Lenovo zurück. Branchenkenner sehen in dem Zwerg aber dennoch Potenzial.

Mit preisgünstigen Modellen richtete sich Meizu ähnlich wie Xiaomi nicht an Highend-Nutzer, sondern an die breite Masse und könnte schnell wachsen. „Meizu ist einer der besseren Smartphone-Hersteller auf dem chinesischen  Heimartmark. Es ergibt also Sinn für Alibaba, mit ihm zusammenarbeiten”, sagte Li Yujie, ein Analyst des RHB Research Institute in Hong Kong, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Aufstieg von Alibaba

  • Chinesischer Riese

    Chinas größter Online-Händler Alibaba will bei seinem Börsengang in New York alle Rekorde knacken. Ein Überblick.

    Quellen: rtr / Unternehmen

  • 1999

    Der frühere Englischlehrer Jack Ma gründet Alibaba mit 17 Mitstreitern in seiner Wohnung. Alibaba.com ist die erste Internet-Handelsplattform in China.

  • 2002

    Die Firma arbeitet bereits profitabel.

  • 2003

    Alibaba startet das Internet-Auktionshaus Taobao sowie das Online-Zahlungssystem Alipay.

  • 2005

    Yahoo steigt bei Alibaba ein und zahlt eine Milliarde Dollar für einen 40-Prozent-Anteil. Alibaba übernimmt Yahoo China. Quasi über Nacht ist Alibaba nun in fast allen lukrativen Internetbereichen stark.

  • 2007

    Alibaba.com geht am 6. November an die Hongkonger Börse. Die Plattform nimmt dabei 1,5 Milliarden Dollar ein.

  • 2011

    Alibaba gründet Ali Finance, einen Ableger, der klassische Dienstleistungen einer Bank anbietet.

  • 2012

    Alibaba.com gibt sein Listing an der Börse in Hongkong wieder auf, um den Weg für einen Mega-Börsengang des gesamten Konglomerats in den USA frei zu machen. Yahoo beginnt zudem damit, seinen Anteil an Alibaba zu verringern und hält seit September 2012 nur noch 24 Prozent.

  • 2013

    Alibaba ernennt Firmen-Urgestein Jonathan Lu zum Nachfolger von Konzernchef und -Gründer Ma. Ma begleitet sein Unternehmen nur noch als Verwaltungsratschef. Alibaba steigt zudem bei der chinesischen Twitter -Version Weibo ein und verschafft sich damit ein Standbein im rasant wachsenden Markt mit Internet-Netzwerken.

  • 2014

    Das chinesische Amazon -Pendant strebt an die New Yorker Börse. Aus einem 18-Mann-Betrieb hat Ma einen Konzern mit rund 25.000 Mitarbeitern und 300 Millionen Kunden geformt.

Mit dem Einstieg bei dem Smartphone-Hersteller setzt Alibaba seine umfassende Expansion in neue Marktsegmente weiter fort. Das Unternehmen, das in der Volksrepublik einen Marktanteil von 80 Prozent am Online-Handel hat, investierte ähnlich wie Amazon zuletzt in immer neue Geschäftsfelder, etwa Chat- und Kartendienste. Auch die Entwicklung im  Online-Handel will Alibaba vorantreiben und testet aktuell Drohnen, um Tee auszuliefern.

Geld für solche Experimente ist ausreichend vorhanden. Im Herbst 2014 legte Alibaba einen erfolgreichen Start an der Börse hin und arbeitet seitdem weiter profitabel. Wegen der Investitionen und hohen Einmalzahlungen ging der Gewinn zuletzt allerdings zurück. Während der Umsatz im von Oktober bis Ende Dezember laufenden dritten Quartal des Geschäftsjahres um 40 Prozent auf 4,2 Milliarden stieg, sank der Gewinn um 28 Prozent auf 964 Millionen Dollar.

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