AB Inbev und SABMiller: Das ist der neue Biergigant

AB Inbev und SABMiller: Das ist der neue Biergigant

von Andreas Toller und Stephan Happel

Megadeal unter Bierbrauern: Für rund 100 Milliarden Euro könnte Anheuser-Busch InBev die britische Brauerei SABMiller schlucken. Deren Aktionäre können sich freuen.

Die Fusionspläne

Nummer 1 schluckt Nummer 2: Die Fusion von Bier-Weltmarktführer Anheuser-Busch InBev, zu dessen Imperium Marken wie Beck's, Budweiser und Corona gehören, und seinem größten Rivalen SABMiller nähert sich einem Abschluss. Gerüchte über die Übernahme gab es seit Jahren. Mitte September wurden sie konkret. Doch SAB zierte sich, versuchte die Übernahme abzuwenden oder zumindest den Preis in die Höhe zu treiben. Nach einem verbesserten Angebot scheint der Deal nun perfekt: 43,50 Pfund pro Aktie hat Anheuser-Busch aus Belgien geboten, etwa 96 Milliarden Euro. Alles klar, grundsätzlich sind wir einverstanden, ließ die Briten von SABMiller daraufhin mitteilen. Gemeinsam kämen beide Unternehmen wohl auf einen globalen Marktanteil von mehr als 30 Prozent – wenn nicht noch Anleger oder Kartellbehörden querschießen. Dass die EU-Kommission als oberste Kartellbehörde Europas allerdings bei einer der größten Übernahmen aller Zeiten ein Wörtchen mitzureden hat, gilt als sicher.

Die wichtigsten Marken im Bier-Imperium von AB InBev

  • Deutschland

    Mit einem Platz Gesamtabsatz von 10,4 Millionen Hektoliter ist AB InBev die Nummer 2 unter den Bierproduzenten. In Deutschland vertreibt das Unternehmen unter anderem Marken wie Beck´s, Diebels, Franziskaner, Gilde, Hasseröder und

    Löwenbräu.

  • Europa

    Mehr als 200 Biermarken vertreibt AB InBev weltweit. Auch in den meisten Ländern Europas hat das Unternehmen lokale Marken im Angebot. dazu zählen Bass Pale Ale

    Belle-Vue

    Bergenbier

    Boddington´s Boddie

    Borsodi

    Boomerang

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    Diekirch

    Dommelsch

    Hertog Jan

    Hougaerdse Das

    Hoegaarden

    Jelen Pivo

    Jupiler

    Karmenitza

    Klinskoye

    La Bécasse

    Leffe

    Loburg

    Mousel

    Nik Gold

    Noroc

    Oland Export

    Oranjeboom

    Permskoye Gubernskoye

    Peeterman Artois

    Piedboeuf

    ??

    Rogan

    Shock Top

    Sibirskaya Korona

    Stella Artois

    Tolstiak

    Vieux Temps

    Yantar

  • Nordamerika

    Alexander Keith´s India Pale Ale

    Blue Star

    Budweiser

    Bud Light

    Busch

    Busch Light

    Cristal

    Kokanee

    Labatt Blue

    Lakeport Pilsener

    Natural Light

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    Rolling Rock

    Wild Blue

    ??

    Goose Island Harvest Ale

    Hop Hound

  • Lateinamerika

    Andes

    Antarctica

    Antarctica Original

    Baviera

    Bohemia

    Caracu

    Pilsen

    Quilmes Cristal

    Skol

    Corona Extra

    Estrell

    Leon

    Modelo

    Pacific

    Victoria

  • Australien

    XXXX

Die Aktien

Die Unsicherheiten über den Erfolg des Deals, sind auch an der Börse spürbar. In London stiegen die Aktien von SAB-Miller in Reaktion auf das Angebot um gut neun Prozent auf 39,60 Pfund. Damit blieben sie deutlich unter dem Angebotspreis. Gälte die Fusion als sicher, müsste sich der Kurs eher bei den 43,50 Pfund bewegen, die Anheuser-Busch bietet. Jetzt kommt es neben der Klärung der kartellrechtlichen Fragen darauf an, ob die SAB-Aktionäre die Offerte annehmen. Da allein die kartellrechtliche Prüfung Monate dauern könnte, ist das Angebot und das daraus resultierende Kursplus für viele Anleger auch eine gute Gelegenheit, das Papier zu verkaufen und Gewinne einzustreichen.

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Erfreulich ist aus Sicht der SAB-Aktionäre, dass ihnen in dem neuen Angebot auch eine Dividende zugesichert wird. Diese könnte bis zu weiteren 0,80 Pfund je Aktie betragen. Zudem gibt eine Wahlmöglichkeit für die SAB-Aktionäre: Die können ihre Aktien gegen Bargeld oder Geld kombiniert mit Anheuser-Busch-Aktien eintauschen. Bei der Barabfindung beträgt der Aufschlag gegenüber dem Kurs vom vergangenen Freitag 48 Prozent, wer Aktien beimischen will, bekommt einen Aufschlag von 33 Prozent. In beiden Fällen ein verlockendes Angebot. Anheuser-Busch-Aktien reagierten ebenfalls positiv auf das Übernahmeangebot. In Frankfurt und Paris lagen die Papiere des Brauereiriesen 1,2 Prozent im Plus. Anleger stimmt offenbar positiv, dass die Belgier endlich mit einer Offerte durchgedrungen waren. Analysten der Citigroup hielten auch nach Bekanntwerden der Übernahmepläne an ihrer Kaufempfehlung fest.

Die Kartellsorgen

Schon der Gedanke, dass bald jedes dritte Bier weltweit von einem einzelnen Brauerei-Giganten stammt, treibt Wettbewerbshütern die Sorgenfalten auf die Stirn. Die Markmacht des Bierkonzerns wäre besonders in einigen Teilmärkten gigantisch. In den Vereinigten Staaten kommt AB Inbev derzeit auf einen Marktanteil von 46 Prozent, SAB Miller von 28 Prozent. Beim Einkauf von Rohstoffen, bei der Beauftragung von Dienstleistern und bei der Belieferung von Kunden könnte der Bier-Riese seine ganze Größe ausspielen und die Konditionen zu seinen Bedingungen ändern. Will das Brauer-Duo den Deal durchziehen, wird es wohl Beteiligungen abstoßen müssen – vor allem in den USA.
Aus der Luft gegriffen ist die Angst nicht: Medienberichte zitieren Insider, denen zufolge es in den USA bereits Ermittlungen gegen Anheuser-Busch gibt, um zu klären, ob der Konzern seine Marktmacht missbraucht hat. Das US-Justizministerium gehe Vorwürfen nach, das Unternehmen habe Zwischenhändler gekauft, um den Vertrieb von Bieren kleinerer Brauereien einzuschränken.

Die Auswirkungen auf Deutschland

In der vermeintlichen Biernation dürfte die Fusion zunächst kaum auffallen. Zwar hat Anheuser-Busch neben Budweiser oder Corona mit seiner Tochter Becks’s eines der meistgetrunkenen Biere Deutschlands im Angebot. SABMiller, hierzulande vielleicht noch für Biere wie "Grolsch" und "Pilsner Urquell" bekannt, kommt jedoch nur auf einen sehr geringen Marktanteil.

Weiteres zum Bier

Insgesamt ist der heimische Biermarkt ohnehin fest in der Hand von deutschen Brauern: Veltins, Krombacher, Bitburger, Oettinger. Die Expansion in die von Anheuser-Busch und SABMiller besetzen Märkte dürften den Brauern jedoch künftig schwerer fallen.

Die Probleme der Brauereien

Der Druck in der Bierbranche ist groß: In den Industrieländern geht der Bierdurst allmählich zurück. Kleine Craft-Beer-Brauer machen den großen Brauereien zusätzlich Kunden abspenstig. Um überhaupt noch wachsen zu können, erweitern viele Anbieter ihr Sortiment, probieren sich an Mix-Getränken oder alkoholfreien Varianten aus.

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