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Abholstationen: Macht Amazon bald der Post Konkurrenz?

von Christian Schlesiger

Onlinehändler Amazon baut ein Netz aus Abholstationen auf - noch zu Testzwecken. Beobachter sehen darin einen ersten Schritt zum eigenen Zustellservice.

Amazon-Paket Quelle: REUTERS
Bislang versendet der Onlinehändler Waren über herkömmliche Zustelldienste wie UPS, Fedex, Deutsche Post und Hermes. Auch die „Amazon Locker“ in den USA werden noch von UPS und Fedex gefüttert - noch. Quelle: REUTERS

Die Ähnlichkeit mit den Packstationen der Deutschen Post ist frappierend: gelbe Farbe, zahlreiche Fächer, Touchscreen-Monitor. Mit dem „Amazon Locker“ baut der Internethändler aus den USA derzeit eigene Abholstationen auf und optimiert so den Versand der bestellten Waren. Noch testet der Konzern die Abholstationen in San Francisco, Seattle, New York und Washington DC. Hinzu kommt als einzige europäische Stadt London.

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Der Probelauf von Amazon dürfte von Logistikkonzernen weltweit argwöhnisch beäugt werden. Bislang versendet der Onlinehändler Waren über herkömmliche Zustelldienste wie UPS, Fedex, Deutsche Post und Hermes. Auch die „Amazon Locker“ in den USA werden noch von UPS und Fedex gefüttert. Doch das könnte Amazon theoretisch auch selbst irgendwann übernehmen. In Seattle testet der Konzern seit 2007 die Auslieferung von Lebensmitteln – mit eigener Wagenflotte.

Viel Geld in der Kasse
2012 setzte Amazon gut 61 Milliarden US-Dollar um (Vorjahr: 48 Milliarden), machte aber einen Nettoverlust von rund 30 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 631 Millionen Gewinn). Ein Überblick über Teile des Amazon-Imperiums...

Bild: dpa

Amazon könnte Zustellung eventuell günstiger organisieren

Amazon ist derzeit wohl zunächst daran interessiert, die Abholqualität für Großstädter zu optimieren. Für die Käufer, die sich ihre Waren an eine der zahlreichen „Amazon Locker“ liefern lassen, liegen die Pakete drei Tage lang in der Station und können rund um die Uhr abgeholt werden. Amazon informiert seine Nutzer per E-Mail und schickt einen mehrstelligen „Pick-up Code“, mit dem der Käufer seine Ware nach Eingabe in den Touchscreen abholen kann.

Doch Beobachter mutmaßen, dass Amazon mittelfristig auch Interesse an der eigenen Zustellung haben könnte. Das Sendungsvolumen dürfte für ein ausgewähltes Zustellnetz ausreichen. Wer schon mal beobachtet hat, wie etwa ein Zusteller der Deutschen Post eine Packstation auffüllt, stellt fest, dass das Amazon-Logo auf fast jedem vierten Paket und Päckchen prangt. Auffällig ist sonst nur der Online-Schuhhändler Zalando. Die Frage ist also, ob Amazon unterm Strich Kosten sparen würde, wenn die Ausgaben für externe Zustelldienstleister teilweise wegfallen, stattdessen aber eigene Personal- und Transportkosten hinzu kommen.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 31.08.2012, 20:15 Uhrskyjellyfetty

    In Stadten wie Berlin macht das sicher Sinn.Und eine weitere Alternative zur Post,die sich ja seit einiger Zeit als Bank begreift,kann ich nur begrüßen.

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