Abwicklung: Kunden werden Praktiker nicht vermissen

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KommentarAbwicklung: Kunden werden Praktiker nicht vermissen

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Die Baumarktkette Praktiker hat sich ins wirtschaftliche Jenseits rabattiert.

von Henryk Hielscher

Die Baumarktkette Praktiker erleidet das Schlecker-Schicksal und wird abgewickelt. So schmerzhaft der Schritt für die Beschäftigten auch ist, die meisten Kunden werden Praktiker nicht vermissen.

Was Experten schon vor Jahren prophezeit hatten, wird nun zur Gewissheit: Die Baumarktkette Praktiker hat sich ins wirtschaftliche Jenseits rabattiert. Den vom vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon beauftragten Investmentbankern ist es nicht gelungen, Investoren zu finden, die das Unternehmen als Ganzes fortführen wollen. Jetzt folgt der finale Abverkauf  und di e Zerschlagung, die Hoffnungen ruhen nun auf einem Verkauf der Schwestermarke Max Bahr.

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Wird jemand Praktiker vermissen?

Sicher, die Mitarbeiter. Sie trifft die Pleite - wie so oft - am stärksten.  Zwar dürften zahlreiche Praktiker-Standorte am Ende von Wettbewerbern übernommen werden, so dass etliche Filialbeschäftigte auf einen Folge-Job hoffen können. Doch für einen Großteil der 5.300 Beschäftigten sieht es finster aus - insbesondere für die Praktiker-Mitarbeiter in den Zentralen in Kirkel und Hamburg. Sie können nur darauf setzen, dass der Verkauf von Max Bahr gelingt und ein Investor zum Zuge kommt, der Interesse daran hat, zumindest einen Zentralstandort weiterzuführen.

Insolvente Baumarkt-Kette Praktiker verschwindet vom Markt

Die Baumarktkette Praktiker steht endgültig vor dem Aus und wird wohl zerschlagen. Dem vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon sei es nicht gelungen, einen Käufer für den Konzern zu finden.

Die Baumarktkette Praktiker steht nach einem Bericht endgültig vor dem Aus. Quelle: dpa

Doch auf Kundenseite hält sich das Bedauern in Grenzen. Die finalen Rabatte, mit denen die Regale in den Praktiker-Filialen jetzt  geleert werden sollen, dürften in den nächsten Tagen für einen letzten Ansturm von Schnäppchenjägern sorgen  und damit nochmals auf das Grunddilemma des Unternehmens verweisen: Die Marke Praktiker war allein auf den Preis fokussiert. Andere Gründe die Läden zu betreten fielen für Kunden über Jahre kaum ins Gewicht. Bei fast allen Befragungen rangierte die Marke Praktiker bei Themen wie Service und Beratungskompetenz denn auch abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze.

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Für Einzelhändler taugt das Scheitern von Praktiker - wie zuvor schon das von Schlecker - derweil als doppelte Mahnung: Finger weg von waghalsigen Expansionsprogrammen, die über teure Langzeitmietverträgen zu einer Dauerbelastungen werden. Finger weg aber vor allem von einer Überbetonung von Rabatten und Preisvorteilen. Klar, der Preis bleibt das entscheidende Einkaufskriterium - aber nicht das einzige.

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