Achenbach-Affäre: Insolvenzverwalter rechnet mit jahrelangem Verfahren

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Helge Achenbach

von Henryk Hielscher

Die Insolvenz der Achenbach-Gruppe wird die Gläubiger der Düsseldorfer Kunstberatung noch über Jahre beschäftigen.

„Das Verfahren steht erst am Anfang, und bei der Komplexität ist ein schneller Abschluss unrealistisch“, sagte Insolvenzverwalter Marc d’Avoine im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Ein durchschnittliches Insolvenzverfahren dauert im Schnitt etwa fünf Jahre. Bei den Achenbach-Verfahren rechne ich mit einem deutlich längeren Zeitraum.“ Als Begründung verweist d’Avoine auf den aufwendigen Verkaufsprozess von Kunstgegenständen und Fahrzeugen.

Zudem müssten Geschäfte innerhalb der Unternehmensgruppe untersucht werden. "Wir werden uns alle Verträge und Zahlungen sehr genau ansehen“, kündigte d’Avoine an. Die Frage von Leistung und Gegenleistung bei Geschäften zwischen den Unternehmen sei dabei von besonderer Brisanz.

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"Wir prüfen zudem Erstattungs- und Anfechtungsansprüche gegen Herrn Achenbach und die Geschäftsführer der Unternehmen", sagte der Insolvenzverwalter dem Magazin. „Es gibt einige Vorgänge, die klärungsbedürftig sind“. So stehe zum Beispiel die Frage im Raum, ob einzelne Gläubiger bevorzugt wurden, als die Insolvenz schon absehbar war. "Das sind zunächst nur Ansätze, denen wir nachgehen", betonte d'Avoine.

Der Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach sitzt seit dem 10. Juni 2014 wegen Betrugsverdacht in Untersuchungshaft. Zuvor hatte die Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht Anzeige erstattet. Achenbach soll dem Sammler Kunst und Oldtimer zu überhöhten Preisen vermittelt haben. In der Folge hatten Achenbachs wichtigste Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Die Anwälte des Kunstberaters bestreiten die Vorwürfe.

Ob das Vermögen der insolventen Achenbach-Unternehmen ausreicht, um die Forderungen der Gläubiger zu decken, ist fraglich. Den Wert der Kunstgegenstände taxiert der Insolvenzverwalter auf einen „einstelligen Millionenbetrag“. Dabei seien die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Werken enorm. „Die Spannbreite reicht von sechsstelligen Beträgen bis zu unter 1000 Euro“, sagte d’Avoine. „Die Unternehmen besitzen Werke bedeutender Künstler, deren Werte teilweise sechsstellige Regionen erreichen. Es gibt aber auch Bilder von Studenten, aus denen – anders als erhofft – keine neuen Stars der Kunstszene geworden sind.“

Geringe Erwartungen setzt d’Avoine in den Verkauf von Oldtimern. „Der Bestand an Fahrzeugen hat sich in den vergangenen Jahren stark vermindert. Wir reden über eine Handvoll Fahrzeuge, darunter keine Modelle, die zu Spitzenpreisen gehandelt werden“, so d’Avoine. „Das Oldtimer-Geschäft ist damit deutlich überschaubarer, als bislang spekuliert wurde. Entscheidend sind die Kunstwerke“, sagte er der WirtschaftsWoche.

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