Adidas: Sportkonzern widerspricht angeblichem Milliarden-Angebot an den DFB

Adidas: Sportkonzern widerspricht angeblichem Milliarden-Angebot an den DFB

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Adidas-Chef Herbert Hainer.

von Peter Steinkirchner

Eine Milliarde für die Verlängerung des Ausrüstervertrags der Nationalelf? Adidas-Chef Herbert Hainer hat den Spekulationen um das Milliarden-Angebot klar widersprochen.

Adidas-Chef Herbert Hainer hat Spekulationen, der größte Sportkonzern Europas sei bereit, für die Verlängerung des Ausrüstervertrags mit dem Deutschen Fußballbund womöglich eine Milliarde Euro für einen Zehn-Jahres-Vertrag locker zu machen, klar widersprochen. Diese Zahl stamme nicht von dem Unternehmen: „Wir haben nie eine Milliarde Euro geboten, diese Zahl stammt nicht von mir“, sagte Hainer am Mittwoch in München.

Tatsächlich sei der Konzern zwar bereits in Verhandlungen mit dem DFB. Allerdings gehe es dabei zunächst um die Rahmenbedingungen einer möglichen weiteren Zusammenarbeit zwischen dem Verband des amtierenden Weltmeisters und seinem jahrzehntelangen Ausrüster, sagte der Adidas-Boss. Über Zahlen habe man noch nicht gesprochen.

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Der Adidas-Konzern in Zahlen 2014

  • Umsatz

    11,116 Milliarden Euro (Vorjahr: 11,013 Mrd)

  • Betriebsergebnis

    927 Millionen Euro (Vorjahr: 1,157 Mrd)

  • Auf Anteilseigner entfallender Gewinn

    630 Millionen Euro (Vorjahr: 796 Mio)

  • Prognose für 2014

    währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich; Gewinn etwa 650 Millionen Euro

  • Prognose für 2015

    währungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich; Gewinn soll stärker steigen als die Erlöse

Der aktuelle Vertrag läuft noch bis zur WM 2018 in Russland; wegen der langen Vorlaufzeiten laufen die Verhandlungen über einen neuen Kontrakt jedoch bereits an. Aktuell zahlt das hinter dem US-Konzern Nike zweitgrößte Sportunternehmen der Welt dem DFB 25 Millionen Euro pro Jahr. Für Adidas lohnt sich der Deal - allein im vergangenen Jahr setzte der Konzern nach der gewonnenen WM mehr als zwei Millionen DFB-Trikots ab.

Allerdings verläuft das Geschäft mit den Leibchen zyklisch: Steht kein großes Turnier an wie etwa im laufenden Jahr, sacken die Absatzzahlen spürbar in den Keller.

Adidas und der DFB „Wir haben nie eine Milliarde angeboten“

Für Adidas-Chef Herbert Hainer ist es nur eine Frage von Monaten, bis Adidas seinen Vertrag mit dem DFB verlängert. Allerdings gibt es auch für den fränkischen Sportkonzern auch bei der Nationalelf Grenzen.

Adidas will auch weiter Ausrüster der deutschen Nationalmannschaft bleiben. Quelle: dpa

Adidas und der DFB verbindet eine lange Historie. Gründer Adi Dassler saß 1954 beim ersten WM-Erfolg des DFB am Spielfeldrand und versorgte Rahn und Co. mit seinen Stollenschuhen. „Natürlich hängt an der Verbindung auch Herzblut“, sagte Hainer daher, „aber wir sind auch unseren Aktionären gegenüber verpflichtet.“ Man sei daher auch durchaus bereit, „Dinge gehen zu lassen“. Wie das dann aussieht, habe das Unternehmen im Falle von Frankreich gezeigt, indem es den Kontrakt vor einigen Jahren hatte auslaufen lassen. Stattdessen übernahm Adidas-Konkurrent Nike die Equipe Tricolore. Die sah bei den jüngsten Turnieren im Nike-Dress zwar schick aus. Doch sportliche Erfolge blieben seitdem ebenfalls aus.

Adidas und Nike im direkten Vergleich

  • Umsatz

    Adidas: 14,5 Mrd. Euro

    Nike: 20,5 Mrd. Euro

    Geschäftsjahr 2014; Geschäftsjahr Nike endet 31.05.2015

    Quelle: Unternehmen

  • Gewinn

    Adidas: 568 Mio. Euro

    Nike: 1990 Mio. Euro

    Geschäftsjahr 2014; Geschäftsjahr Nike endet 31.05.2015

    Quelle: Unternehmen

  • Börsenwert

    Adidas: 11,8 Mrd. Euro

    Nike: 62,4 Mrd. Euro

    Geschäftsjahr 2014; Geschäftsjahr Nike endet 31.05.2015

    Quelle: Unternehmen

  • Mitarbeiter

    Adidas: 53.700

    Nike: 56.500

    Geschäftsjahr 2014; Geschäftsjahr Nike endet 31.05.2015

    Quelle: Unternehmen

Nike gilt auch heuer als Herausforderer der Herzogenauracher, dem es einige Euro wert sein dürfte, den Prestige-trächtigen Deal ausgerechnet im Heimatmarkt des Konkurrenten wegzuschnappen. Umgekehrt hat indes auch Adidas Nike zuletzt den Kontrakt mit dem englischen Verein Manchester United abspenstig gemacht. Adidas zahlt den Nord-Engländern für den Zehn-Jahres-Vertrag erfolgsabhängig die Rekordsumme von bis zu eine Milliarde Euro. Kein anderer Verein ist damit höher bewertet.

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Allerdings sorgt die Verbindung mit dem international sehr beliebten Klub Hainer zufolge auch für hohe Erträge bei den Franken - der Adidas-Boss kündigte erneut an, mit ManU-Produkten über die gesamte Laufzeit des Vertrags 1,5 Milliarden Euro umsetzen zu wollen. Bereits jetzt laufe das Geschäft gut an und der Drei-Streifen-Konzern werde bereits im ersten Jahr der Zusammenarbeit mehr als 120 Millionen Euro mit ManU-Artikeln umsetzen.

Daher zahle der Konzern für Vereinsmannschaften auch mehr als für Nationalteams, die ihrerseits wesentlich seltener zu Spielen antreten und entsprechend seltener in den Medien zu sehen sind. Mit einem Resultat im Vertragspoker rechnet Hainer wegen der Vorlaufzeiten der Branche innerhalb der kommenden sechs Monate.

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