Ahold und Delhaize: Milliarden-Fusion im Einzelhandel ist perfekt

Ahold und Delhaize: Milliarden-Fusion im Einzelhandel ist perfekt

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Die Einzelhändler Ahold und Delhaize fusionieren.

Der niederländische Einzelhändler Ahold, der auch in NRW eine Handvoll Albert Heijn-Filialen unterhält, schließt sich mit seinem belgischen Rivalen Delhaize zusammen. Mit der Fusion entsteht ein Riesen-Konzern.

Die Preisschlacht mit Discountern treibt den niederländischen Einzelhändler Ahold in eine Fusion mit dem belgischen Rivalen Delhaize. Wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten, entsteht damit ein Konzern mit 6500 Filialen und 375.000 Mitarbeitern. Die Ahold-Offerte bewertet Delhaize mit rund 9,3 Milliarden Euro. Mit einem Umsatz von rund 54 Milliarden Euro gehört das neue Unternehmen zu den weltweit 20 größten Einzelhändlern - in den USA rückt es auf Platz sechs vor und in den Benelux-Ländern ist es Branchenführer. Auf dem deutschen Markt ist Ahold lediglich mit einer Handvoll Filialen der Kleinmarktkette Albert Heijn to go in Nordrhein-Westfalen vertreten.

An der fusionierten Firma wird Ahold 61 Prozent halten. Mit den Albert-Heijn-Märkten ist die Supermarktkette daheim bereits Branchenprimus. In den USA betreiben die Niederländer die Geschäfte Stop&Shop sowie Giant. Zu Delhaize gehören die US-Ketten Food Lion und Hannaford.

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Die größten Discounter der Welt 2014

  • Nummer zehn

    Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erzielte 2013 einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro.

  • Nummer neun

    Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

  • Nummer acht

    Der US-Discounter Family Dollar verkaufte 2013 Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

  • Nummer sieben

    Auch der siebtgrößte Discounter der Welt findet sich auf der Iberischen Halbinsel: Biedronka stammt aus Portugal und wird von JMR Jerónimo Martins Retails betrieben. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

  • Nummer sechs

    Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

  • Nummer fünf

    Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

  • Nummer vier

    Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

  • Nummer drei

    Mit großem Abstand folgt der drittgrößte Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erzielte 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

  • Nummer zwei

    Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

  • Nummer eins

    Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

An der Börse büßten Delhaize-Papiere am Mittwoch mehr als vier Prozent ein. Einige Analysten sagten, die Belgier bekämen weniger Geld als gedacht. Mit einem Wert von 17,3 Milliarden Euro sind die Niederländer am Kapitalmarkt rund doppelt so groß. Seit Bekanntwerden der Fusionsgespräche Mitte Mai sind Ahold-Aktien mehr als zehn Prozent gestiegen, Delhaize-Papiere legten 20 Prozent zu.

Der deutsche Handelsriese Metro muss vor allem in den Benelux-Staaten mit einem verschärften Wettbewerb rechnen. Der Düsseldorfer Konzern ist in den Niederlanden und Belgien mit insgesamt 22 Großmärkten vertreten. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 107.

Hauptziel: Die Kosten müssen sinken

Ahold und Delhaize Unternehmen gelten seit langem als Fusionskandidaten und haben bereits einen Anlauf für einen Zusammenschluss hinter sich. Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch Discounter und niedriger Gewinnmargen in der Branche ist der Druck groß, Kosten zu senken, um gegen die Verhandlungsmacht der Marktführer Wal-Mart und Carrefour anzukommen. Ahold und Delhaize erwarten durch den Zusammenschluss Einsparungen von 500 Millionen Euro, vor allem in den USA.

Die Ahold-Offerte heizte an der Börse weitere Fusionsfantasien im Lebensmittel-Einzelhandel an: Aktien von Metro, Carrefour, Tesco, Sainsbury und Morrisons legten zwischen 0,4 und 2,9 Prozent zu.

HDE-Präsident Sanktjohanser "Bis zu 50.000 Läden werden verschwinden"

Der Präsident des Deutschen Handelsverbandes, Josef Sanktjohanser, sieht 50.000 Läden in Gefahr. Vor einem Gespräch mit Wirtschaftsminister Gabriel spricht er Klartext und fordert neue Regeln für Netzgiganten wie Amazon.

Josef Sanktjohanser Quelle: dpa

Die Transaktion soll Mitte nächsten Jahres über die Bühne sein. Ahold-Chef Dick Boer wird auch den neuen Konzern anführen. Delhaize-Chef Frans Muller, ein ehemaliger Metro-Vorstand, zieht ebenfalls in die Führungsriege des fusionierten Konzerns ein. Boer rechnet nicht mit Schwierigkeiten durch die Wettbewerbshüter. "Wir sind in den meisten unserer Märkte wirklich komplementär aufgestellt, das ist die Besonderheit dieses Zusammenschlusses." In Deutschland war zuletzt die Fusion von Edeka und Tengelmann am Veto des Bundeskartellamts gescheitert.

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