Air Berlin: Airline muss wohl weitere Langstreckenflüge streichen

Air Berlin: Airline muss wohl weitere Langstreckenflüge streichen

, aktualisiert 08. September 2017, 15:22 Uhr
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Die deutsche Airline hat schon zuvor angekündigt, Langstreckenflüge aus Berlin-Tegel schrittweise abzusagen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin muss wohl schon in der kommenden Woche weitere Langstreckenflüge streichen, behaupten Insider. Konkret soll es um Verbindungen aus Düsseldorf gehen. Das Unternehmen dementiert.

Frankfurt/BerlinDie ums Überleben kämpfende Fluggesellschaft Air Berlin muss Insidern zufolge womöglich schon kommende Woche weitere Langstreckenflüge aus dem Flugplan nehmen. „Als nächster Schritt werden weitere Langstreckenflieger von Düsseldorf aus am Boden bleiben müssen“, sagte ein Brancheninsider der Nachrichtenagentur Reuters. Ein zweiter mit den Vorgängen Vertrauter sagte, dass Langstreckenflüge von der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt aus voraussichtlich gekappt werden. Von dort bietet die Airline vor allem Verbindungen in die USA an. Das Unternehmen bezeichnete mögliche Streichungen bei der Langstrecke in Düsseldorf als Spekulation.

Air Berlin hat schon angekündigt, künftig alle Langstreckenflüge von Berlin-Tegel aus schrittweise abzusagen, sowie einzelne Strecken von Düsseldorf. Die insolvente Airline, die nur noch unter Aufsicht eines Sachwalters operieren kann, muss die Kosten drücken, damit sie den Flugbetrieb so lange aufrecht erhalten kann, bis sich Käufer gefunden haben. Die kurzfristigen Kurzstreckenangebote stabilisieren noch immer den Betrieb, hieß es in den Kreisen weiter.

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Bis zum 15. September sammelt das Unternehmen noch Gebote. Die Lufthansa hatte als erstes ihr Interesse angemeldet. Der deutsche Marktführer hat Insidern zufolge einen Plan vorgelegt, bis zu 90 der 144 Maschinen von Air Berlin einschließlich des Air-Berlin-Ferienfliegers Niki zu übernehmen. Komplett übernehmen kann Lufthansa Air Berlin aus kartellrechtlichen Gründen nicht.

Die Thomas-Cook-Tochter Condor wolle ein verbindliches Angebot in der kommenden Woche einreichen, hieß es in Branchenkreisen. Wie die Lufthansa sei Condor am Ferienflieger Niki und weiteren Flugzeugen samt Crews interessiert. Auch der britische Billigflieger EasyJet wird als potenzieller Käufer gehandelt, hat aber dazu bisher keine Stellung genommen. Der Gründer der österreichischen, bisher nicht insolventen Fluggesellschaft, Niki Lauda, wollte ein Angebot für Niki prüfen. Ins Rennen einsteigen wollen nach Durchsicht der Zahlen von Air Berlin voraussichtlich auch der Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl sowie eine Logistikfirma und ein Hostelbetreiber aus Berlin.

Nach dem bisherigen Zeitplan soll der Bieterkreis zügig eingegrenzt werden. Womöglich kann die nächste Gläubigerversammlung am 21. September schon entscheiden, welche Käufer einen Zuschlag bekommen. Die Lufthansa hat für den 26. September eine reguläre Aufsichtsratssitzung anberaumt, erklärte ein Sprecher. Im Fall eines Abschlusses könnte ein Kaufvertrag dann grünes Licht von den Kontrolleuren bekommen. Im Idealfall könnte Air Berlin bis Ende September als Ganzes oder in Teilen in neue Hände übergehen, wie es Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann anstrebte, sagte einer der Insider.

Quelle:  Handelsblatt Online
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