Air Berlin-Pleite: Verdi wirft Lufthansa Verantwortungslosigkeit vor

Air Berlin-Pleite: Verdi wirft Lufthansa Verantwortungslosigkeit vor

, aktualisiert 06. Oktober 2017, 19:51 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die Verhandlungen um Air Berlin laufen. Die Interessenten Lufthansa und Easyjet legen ihre Pläne für die insolvente Airline vor. Doch hinsichtlich der Beschäftigten wird Verdi ihnen mangelndes Engagement vor.

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Seit der Insolvenzmeldung gibt es eine Bieter-Schlachte um die Pleite Airline.

BerlinVerdi wirft Air Berlin sowie den Interessenten Lufthansa und Easyjet mangelndes Engagement für die Beschäftigen der insolventen Fluggesellschaft vor. Man habe zwar mit Air Berlin und deren Techniksparte einen Rahmentarifsozialplan ausgehandelt, erklärte die Gewerkschaft am Freitag. Damit seien die Voraussetzungen für eine Auffanglösung geschaffen. „Das absurde ist jetzt: Eine Transfergesellschaft ist nun möglich - allerdings fehlt das Geld, weil die Erwerber blockieren“, sagte Verdi-Bundesvorstand Christine Behle.
Sie kritisierte zugleich, dass Air Berlin nicht bereit gewesen sei, die Frage der Finanzierung einer solchen Einrichtung für die Belegschaft mit in die Verhandlungen mit Lufthansa und Easyjet zu nehmen. „Offensichtlich wurden die Verhandlungen durch den Druck der Erwerber an dieser Stelle blockiert. Das ist verantwortungslos.“

Air Berlin ist seit Mitte August pleite. Der Konzern verhandelt noch bis zum 12. Oktober mit Lufthansa und dem britischen Billigflieger Easyjet exklusiv über den Kauf von Teilen der insolventen Fluggesellschaft. Von beiden Interessenten war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Air Berlin lehnte einen Kommentar ab und verwies auf jüngste Äußerungen, wonach etwa 80 Prozent der Air Berlin-Beschäftigten gute Chancen hätten, bei den Erwerbern unterzukommen.

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Die geplante Transfergesellschaft soll Arbeitnehmer weiterbeschäftigen, die von möglichen Käufern nicht übernommen werden. Das Land Berlin hatte hier zwar Unterstützung beim Aufstellen einer solchen Lösung angeboten. Ein Sprecher des Senats sagte nun, die Erwerber hätten eine soziale Verantwortung und seien hier in erster Linie bei der Finanzierung am Zug. Verdi sieht den Tarifvertrag „nur als einen ersten Schritt hin zu einem Rettungsprogramm“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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