Alain Caparros: Rewe-Chef: Lebensmittelpreise bleiben stabil

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Rewe steigert seinen Umsatz - aber die Pferdefleisch-Skandale machen dem Handelskonzern zu schaffen

von Henryk Hielscher

Trotz gestiegener Rohstoffpreise für Nahrungsmittel rechnet Rewe-Chef Alain Caparros mit stabilen Lebensmittelpreisen.

Der Konkurrenzdruck lasse allenfalls moderate Preissteigerungen zu. „Aktuell ziehen wegen der außergewöhnlichen Witterungsbedingungen die Preise für Obst und Gemüse spürbar an. Das müssen wir auffangen, da für die Verbraucher der Preis immer noch das entscheidende Kaufkriterium bleibt und der Wettbewerb uns kaum Spielraum für Erhöhungen gibt“, sagte Caparros.

Rewe steigert Umsatz um fünf Prozent und will jeden Tag zwei Penny-Filialen modernisieren

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Der Handelskonzern bleibt weiter auf Erfolgskurs. „In den ersten Monaten lagen wir in Deutschland sowohl mit unserer Discount-Sparte Penny als auch im Vollsortiment – also vor allem den Rewe-Supermärkten – bei einem Umsatzplus von rund fünf Prozent. Das war mehr, als wir selbst geplant hatten“, sagte Caparros. Positiv entwickelt hat sich bei Rewe auch das Auslandsgeschäft. Caparros: „Bemerkenswert ist, dass es langsam auch in Krisenländern wie Rumänien und Bulgarien wieder aufwärts geht.“ Für das Gesamtjahr 2013 rechnet der Rewe-Chef mit „sehr vernünftigen Ergebnissen“. 2012 hatte die Rewe Group mit 49,7 Milliarden Euro einen Rekordumsatz erzielt.

Steigern will Rewe laut Caparros das Tempo bei der Modernisierung seiner Discount-Sparte Penny. „In diesem Jahr wollen wir 700 Penny-Märkte in Deutschland umbauen.“ Insgesamt will Rewe in diesem Jahr 1,5 Milliarden Euro investieren. Geplant ist damit auch die Neu-Eröffnung von rund 300 Märkten im In- und Ausland. Caparros: „Wir splitten unser Investitionsbudget also auf. Einen Teil des Geldes müssen wir in die Restrukturierung unserer Discount-Tochter Penny stecken. Der größere Part fließt aber weiter in die Supermärkte von Rewe in Deutschland und Billa im Ausland.“

Rewe will sich an Online-Unternehmen beteiligen

Rewe will sein Online-Geschäft massiv ausbauen. „Wir wollen innerhalb der kommenden Monate eine Art Inkubator für Startup-Unternehmen aufbauen und werden uns dabei auch an jungen Online-Firmen beteiligen“, kündigt Alain Caparros im Interview an. Das Unternehmen habe die Online-Entwicklung zu lange unterschätzt, räumt Caparros ein: „Vielleicht auch, weil uns als stationär geprägten Händlern die DNA für das E-Commerce-Geschäft fehlt.“ Das soll sich nun ändern. „Daher müssen wir ein Stück dieser Web-Kultur in unser Unternehmen implementieren“, gibt Caparros die Richtung vor. Geplant ist allerdings, dass der Online-Bereich autonom von den Konzernstrukturen arbeiten wird. Caparros: „Wohin der Online-Zug fährt, weiß niemand genau, wie schnell er fährt auch nicht. Ich weiß nur, dass wir an Bord sein müssen.“

Zudem will der Rewe-Chef den bereits bestehenden Online-Lieferservice für Lebensmittel ausbauen und den Bestelldienst von Frühsommer an auch in München anbieten. „In den Ballungszentren spüren wir inzwischen eine zunehmende Bereitschaft der Menschen, via Internet Lebensmittel zu bestellen“, so Caparros. In Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf und Frankfurt bietet Rewe bereits die Lieferung von zuvor online bestellten Lebensmitteln an.

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