Aldi: Discounter mischt Konkurrenz in Australien auf

Aldi: Discounter mischt Konkurrenz in Australien auf

Die Supermarktketten in Australien wollen dem Konkurrenten Aldi an den Kragen. Der erfolgreiche deutsche Discounter wehrt sich.

Der Discounter Aldi macht auch in Australien immer bessere Geschäfte. Unter dem Druck der Konkurrenz legten die Deutschen erstmals Zahlen über ihre Aktivitäten in dem Land vor. Mit mehr als 370 Läden an der australischen Ostküste hat das Unternehmen seinen Vorsteuergewinn zwischen 2010 und 2013 mehr als verdoppelt. Dies geht aus einer Aldi-Stellungnahme vor einem Steuerausschuss im Parlament in Canberra hervor, die am Montag bekanntwurde.

Chronologie: Der Aufstieg von Aldi

  • 1913

    Der Bäcker Karl Albrecht startet am 10. April 1913 den Verkauf von Backwaren im heutigen Essener Stadtteil Schonnebeck.

    Quelle: dpa

  • 1914

    Karl Albrecht und seine Frau Anna eröffnen im Essener Stadtteil Schonnebeck ein „Kaufhaus für Lebensmittel“.

  • 1945

    Nachdem Eltern das Geschäft um weitere Filialen erweitert haben, übernehmen die Söhne Karl und Theo Albrecht 1945 den Betrieb.

  • 1954

    Die Brüder entwickeln das Geschäftsmodell weiter. Das Stammgeschäft in Essen-Schonnebeck wird zum Selbstbedienungsladen. Die Kette wächst zudem weiter. 1960 hat das Unternehmen mehr als 300 Filialen.

  • 1960

    Das Unternehmen hat mehr als 300 Filialen.

  • 1961

    Die Brüder teilen das Filialnetz auf. Karl konzentriert sich auf den südlichen Teil (Aldi Süd) und Theo auf den nördlichen, Aldi Nord. Sie arbeiten aber weiter eng zusammen.

  • 1962

    Die erste Aldi-Filiale im Discount-Prinzip wird eröffnet.

  • 1967

    1967 folgt der erste Schritt ins Ausland. Aldi Süd übernimmt das österreichische Handelsunternehmen Hofer. 1976 startet Aldi Süd in den USA. Wenige Jahre später steigt auch Aldi Nord mit der Übernahme von Trader Joe's in den US-Markt ein.

  • 1980er Jahre

    Einführung der Aktionstage. Aldi Süd führt Kühltheken für den Verkauf von Frischprodukten ein.

  • 1998

    Aldi Süd nimmt u.a. Tiefkühlprodukte ins Sortiment auf.

  • 2009

    Aldi Süd beginnt mit der Aufstellung von Backstationen.

  • 2010

    Aldi-Mitbegründer Theo Albrecht (Aldi Nord) stirbt im Alter von 88 Jahren.

  • 2011

    Aldi Nord führt ein neues Laden-Konzept mit Backstationen ein. Beginn der europaweiten Modernisierung des Filialnetzes.

  • 2014

    Aldi-Mitbegründer Karl Albrecht stirbt mit 94 Jahren.

  • So mächtig ist Aldi heute

    Mit ihrem Discount-Prinzip haben die Gebrüder Albrecht den Lebensmittehandel revolutioniert und ihre Unternehmen einen enormen Erfolg beschert. Das Forschungsinstitut EHI schätzt den Nettoumsatz von Aldi Süd im Jahr 2013 auf 13, 8 Milliarden Euro, den von Aldi Nord auf 10 Milliarden. Aldi Süd verfügt allein in Deutschland über rund 1830 Filialen, Aldi Nord über mehr als 2400. Weltweit kommen Aldi Nord und Aldi Süd zusammen auf insgesamt über 10.000 Filialen und rund 66,8 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Die traditionellen Supermarktketten Woolworths und Coles betrachten den Rivalen mit Argwohn. Aldi ist seit 2001 in Australien und hat dort inzwischen einen Marktanteil von elf Prozent und 9000 Mitarbeiter. Der Chef des Coles-Besitzers Wesfarmers, Richard Goyder, hatte im Juni verlangt, dass die Steuerzahlungen von Aldi unter die Lupe genommen werden sollten. Das Unternehmen ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach australischem Recht und muss seine Zahlen deshalb nicht offenlegen.

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Die größten Discounter der Welt 2014

  • Nummer zehn

    Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erzielte 2013 einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro.

  • Nummer neun

    Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

  • Nummer acht

    Der US-Discounter Family Dollar verkaufte 2013 Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

  • Nummer sieben

    Auch der siebtgrößte Discounter der Welt findet sich auf der Iberischen Halbinsel: Biedronka stammt aus Portugal und wird von JMR Jerónimo Martins Retails betrieben. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

  • Nummer sechs

    Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

  • Nummer fünf

    Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

  • Nummer vier

    Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

  • Nummer drei

    Mit großem Abstand folgt der drittgrößte Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erzielte 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

  • Nummer zwei

    Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

  • Nummer eins

    Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

Aldi Australien steigerte seinen Gewinn vor Steuern nach diesen Angaben zwischen 2010 und 2013 von 121 auf 261 Millionen australische Dollar (81 auf 174 Mio Euro nach aktuellem Kurs). Der Discounter habe die übliche Steuerrate von rund 30 Prozent gezahlt und damit 82 Millionen australische Dollar an Steuern, schrieb Aldi-Australasia-Chef Thomas Daunt in einem Brief vom 3. Juli 2015 an den Ausschuss. „100 Prozent unserer Gewinne haben wir wieder in Australien investiert“, betonte Daunt. Aldi Australien gehört zur Aldi-Süd-Gruppe.

weitere Artikel

Daunt will die Konkurrenz weiter in Schach halten. Das Unternehmen plane 120 neue Läden in Süd- und Westaustralien mit rund 2000 neuen Jobs. Er verwies auf eine Untersuchung der Verbraucherorganisation Choice vom Juni, wonach ein typischer Einkaufskorb bei Aldi bis zu 50 Prozent billiger sei als bei anderen Anbietern. Aldi greift derzeit auch auf anderen Auslandsmärkten - etwa in Großbritannien und in den USA - verstärkt einheimische Einzelhändler an.

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