Aldi gegen Lidl: Das Online-Duell der Discounter

Aldi gegen Lidl: Das Online-Duell der Discounter

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Wie schlagen sich die Discounter Aldi und Lidl im Online-Duell?

von Henryk Hielscher

Im deutschen Lebensmitteldiscount sind sie das Maß aller Dinge. Doch wie schlagen sich Aldi und Lidl im Netz? Und welcher der ewigen Rivalen liegt Online vorn?

Im deutschen Lebensmitteldiscount ist die Rollenverteilung eigentlich klar: Aldi ist der unangefochtene Marktführer. Kein Discounter macht in Deutschland mehr Umsatz als der einst von den Brüdern Karl- und Theo Albrecht vom Tante-Emma-Laden zum Billigprimus gepäppelte Doppelkonzern.

Einzig Lidl gilt als satisfaktionsfähig. Vom beschaulichen Neckarsulm aus gibt der Rivale seit 1973 den ewigen Aldi-Jäger. Ein Netz von deutschlandweit 3200 Filialen hat der Konzern gegen das Billigbollwerk aus Essen und Mülheim in Stellung gebracht.

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Die größten Lebensmittelhändler Deutschlands

  • Platz 10

    Bartells-Langness

    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 3,09 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 9

    Globus

    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 3,23 Milliarden Euro

  • Platz 8

    Rossmann

    Umsatz mit Lebensmitteln in Deutschland: 5,18 Milliarden Euro

  • Platz 7

    dm

    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 6,33 Milliarden Euro

  • Platz 6

    Lekkerland

    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 8,98 Milliarden Euro

  • Platz 5

    Metro (Real, Cash & Carry)
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 10,27 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 4

    Aldi (Nord und Süd)
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 22,79 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 3

    Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland)
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 28,05 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 2

    Rewe-Gruppe
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 28,57 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 1

    Edeka (inkl. Netto)
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 48,27 Milliarden Euro

    Quelle: TradeDimensions / Statista

Die Kontrahenten schenken sich nichts: Gnadenlos werden Preise gedrückt, regelmäßig Filialen verschönert, um - je nach Perspektive - die Vorherrschaft zu behaupten, oder aber sie zu erobern. Bisher konnte Aldi den Vorsprung in Deutschland verteidigen - zumindest offline. Doch wie schlagen sich die Discountriesen in Sachen E-Commerce?

Gemeinsam mit Online-Experten hat die WirtschaftsWoche Online das Web-Engagement der Billigheimer unter die Lupe genommen und dabei drei zentrale Faktoren untersucht: Die Reichweite der Marken im Netz, die generelle E-Commerce-Ausrichtung der Unternehmen und die Sichtbarkeit ihrer Websites im Netz. 

Die Reichweite

Dass die Hackordnung im Netz durchaus anders aussieht als die in den deutschen Fußgängerzonen, zeigen Daten des US-Internetmarktforschers Comscore. „Bei der Onlinereichweite liegt Lidl knapp vor Aldi“, sagt Comscore-Experte Milan Dolinar. „Insgesamt rund 27,3 Millionen Nutzer besuchten zwischen Januar und Juli das Online-Angebot von Lidl“, so Dolinar. „Bei Aldi registrierten wir im gleichen Zeitraum 24,3 Millionen Besucher.“ 

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Die beiden Discounter zählen damit in Deutschland zu „den 15 reichweitenstärksten Handelsunternehmen im Netz“, so Dolinar, auch wenn Amazon, Ebay und Otto die Liste mit deutlichem Abstand anführen. Dass Aldi überhaupt in der Riege auftaucht, verwundert. Denn die Strategie des Billigprimus‘ und seines schärfsten Konkurrenten unterscheiden sich fundamental.

Die Strategie

Schon beim ersten Blick auf die Online-Shops von Aldi und Lidl ist das kaum zu übersehen. Wer die Lidl-Seite ansteuert wird zunächst von einem Wust an Bildern und Steuerelementen erschlagen. Prospekte und die aktuellen Filial-Angeboten lassen sich herunterladen. Aber auch ein klassischer Online-Shop für diverse Sortimentsbereiche findet sich auf der Seite, wenn auch reichlich versteckt und alles andere als übersichtlich gestaltet.

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Billigkönig Aldi betreibt in Deutschland hingegen nur einen rudimentären Onlineshop mit Services wie Reiseangeboten, Blumen- oder Fotobestellungen. Das Gros der Webnutzer dürfte sich vor allem für die auch online verbreiteten aktuellen Aldi-Prospekte interessieren.

Darauf deuten auch Comscore-Daten zur durchschnittlichen Verweildauer der Besucher hin. Sie blieben im Schnitt weniger als zwei  Minuten auf den Aldi-Seiten. „Die durchschnittliche Verweildauer der Nutzer auf den Lidl-Seiten war zuletzt mehr als doppelt so hoch wie die der Aldi-Besucher“, sagt Experte Dolinar.

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