Aldi, Lidl und Co: Deutsche lieben Delikatessen vom Discounter

Aldi, Lidl und Co: Deutsche lieben Delikatessen vom Discounter

Zu Weihnachten möchte jeder ein besonderes Essen auftischen. Das haben auch die Discounter erkannt und haben zahlreiche edle Köstlichkeiten in den Regalen. Warum Rinderfilet oder Wildlachs bei Aldi und Lidl boomen.

Rinderfilet und Wildlachs von Lidl, Champagner und Hirschsteaks von Aldi, Gourmet-Ente von Penny: Rechtzeitig vor Weihnachten entdecken Deutschlands Billiganbieter wieder ihr Herz fürs Edle. „Der Trend zu Luxusangeboten vor den Festtagen ist bei den Discountern ungebrochen. Wir beobachten sogar, dass die Platzierung der Produkte immer attraktiver wird“, berichtet Handelsexperte Fred Hogen vom Marktforschungsunternehmen Nielsen.

Tatsächlich treiben die Discounter zum Fest einigen Aufwand, um ihre Premium-Produkte ins rechte Licht zu rücken. So hat Lidl den Fernsehkoch Kolja Kleeberg ein Drei-Gänge-Menü mit Fenchelsalat, Sauerbraten vom Rinderfilet und Créme Brûlée konzipieren lassen, dessen wichtigste Zutaten natürlich aus den Regalen des Discounters stammen. Und Aldi Süd lockt mit einem Menü-Konfigurator für die Weihnachtsfeiertage, der nicht nur Kochrezepte liefert, sondern auch noch passende Weine aus den Aldi-Regalen empfiehlt.

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Die größten Discounter der Welt 2014

  • Nummer zehn

    Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erzielte 2013 einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro.

  • Nummer neun

    Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

  • Nummer acht

    Der US-Discounter Family Dollar verkaufte 2013 Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

  • Nummer sieben

    Auch der siebtgrößte Discounter der Welt findet sich auf der Iberischen Halbinsel: Biedronka stammt aus Portugal und wird von JMR Jerónimo Martins Retails betrieben. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

  • Nummer sechs

    Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

  • Nummer fünf

    Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

  • Nummer vier

    Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

  • Nummer drei

    Mit großem Abstand folgt der drittgrößte Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erzielte 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

  • Nummer zwei

    Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

  • Nummer eins

    Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

„Für die Discounter ist das Geschäft mit dem „kleinen Luxus“ vor den Festtagen lukrativ. Denn die Kunden greifen zu und kaufen mehr ein als sonst“, berichtet Hogen. Zwar hätten die Discounter inzwischen einige Premium-Produkte das ganze Jahr im Angebot. Doch zu Weihnachten und zu Ostern werde das Sortiment mehr als verdoppelt. „Rund 50 Prozent des Umsatzes mit den Premium-Handelsmarken wird in den Wochen vor Ostern und Weihnachten gemacht“, weiß der Experte.

Die größten Lebensmittelhändler Deutschlands

  • Platz 10

    Bartells-Langness

    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 3,09 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 9

    Globus

    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 3,23 Milliarden Euro

  • Platz 8

    Rossmann

    Umsatz mit Lebensmitteln in Deutschland: 5,18 Milliarden Euro

  • Platz 7

    dm

    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 6,33 Milliarden Euro

  • Platz 6

    Lekkerland

    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 8,98 Milliarden Euro

  • Platz 5

    Metro (Real, Cash & Carry)
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 10,27 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 4

    Aldi (Nord und Süd)
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 22,79 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 3

    Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland)
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 28,05 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 2

    Rewe-Gruppe
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 28,57 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 1

    Edeka (inkl. Netto)
    Umsatz mit Lebensmitteln 2015: 48,27 Milliarden Euro

    Quelle: TradeDimensions / Statista

Doch geht es nicht nur um die Umsätze. „Das ist für die Aldi und Co. auch eine gute Gelegenheit, ihr Image nachzuschärfen, indem sie ihre Lebensmittelkompetenz beweisen“, betont Handelsexperte Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Außerdem seien diese Produkte wichtig, um qualitätsorientierte und einkommensstarke Käufer zu binden, die sonst möglicherweise zu Super- und Verbrauchermärkten abwandern würden.

Unter Druck geraten

Tatsächlich stehen die Discounter zur Zeit unter einigem Druck. Ihr Erfolgsrezept „gut und billig“, das ihnen jahrzehntelang in Deutschland ein stürmisches Wachstum bescherte, scheint an Grenzen zu stoßen. Der Grund: Die „klassischen“ Supermärkte haben in den vergangenen Jahren viel in Laden-Design und Service investiert und damit offenbar den Geschmack vieler Kunden getroffen. Außerdem schauen die Verbraucher angesichts der guten Konjunkturlage weniger aufs Geld.

Das hat die erfolgsverwöhnten Billiganbieter in die Defensive gebracht. Während die Supermärkte in den ersten neun Monaten dieses Jahres ihre Umsätze laut GfK um 3,5 Prozent steigern konnte, mussten die Discounter Einbußen von 0,6 Prozent hinnehmen.

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Dennoch wäre ein Abgesang auf die Billiganbieter verfrüht. Denn längst sind Aldi, Lidl und Co. dabei, sich im Kampf um die immer anspruchsvoller werdenden Kunden neu zu erfinden. Sie investieren Millionen in ihr Image und in Serviceangebote, die Discount-Manager alter Schule als überflüssige Spielereien abgetan hätten.

„Die Luxus-Angebote sind auch Teil der Bemühungen, hier gegenzuhalten“, meint Hogen. Doch auch im Rest des Jahres sind die Billiganbieter immer öfter bemüht, den Kunden „etwas mehr“ zu bieten: Produkte aus der Region, Angebote mit dem Bio-Label oder Fairtrade-Produkte. Nur billig war gestern.

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