Aldi und Lidl zu mächtig: Tesco-Chef Philip Clarke muss seinen Posten räumen

Aldi und Lidl zu mächtig: Tesco-Chef Philip Clarke muss seinen Posten räumen

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Der bisherige Tesco-Chef Philip Clarke muss gehen.

Preiskampf in Großbritannien: Die deutschen Discounter Aldi und Lidl machen dort seit Jahren den Einzelhändlern Druck. Den Chef von Marktführer Tesco kostet das nun den Job.

Im Kampf mit Discountern wie Lidl und Aldi tauscht die größte britische Supermarktkette ihren Chef aus. "Philip Clarke stimmt dem Verwaltungsrat zu, dass nun der richtige Zeitpunkt ist, an einen neuen Chef mit frischen Ideen zu übergeben", teilte der Vorsitzende des Gremiums mit. Am 1. Oktober soll nun der Unilever -Manager Dave Lewis die Führung von Tesco übernehmen. Er gilt als Restrukturierungs-Spezialist. Es ist das erste Mal, dass der Konzern für den Spitzenposten nicht auf Personal aus den eigenen Reihen zurückgreift.

Die größten Discounter der Welt 2014

  • Nummer zehn

    Dollar Tree belegt den zehnten Platz unter den weltgrößten Discountern. Das US-Unternehmen erzielte 2013 einen Umsatz von 6,2 Milliarden Euro.

  • Nummer neun

    Auch aus Skandinavien kommt ein Discounter, der es unter die Top Ten der weltgrößten geschafft hat: Rema 1000 gehört zum Konzern Reitangruppen. 2013 setzte das Unternehmen 6,8 Milliarden Euro um.

  • Nummer acht

    Der US-Discounter Family Dollar verkaufte 2013 Waren im Wert von 8,2 Milliarden Dollar und belegt damit weltweit den achten Platz unter den größten Discountern.

  • Nummer sieben

    Auch der siebtgrößte Discounter der Welt findet sich auf der Iberischen Halbinsel: Biedronka stammt aus Portugal und wird von JMR Jerónimo Martins Retails betrieben. 2013 setzte die Kette 8,3 Milliarden Euro um. Zum Vergleich: Aldi erwirtschaftete im gleichen Zeitraum mehr als den siebenfachen Betrag.

  • Nummer sechs

    Die sechstgrößte Discountkette der Welt stammt aus Spanien. Das Unternehmen mit dem Namen Dia (zu Deutsch „Tag“) setzte 2013 11,4 Milliarden Euro um.

  • Nummer fünf

    Auf dem fünften Platz findet sich wieder ein deutsches Unternehmen: Der Discounter Penny, der zur Rewe-Gruppe gehört. 2013 betrug der Umsatz des Discounters laut Ranking von Planet Retail 12,1 Milliarden Euro.

  • Nummer vier

    Erst an vierter Stelle ist ein nicht-deutsches Unternehmen zu finden. Die US-Kette Dollar General verkaufte 2013 Waren im Wert von 13,9 Milliarden Euro.

  • Nummer drei

    Mit großem Abstand folgt der drittgrößte Discounter der Welt: Netto. Die Kette gehört zur Edeka-Gruppe und erzielte 2013 14,2 Milliarden Euro Umsatz.

  • Nummer zwei

    Der Discounter Lidl, der zur Schwarz Gruppe gehört, belegt im Ranking der weltgrößten Discounter den zweiten Platz. 2013 betrug der Brutto-Außenumsatz der Supermarktkette 59 Milliarden Euro.

  • Nummer eins

    Aldi ist die Nummer eins im Ranking von Planet Retail (Juni 2014) im weltweiten Discounter-Markt. 2013 machte das deutsche Unternehmen einen Brutto-Außenumsatz von 61,1 Milliarden Euro.

Tesco steht im Heimatmarkt Großbritannien stark unter Druck von Discountern - allen voran die deutschen Unternehmen Aldi und Lidl, die auch den anderen etablierten Einzelhändlern wie der Wal-Mart-Tochter Asda, Sainsbury sowie Morrissons schwer zu schaffen machen. Während sie an Umsatz verlieren, verzeichnen Aldi und Lidl deutliche Wachstumsraten. Nach Angaben des Einzelhandels-Forschungsinstitut IGD kauft inzwischen mehr als die Hälfte bei den Discountern ein, die die Preise der einheimischen Händler im Schnitt deutlich unterbieten. Die Konjunkturerholung kommt bislang kaum in Form von steigenden Löhnen bei den Verbrauchern an.

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Das Geschäft laufe schwächer als zuletzt gedacht, Umsatz und Gewinn dürften im ersten Geschäftshalbjahr unter den eigenen Erwartungen liegen, warnte Tesco nun erneut vor enttäuschenden Zahlen und nennt als Gründe das „schwierige Marktumfeld“ und Investitionen, die Kunden halten sollen. Im vergangenen Geschäftsjahr ging der Gewinn bei Tesco um sechs Prozent auf 3,3 Milliarden Pfund (4,2 Milliarden Euro) zurück, in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahrs hatte die Kette den größten Umsatzschwund seit fast vier Jahrzehnten verkünden müssen.

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Die Anleger an der Börse reagierten mit Erleichterung auf den Abgang von Clarke. Tesco-Aktien legten um 1,7 Prozent zu. "Das ermöglicht dem Unternehmen einen Neuanfang", sagte ein Händler.

Der 54-jährige Clarke hatte seit 2011 an der Spitze des Konzerns gestanden. Am Dienstag hätte es eine Party zu seiner 40-jährigen Zugehörigkeit zum Unternehmen geben sollen. Eine Tesco-Sprecherin sagte, die Feier sei nun abgesagt.

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