Alibaba gegen Amazon: Datenschutz? "Technik ist cool"

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Alibaba gegen Amazon: "Jetzt ist die Welt dran"

Datenschutz? "Technik ist cool"

Während Amazon bei jeder neuen Funktion der Sprachbox Alexa oder der geplanten In-die-Wohnung-Lieferung Key die Vereinbarkeit mit dem Datenschutz erklären muss, fehlt dafür in China jedes Bewusstsein. Das erleichtert Alibaba das Geschäft. So kann das Unternehmen in seinen Datenbanken bald die Fotos von mehr als 400 Millionen Kunden speichern und diese ungefragt für neue Dienstleistungen testen.

Derzeit stehen die Zeichen überall auf Wachstum, beim Logistiknetzwerk Cainiao ebenso wie beim digitalen Medienangebot. Alibaba hat sich sogar in den stationären Handel vorgewagt und in China 13 Supermärkte eröffnet. Den Gewinn hat das Unternehmen im vergangenen Quartal im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Und jüngst kündigte es an, in den kommenden drei Jahren 15 Milliarden Dollar in neue Forschungszentren zu investieren.

Das überzeugt auch die Aktionäre. Das seit 2014 an der Wall Street gelistete Unternehmen ist aktuell rund 480 Milliarden US-Dollar wert – und damit dem großen Konkurrenten Amazon, der es auf 540 Milliarden Dollar bringt, schon ziemlich nah auf die Pelle gerückt. „Alibabas Entwicklung wird durch das hohe Potenzial auf seinem Heimatmarkt gestützt“, sagt Michael Kramer, Analyst bei Mott Capital Management in New York. Während in den USA für Amazon nur noch wenig Potenzial bestünde, würde Alibaba vom Wachstum der chinesischen Mittelklasse profitieren. Zudem seien die Kosten des Unternehmens wegen seiner reinen Vermittlerfunktion geringer. Anders als Amazon braucht Alibaba keine teuren Lager.

Handel über Alibaba Industrie beklagt Produktfälschungen aus China

Die Internet-Handelsplattform Alibaba spielt für die Industrie eine vergleichbare Rolle wie es ebay und Amazon für Privatkunden tun. Doch Alibaba hat ein Problem mit Produktfälschungen - obwohl das Unternehmen selbst dagegen ankämpft.

Das Logo des chinesischen Internetkonzerns Alibaba Group. Quelle: dpa

Für Unsicherheit sorgt allenfalls, dass Alibaba, wie alle chinesischen Unternehmen, vom Wohlwollen der Regierung abhängig ist. Wie hart Peking durchgreift, wenn Unternehmen Vorgaben nicht schnell umsetzen, zeigte sich jüngst beim Messenger-Betreiber Tencent. Der hatte nach Auffassung der Regierung nicht genug getan, um die exzessive Nutzung seines beliebtesten Handyspiels einzuschränken. Nachdem die staatliche Tageszeitung „China Daily“ über das Missfallen berichtet hatte, brach die Tencent-Aktie ein, das Unternehmen verlor innerhalb kürzester Zeit 17,5 Milliarden Dollar Marktwert.

Wie wichtig gute Beziehungen zu Peking sind, ließ sich während des Parteitags der KP im Oktober erahnen. In den Staatsmedien ließ sich Ma mit der Meinung zitieren, dass die Worte von Staatspräsident Xi Jinping „den Weg für die Zukunft des Landes“ gedeutet hätten. Er werde alles tun, die Vorgaben umzusetzen.

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Noch lässt Peking den Vorzeigeunternehmer Ma gewähren. Schließlich demonstriert er wie kein Zweiter die Leistungsfähigkeit der Volksrepublik und wird dafür schon seit Jahren auch im Ausland wahrgenommen. Exmitarbeiter Erisman erinnert sich noch genau an einen Auftritt von Ma in San Francisco 2006. Als der schmächtige Ma ans Mikrofon trat, hätten die Teilnehmer aus den Chefetagen des Silicon Valley gebannt zugehört. Und in der letzten Reihe habe ein Mann hektisch jedes Wort mitgeschrieben – Amazon-Chef Jeff Bezos.

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