Alibaba  : Online-Gigant  überrascht mit Wachstumssprung

Alibaba  : Online-Gigant  überrascht mit Wachstumssprung

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Der Umsatz von Alibaba legte um 32 Prozent auf 22,17 Milliarden Yuan, also rund 3,5 Milliarden US-Dollar, zu.

Alibabas erstes Jahr an der Börse ist rum. Es war kein gutes. Immerhin scheint die Talsohle durchschritten: im jüngsten Quartal übertraf der Konzern die Erwartungen.

Endlich besser als erwartet: Alibaba ist im abgelaufenen Quartal deutlich gewachsen. Der Umsatz des chinesischen Online-Händlers legte um 32 Prozent auf 22,17 Milliarden Yuan, also rund 3,5 Milliarden US-Dollar, zu. Dabei wuchs vor allem das Geschäft mit mobilen Anwendungen, wie Alibaba am Dienstag in Peking mitteilte. Aber auch das Geschäft auf den Marktplätzen Tmall und Taobao legte zu.

Am Aktienmarkt wurden die Zahlen euphorisch aufgenommen. Die jetzt seit etwas mehr als einem Jahr an der New Yorker Börse notierten Papiere setzten vorbörslich ihren jüngsten Höhenflug fort. Die Aktie gewann am frühen Nachmittag rund elf Prozent auf rund 84 Dollar.

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Der Aufstieg von Alibaba

  • Chinesischer Riese

    Chinas größter Online-Händler Alibaba will bei seinem Börsengang in New York alle Rekorde knacken. Ein Überblick.

    Quellen: rtr / Unternehmen

  • 1999

    Der frühere Englischlehrer Jack Ma gründet Alibaba mit 17 Mitstreitern in seiner Wohnung. Alibaba.com ist die erste Internet-Handelsplattform in China.

  • 2002

    Die Firma arbeitet bereits profitabel.

  • 2003

    Alibaba startet das Internet-Auktionshaus Taobao sowie das Online-Zahlungssystem Alipay.

  • 2005

    Yahoo steigt bei Alibaba ein und zahlt eine Milliarde Dollar für einen 40-Prozent-Anteil. Alibaba übernimmt Yahoo China. Quasi über Nacht ist Alibaba nun in fast allen lukrativen Internetbereichen stark.

  • 2007

    Alibaba.com geht am 6. November an die Hongkonger Börse. Die Plattform nimmt dabei 1,5 Milliarden Dollar ein.

  • 2011

    Alibaba gründet Ali Finance, einen Ableger, der klassische Dienstleistungen einer Bank anbietet.

  • 2012

    Alibaba.com gibt sein Listing an der Börse in Hongkong wieder auf, um den Weg für einen Mega-Börsengang des gesamten Konglomerats in den USA frei zu machen. Yahoo beginnt zudem damit, seinen Anteil an Alibaba zu verringern und hält seit September 2012 nur noch 24 Prozent.

  • 2013

    Alibaba ernennt Firmen-Urgestein Jonathan Lu zum Nachfolger von Konzernchef und -Gründer Ma. Ma begleitet sein Unternehmen nur noch als Verwaltungsratschef. Alibaba steigt zudem bei der chinesischen Twitter -Version Weibo ein und verschafft sich damit ein Standbein im rasant wachsenden Markt mit Internet-Netzwerken.

  • 2014

    Das chinesische Amazon -Pendant strebt an die New Yorker Börse. Aus einem 18-Mann-Betrieb hat Ma einen Konzern mit rund 25.000 Mitarbeitern und 300 Millionen Kunden geformt.

Mit dem Umsatzplus von mehr als 30 Prozent schlug Alibaba die Erwartungen der Analysten. In den Quartalen zuvor hatte der chinesische Online-Gigant sie enttäuscht. Insgesamt war Alibabas erstes Jahr an der Börse ein bewegtes. Beim bis dato größten Börsengang aller Zeiten hatte das Unternehmen im September vergangenen Jahres rund 25 Milliarden Dollar von Investoren eingesammelt. Der Kurs stieg schnell, notierter zwischenzeitlich bei rund 120 Dollar.  Danach ging es mit Schwankungen bergab. Der tiefe Fall folgte im Spätsommer: Ende September lag der Aktienwert nur bei 57 Dollar.

Als Hauptursache für die Talfahrt gilt die enge Verknüpfung des Unternehmenserfolgs mit der chinesischen  Wirtschaftslage. Weil aber das Wachstum zuletzt unter die sieben Prozenthürde fiel, wurden auch die Investoren unruhig.

Alibaba sorgte zuletzt mit teuren Einkaufstouren für Aufsehen. Für 4,6 Milliarden Dollar will sich das Unternehmen etwa das chinesische Youtube-Pedant Youku Tudou ganz einverleiben und so das Streaming-Geschäft kontrollieren.

Die wichtigsten Bereiche von Alibaba

  • Tmall

    Die B2C-Plattform bietet seit 2008 Unternehmen die Möglichkeit, Produkte an private Endverbraucher zu verkaufen. Rund 70 000 Marken chinesischer und westlicher Hersteller sind gelistet, im Gegensatz zu Taobao werden dort keine Fälschungen gehandelt. „Tmall kann für ausländische Unternehmen sehr interessant werden, um chinesische Kunden zu erreichen“, sagt der in Peking ansässige Technologieexperte Bill Bishop.

  • Taobao

    Die Plattform für Privatgeschäfte ist das größte und wichtigste Alibaba-Feld. Sie ging 2003 online und funktioniert ähnlich wie der amerikanische Konkurrent Ebay. Auf Taobao treffen Konsumenten auf andere Konsumenten und Kleinunternehmer, im Gegensatz zu Ebay sind die Preise aber fest. Mitte 2012 waren 500 Millionen Nutzer registriert, damit zählt Taobao zu den 20 am häufigsten besuchten Web-Sites weltweit. 2012 lag das Verkaufsvolumen von Taobao und Tmall zusammen bei umgerechnet rund 125 Milliarden Euro.

  • Alipay

    Alipay ist das Online-Bezahlsystem von Alibaba und mit dem Ebay-Ableger Paypal vergleichbar. Ende 2012 waren dort 800 Millionen Nutzer registriert. Wie Paypal hat Alipay eine Treuhand-Funktion und überweist das Geld des Käufers erst an den Verkäufer, wenn die Ware eingetroffen ist. Alipay geht nicht mit Alibaba an die Börse.

  • Alibaba.com

    Die kommerzielle Handelsplattform ist die älteste Einheit des Konzerns und auf den internationalen Handel ausgerichtet. Sie war von 2007 bis 2012 schon einmal börsennotiert. 2012 waren dort 36,7 Millionen Unternehmen aus 240 Ländern registriert.

Und das ist nicht alles: Allein in diesem Jahr hat Alilbaba laut Bloomberg Zukäufe im Wert von 14,8 Milliarden Dollar angekündigt – darunter Anteile an einem Football-Team und Filmstudios.  Der Händler, der größer ist als Amazon und Ebay zusammen ist, will so unabhängiger vom E-Commerce werden. Nicht alle Anleger begrüßten die Wachstumsstrategie.

Auf den Druck der Anleger und das Auf- und Ab an der Börse reagierte  Alibaba-Chef Jack Ma zuletzt reichlich verschnupft. Das Leben sei hart, wenn man den Börsengang wagt, die Streitereien im Verwaltungsrat nervig und die Investoren anspruchsvoll, sagte der Milliarde.  "Wenn ich noch ein Leben hätte, würde ich meine Firma nicht an die Börse bringen", so Ma.

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