Alibaba-Quartalszahlen: Wachstum in Rekordzeit ist den Anlegern nicht genug

Alibaba-Quartalszahlen: Wachstum in Rekordzeit ist den Anlegern nicht genug

Beim Börsengang brach Alibaba Rekorde und weckte hohe Erwartungen. Die hat das chinesische Unternehmen zumindest beim Umsatz erfüllt, doch der Gewinn fiel geringer aus als angenommen.

Alibabas Rekordwachstum geht auch nach dem Rekord-Börsengang im September weiter. Trotzdem reagierten die Anleger auf die Quartalszahlen des chinesischen Handelsgiganten verschnupft. Die erste Reaktion im Xetra-Handel, noch vor der Eröffnung des Handels an der Wall Street, bescherte der Aktie einen Kursverlust von 1,2 Prozent.

Zwar hatte das Umsatzwachstum mit einem Plus von 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahr positiv überrascht, aber die rückläufigen Gewinne enttäuschten – und die Gewinne sind es, die über die Börsenbewertung entscheiden. Aufgrund hoher Investitionen fiel der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um fast 39 Prozent auf 494 Millionen Dollar. Lediglich beim Gewinn vor Steuern konnte Alibaba leicht zulegen. 

Anzeige

In Euro fiel das Alibaba-Papier daher zeitweise auf 80,90. Dabei hatte die Aktien noch vor Bekanntgabe der Quartalszahlen ein Allzeithoch bei 85 Euro im Xetra-Handel erreicht. An der Wall Street hatte die Aktie am Vorabend noch drei Prozent zugelegt, im vorbörslichen Handel geriet sie jedoch nach Veröffentlichung mit einem Minus von zeitweise 0,8 Prozent unter Druck.

Doch der Aktienkurs dürfte mit einem Kursplus von rund 50 Prozent seit dem Rekordbörsengang im September nicht dramatisch fallen, da das Wachstumsversprechen des Online-Händlers bislang aufgeht. Finanzchefin Maggie Wei Wu zeigte sich trotzdem zufrieden: „Wir haben ein starkes Quartal mit deutlichem Wachstum über alle wichtigen Geschäftsfelder hinweg geliefert.“

Der Aufstieg von Alibaba

  • Chinesischer Riese

    Chinas größter Online-Händler Alibaba will bei seinem Börsengang in New York alle Rekorde knacken. Ein Überblick.

    Quellen: rtr / Unternehmen

  • 1999

    Der frühere Englischlehrer Jack Ma gründet Alibaba mit 17 Mitstreitern in seiner Wohnung. Alibaba.com ist die erste Internet-Handelsplattform in China.

  • 2002

    Die Firma arbeitet bereits profitabel.

  • 2003

    Alibaba startet das Internet-Auktionshaus Taobao sowie das Online-Zahlungssystem Alipay.

  • 2005

    Yahoo steigt bei Alibaba ein und zahlt eine Milliarde Dollar für einen 40-Prozent-Anteil. Alibaba übernimmt Yahoo China. Quasi über Nacht ist Alibaba nun in fast allen lukrativen Internetbereichen stark.

  • 2007

    Alibaba.com geht am 6. November an die Hongkonger Börse. Die Plattform nimmt dabei 1,5 Milliarden Dollar ein.

  • 2011

    Alibaba gründet Ali Finance, einen Ableger, der klassische Dienstleistungen einer Bank anbietet.

  • 2012

    Alibaba.com gibt sein Listing an der Börse in Hongkong wieder auf, um den Weg für einen Mega-Börsengang des gesamten Konglomerats in den USA frei zu machen. Yahoo beginnt zudem damit, seinen Anteil an Alibaba zu verringern und hält seit September 2012 nur noch 24 Prozent.

  • 2013

    Alibaba ernennt Firmen-Urgestein Jonathan Lu zum Nachfolger von Konzernchef und -Gründer Ma. Ma begleitet sein Unternehmen nur noch als Verwaltungsratschef. Alibaba steigt zudem bei der chinesischen Twitter -Version Weibo ein und verschafft sich damit ein Standbein im rasant wachsenden Markt mit Internet-Netzwerken.

  • 2014

    Das chinesische Amazon -Pendant strebt an die New Yorker Börse. Aus einem 18-Mann-Betrieb hat Ma einen Konzern mit rund 25.000 Mitarbeitern und 300 Millionen Kunden geformt.

Das Unternehmen hatte am 19. September den bisher größten Börsengang an der New York Stock Exchange gestemmt und rund 25 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt. Seitdem ist der Aktienkurs um fast 50 Prozent gestiegen. Alibaba ist nach Börsenwert an Wettbewerbern wie Amazon oder Ebay vorbeigezogen. Besonders der Onlineshop von Jeff Bezos verärgert viele Anleger mit regelmäßigen Verlustmeldungen - trotz steigender Umsätze.

Zu den großen Handelsplätzen von Alibaba gehören die Plattformen Taobao, Tmall und Juhuasuan. Im boomenden chinesischen E-Commerce-Markt ist der Konzern die Nummer eins. Im zukunftsweisenden mobilen Markt machte Alibaba einen Umsatz von 606 Millionen Dollar - über 1000 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten schauen besonders kritisch auf diese Zahlen, weil immer mehr Nutzer auf Smartphones und Tablets im Internet surfen und shoppen.

Das sind gute Zahlen, keine Frage. Endlos wird Alibabas Wachstum jedoch nicht in deisem Tempo anhalten können. Zwar scheint das Wachstum auf dem boomenden Heimatmarkt noch auf mehrere Jahre gesichert. Doch es schicken sich gleich mehrere Konkurrenten an, Alibaba Marktanteile abzujagen.

Vom großen Erfolg im Ausland ist der Konzern noch entfernt. Eine großangelegte Expansion in die westlichen Industrienationen dürfte aufgrund der starken Konkurrenz schwer fallen. Bislang ist das Engagement abseits des asiatischen Kontinents bestenfalls pro forma, obwohl es langsam Annährungen gibt. So zeigte Jack Ma zuletzt Interesse einer Zusammenarbeit mit Apple und dessen Mobil-Bezahldienst Pay.

Dieser behutsam Schritt passt ins Bild. Um die eigene Macht zu sichern, ist die Alibaba-Führung bislang bemüht, das Konzernimperium so umfassend wie nur möglich auszubauen. Bereits vor seinem Börsengang verleibte sich der Gigant zahlreiche Start-Up-Unternehmen ein - Seitdem wird Ausbau konsequent fortgesetzt. Zuletzt rief der E-Commerce-Gigant mit Alitrip eine neue Reise-Marke isn Leben, um auch auf dem Online-Reisemarkt in die Offensive zu gehen.

Mit Material von dpa

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%