Bild: dapdIm vergangenen Jahr haben die Deutschen sechs Prozent weniger Zigaretten gekauft als 2011. Das ist der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Der Absatz von Zigarren und Zigarillos sank sogar um zehn Prozent. Zudem wurde 0,4 Prozent weniger Feinschnitt versteuert. Den Deutschen vergeht unter dem Druck der Steuern für Tabakprodukte zunehmend die Lust am blauen Dunst. 2011 wanderten bei einer 5-Euro-Schachtel schon 3,68 Euro in die Staatskasse. Die strengen Werbeverbote haben auch ihren Preis für den Fiskus: Die Einnahmen aus der Tabaksteuer fielen 2012 um fast zwei Prozent auf 14,13 Milliarden Euro. Auf die Tabakindustrie kommen weitere Probleme zu. Die EU-Kommission plant eine Verschärfung der Tabakrichtlinie. Brüssel fordert die Einführung von Schockbildern und den Verbot von Menthol als Zusatzstoff.
Bild: dapdMarlboro
Marlboro ist die meistverkaufte Zigarettenmarke der Welt. 2009 kamen die unterschiedlichen Produktlinien der Marke laut Deutscher Tabakzeitung auf etwa 22 Prozent Marktanteil, darunter Red ( 12,77 Prozent), Gold (6,89 Prozent) und Flavour Mix ( 2,17 Prozent) .
Marlboro gehört zum Philip Morris Konzern. Der Konzern vertreibt noch zahlreiche weitere Zigarettenmarken, darunter Chesterfield und Parliament. Im Niedrigpreissegment ist der Philip Morris mit den Marken Bond Street, Red & White und Next aktiv.
Bild: REUTERSJohn Player
Die Marke John Player geht auf einen britischen Unternehmer zurück und wird hierzulande vom Reemtsma-Konzern vertrieben. Der Reemtsma-Tabakkonzern ist laut Deutschem Zigarettenverband mit einem Marktanteil von 25,66 Prozent der zweitgrößte Anbieter in Deutschland. Reemtsma gehört zu Imperial Tobacco - dem weltweit viertgrößten Tabakkonzern.
Bild: dpaL&M
L &M gibt es bereits seit 1873. Die Markenrechte liegen ebenfalls beim Tabakriesen Philip Morris. Die verschiedenen Produktlinien von L&M kommen in Deutschland auf einen Marktanteil von etwa 6,5 Prozent.
Bild: dpa/dpawebPall Mall
Die verschiedenen Geschmacksrichtungen von Pall Mall kommen auf einen Marktanteil von etwa 6,3 Prozent. Damit liegt die Marke bei deutschen Rauchern auf Platz vier. Inhaber der Marke ist British American Tobacco. Der Konzern produziert außerdem die Marken Dunhill, HB, Lord Extra und den Drehtabak Samson.
Bild: APWest
5,7 Prozent Marktanteil haben die Zigaretten der Marke West in Deutschland, sie ist zusätzlich noch in den Niederlanden und in Österreich verbreitet und ist seit 1981 auf dem Markt. Dahinter steckt der Reemtsma-Tabakkonzern und somit Imperial Tobacco.
Bild: obsLucky Strike
In den USA werden seit 1917 Zigaretten unter diesem Namen Lucky Strike verkauft. In Deutschland haben die Linien der Marke einen Marktanteil von ungefähr vier Prozent. Inhaber der Marke ist British American Tabacco.
Bild: dpaf6
Eine typische ostdeutsche Marke ist f6. Bis 1990 wurde sie von der VEB Dresdner Zigarettenfabriken produziert, jetzt gehört sie zum Philip-Morris-Konzern. Die Marke hat einen Anteil von etwa 2,7 Prozent auf dem deutschen Markt.
Bild: REUTERSCamel
Palmen, Pyramiden, Wüstenschiffe: Camel. Name und Aufmachung lassen auf einen Besitzer in orientalischen Gefilden schließen, aber nein, Camel gehört gehört zu Japan Tobacco International (JTI), die in Deutschland einen Gesamtmarktanteil von 4,07 Prozent halten. Neben Camel gehört auch die internationale Marke Winston zu JTI. Nach eigenen Angaben ist der Konzern der weltweit drittgrößte seiner Branche.
Im vergangenen Jahr haben die Deutschen sechs Prozent weniger Zigaretten gekauft als 2011. Das ist der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Der Absatz von Zigarren und Zigarillos sank sogar um zehn Prozent. Zudem wurde 0,4 Prozent weniger Feinschnitt versteuert. Den Deutschen vergeht unter dem Druck der Steuern für Tabakprodukte zunehmend die Lust am blauen Dunst. 2011 wanderten bei einer 5-Euro-Schachtel schon 3,68 Euro in die Staatskasse. Die strengen Werbeverbote haben auch ihren Preis für den Fiskus: Die Einnahmen aus der Tabaksteuer fielen 2012 um fast zwei Prozent auf 14,13 Milliarden Euro. Auf die Tabakindustrie kommen weitere Probleme zu. Die EU-Kommission plant eine Verschärfung der Tabakrichtlinie. Brüssel fordert die Einführung von Schockbildern und den Verbot von Menthol als Zusatzstoff.
Eine bunte Truppe fand sich unlängst ein im Kölner Mediapark zum Seminar „Rhetorik und Sprechwirksamkeit“ der Volkshochschule Köln. Gekommen waren ein Vertreter der Erzdiözese Köln, ein Nachrichtensprecher, die Mitarbeiterin einer Nichtregierungsorganisation, ein Wirtschaftsprüfer, eine Personalvermittlerin, eine Neuropsychologin, eine Sozialpädagogin und eine Yoga-Trainerin. Als Letzter erschien noch ein Vertreter eines in letzter Zeit in Verruf geratenen Berufsstands – ein Investmentbanker.
Zur Halbzeit des Seminars hieß es: Das Gelernte anwenden, einen Vortrag vorbereiten und halten. Der Banker weckte schon vorab große Neugierde. Das lag am angekündigten Titel seiner Präsentation: „Das Investment des Jahrhunderts.“ Geldgier kennt keine Berufsgrenzen, und in jedem steckt auch ein kleiner Bonusjäger.
Der Investmentbanker legte los: „Ich spüre eure Angst. Die Banken sind pleite, die Staaten auch – und ihr fragt euch: Wie rette ich mein Geld? Wie schütze ich mein Vermögen vor Inflation? Was passiert mit meiner Altersvorsorge? Und überhaupt, bin ich noch liquide, wenn das Finanzsystem zusammenbricht?“ Viele Fragen, eine Antwort: „Kauft Kippen!“
Wie bitte? Rendite mit Zigaretten, wie soll das gehen? Rauchen ist tödlich und verursacht hohe Kosten für die Allgemeinheit. Es gebe kein anderes Konsumgut, dessen volkswirtschaftliche Kosten höher seien als die Industrieumsätze, sagt Michael Adams, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Hamburg. 22,5 Milliarden Euro Umsatz stünden jährlich 33,5 Milliarden Euro Kosten gegenüber. Doch darum geht es dem Banker nicht. Man müsse kein Raucher werden, um Zigaretten einen gewissen Reiz abzugewinnen. Kippen seien auch für Nichtraucher interessant – als Geldanlage.

Kippen besser als Aktien
Immerhin stieg der Preis einer Premiumpackung mit 19 Zigaretten in Deutschland allein seit der Einführung des Euro als Bargeld von 3,00 Euro auf 4,90 Euro – ein Plus von gut 63 Prozent. Stärker kletterte nur der Goldpreis, deutsche Rentenpapiere konnten einschließlich Zinsen gerade mithalten, während dem Dax zwischenzeitlich immer wieder die Puste ausging. Der weitere Anstieg der Zigarettenpreise ist programmiert. Die stufenweise Tabaksteuererhöhung bis 2015 wird für einen weiteren Preisanstieg von acht Prozent sorgen, mindestens. Wo Dax, Rex und Gold dann stehen, weiß heute aber niemand. Einige Zigarettenhersteller haben die Steuererhöhung zum Jahresanfang bereits eingerechnet und den Packungspreis darüber hinaus aufgerundet auf fünf Euro. Noch aber gibt es im Handel viele Premiummarken zum alten Preis.
Tue Gutes und verdiene daran! Wer Kippen kauft, diese aber nicht raucht, sondern liegen lässt, der sorgt für Steuereinnahmen, belastet die Allgemeinheit aber nicht mit den Folgekosten seiner Genusssucht. Bei einem Verkaufspreis von fünf Euro pro Packung gehen 73 Prozent oder 3,65 Euro via Tabaksteuer und Mehrwertsteuer an den Staat. Die Tabaksteuer ist nach der Mineralölsteuer die ertragreichste Verbrauchsteuer überhaupt. 2010 nahm der Bund fast 13,5 Milliarden Euro durch die Tabaksteuer ein, über die Zigarette allein etwa zwölf Milliarden Euro. Diese Summe entspricht gut der Hälfte des deutschen Anteils am ersten Hilfspaket für Griechenland.
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