Amazon: Die neue Steuer-Strategie des Onlinehändlers

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Amazon: Die neue Steuer-Strategie des Onlinehändlers

, aktualisiert 26. Mai 2015, 12:53 Uhr

Multinationale Konzerne schaffen es immer wieder, Steuern zu drücken. So auch der US-Onlinehändler Amazon. Der kommt seinen Kritikern nun entgegen. Auslöser für den Kurswechsel dürfte eine EU-Prüfung sein.

Der Internetversandhändler Amazon versteuert seine in Deutschland erwirtschafteten Gewinne seit neuestem nicht mehr wie bislang in Luxemburg. Der Konzern teilte am Dienstag mit, seit 1. Mai würden für die Einnahmen in Deutschland auch hierzulande Steuern gezahlt. "Wir überprüfen regelmäßig unsere Firmenstrukturen, um sicherzustellen, dass wir unsere Kunden bestmöglich bedienen können", begründete das Unternehmen den Strategiewechsel. Deutschland ist Amazons wichtigster Markt nach Nordamerika. Zuletzt waren alle anfallenden Steuern aber über Luxemburg verbucht worden, wo die Steuersätze deutlich niedriger sind.

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans sieht die Ankündigung von Amazon skeptisch. Sie sei ein erstes wichtiges Signal. „Nicht weniger, aber auch nicht mehr.“ Denn bei der Frage, wie Gewinne ausgewiesen und den Standorten in unterschiedlichen Staaten zugerechnet werden, gebe es noch viel Raum für kreative Steuergestaltung, sagte er laut Mitteilung in Düsseldorf. Hier sei aber nicht nur das Unternehmen, sondern auch die europäische Politik gefordert, „die noch viel zu viele Hintertüren bietet“.

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Schritt gegen Steuer-Dumping EU strebt Mindestbesteuerung von Unternehmen an

Ob Amazon, Apple oder Starbucks – einige EU-Staaten locken internationale Konzerne mit günstigen Steuertarifen. Damit könnte indes bald Schluss sein: Die EU-Kommission erwägt eine Untergrenze für die Körperschaftssteuer.

huGO-BildID: 44743598 ARCHIV - Das Logo des Computerherstellers Apple, aufgenommen am 28.09.2012 in München (Bayern). Foto: Peter Kneffel/dpa (zu dpa "Zeitung: Apple gab Pläne für TV-Gerät bereits vor einem Jahr auf" vom 19.05.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die Ausnutzung von Steuervorteilen bei multinationalen Konzernen ist der EU-Kommission seit längerem ein Dorn im Auge. Neben Luxemburg hat Brüssel wegen extrem lukrativer Steuervorteile für internationale Großkonzerne auch Irland und die Niederlande im Visier. Spektakulärster Fall ist eine Untersuchung gegen die Steuermodelle in Luxemburg („Luxleaks“). Konzerne haben dort zum Teil Steuersätze von weniger als einem Prozent auf die nach Luxemburg verlagerten Gewinne erhalten. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker steht dabei unter Druck, weil er dort 18 Jahre lang Regierungschef war. Als Präsident der EU-Kommission hat er nun Steuersparmodellen den Kampf angesagt.

Auch auf der Ebene der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) und der Industriestaaten-Organisation OECD wird daran gearbeitet, Steuerschlupflöcher zu stopfen.

Amazon investiert traditionell massiv in den Ausbau des Geschäfts und fährt deshalb bestenfalls schmale Gewinne ein. Weltweit fuhr Amazon bei einem Umsatzplus von 20 Prozent auf 89 Milliarden Dollar einen Verlust von 241 Millionen Dollar ein, nach einem Gewinn von 274 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

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Für Deutschland veröffentlichte Amazon nur Zahlen zur Umsatzentwicklung im gesamten Jahr. Die Erlöse wuchsen demnach um gut 13 Prozent auf 11,92 Milliarden Dollar. Amazon erklärte die Zahlen nicht weiter, so das offen bleibt, ob hierzulande überhaupt steuerpflichtige Gewinne anfallen.

Auch im ersten Quartal 2015 arbeitete Amazon wieder mit Verlust. Es gab ein Minus von 57 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 108 Millionen Dollar vor einem Jahr. Der Umsatz wuchs um 15 Prozent auf 22,72 Milliarden Dollar.

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