Amazon : Kein Prime - und der Kunde hat Pech

Amazon : Kein Prime - und der Kunde hat Pech

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Einige Produkte können nur noch Amazon-Prime-Kunden kaufen.

von Lisa Oenning

Amazon bietet einige Produkte nur noch exklusiv für Prime-Abo-Mitglieder an. Dicke Rabatte gibt's obendrein. Indem der Onlinehändler andere Kunden vom Verkauf ausschließt, will er sie zu einem Jahres-Abo bewegen.

Bei Amazon gibt es jetzt eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: Einige Produkte sind nur noch für Prime-Kunden erhältlich. Zum Beispiel eine schnurlose Tastatur vom Hersteller Logitech. Wer auf der Internetseite wie gewohnt rechts oben den Einkaufswagen-Button klicken will, findet dort nur noch einen blauen Hinweiskasten: "Dieser Artikel ist für 24,99 Euro für Prime-Mitglieder reserviert."

Ursprünglich war die Tastatur sogar doppelt so teuer. Wer sie zum Schnäppchenpreis kaufen will, muss zumindest das Prime-Angebot testen oder direkt ein Abo abschließen. Wer kein Mitglied werden will, muss auf andere Händler ausweichen – und möglicherweise mehr für das gleiche Produkt zahlen. "Zahlreiche dieser Artikel sind auch über Marketplace-Händler verfügbar", heißt es seitens der Pressestelle.

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Der Onlinehändler hat diese neue Regelung still und heimlich eingeführt – ohne die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen. Auf Anfrage von WirtschaftsWoche Online heißt es dazu: "Amazon-Prime-Mitglieder haben seit Februar 2016 die Möglichkeit, ausgewählte, exklusiv für Prime-Mitglieder erhältliche Produkte, die von Amazon verkauft und versandt werden, zu bestellen."

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Neben der Tastatur bietet der Online-Riese unter anderem eine Panasonic-Kompaktkamera und einen 64-GB-USB-Stick von SanDisk ausschließlich für Prime-Mitglieder an. Allesamt beliebte Produkte auf dem Online-Marktplatz. Wie groß die Exklusiv-Produkt-Palette ist, will der Online-Riese nicht sagen. "Die Anzahl der erhältlichen Produkte variiert stetig, sodass wir keine genauen Zahlen nennen können."

Die neue Regelung auf amazon.de ist Zuckerbrot und Peitsche zugleich: Kunden, die nicht bereit sind, für 49 Euro im Jahr ein Abo abzuschließen, werden vom Direktverkauf ausgeschlossen und müssen auf teilweise teurere Dritthändler ausweichen. Die zahlenden Prime-Mitglieder werden nicht nur mit der Verfügbarkeit, sondern auch mit satten Rabatten auf das Produkt belohnt.

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Zwar äußert sich Amazon nicht zu den Gründen für das neue Geschäftsmodell. Sie liegen aber auf der Hand. Der Onlinehändler will noch mehr Kunden zu einer Prime-Mitgliedschaft bewegen – und damit seine festen Einnahmen erhöhen. Bis heute schweigt Amazon sich darüber aus, wie viele Kunden der Onlinehändler in Deutschland hat und wie viele davon eine Mitgliedschaft abgeschlossen haben.

Schon seit Längerem versucht Amazon, seine Kunden zu einem Prime-Abo zu bewegen. Kürzlich startete der Onlinehändler seinen Service Amazon Pantry: Für 4,99 Euro können sich seitdem ausschließlich Prime-Kunden herkömmliche Haushaltsartikel nach Hause liefern lassen. Und erst vor wenigen Monaten führte Amazon in 14 deutschen Großstädten Same Day Delivery ein: Abo-Kunden schickt Amazon Waren ab einem Wert von 20 Euro am Tag der Bestellung kostenlos nach Hause. Alle anderen zahlen 9,99 Euro.

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